15. August 2010

CFP: Symposium: Zwangsarbeit und Vernichtung im nationalsozialistischen Rüstungskonzern HASAG. Erinnerung. Forschung. Aufarbeitung.

Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig (geleitet vom Förderverein Dr.

Margarete Blank e.V.); Bildungswerk Weiterdenken in der Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Leipzig 26.11.2010, KUBUS im Helmholtz-Zentrum für Umwelforschung GmbH, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig

Deadline: 15.08.2010

 

Die Rolle von Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sowie die Beteiligung von Rüstungsunternehmen an der Ausbeutung und Vernichtung durch Arbeit von ZwangsarbeiterInnen sind Themen, auf die in wissenschaftlichen Arbeiten zum Nationalsozialismus, zum Holocaust und zu Konzentrationslagern immer wieder verwiesen wird.

Die Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, ihre Zwangsarbeiter und der Krieg", die ab September 2010 im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen sein wird, sowie die internationale Konferenz der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu "Zwangsarbeit in Hitlers Europa" im November zeugen von  Bemühungen, das Thema Zwangsarbeit auch verstärkt in das Bewußtsein der deutschen Gesellschaft zu rücken.

 

Jenseits von Forschung und von der Aufarbeitung in Gedenkstätten und Museen sind in Bezug auf das Ausmaß, die Formen des Einsatzes und den Umgang mit ZwangsarbeiterInnen im Nationalsozialismus jedoch weiterhin Defizite in der öffentlichen Wahrnehmung und in lokalen Erinnerungskulturen erkennbar. Ziel des Symposiums in Leipzig ist es, diesen entgegenzuwirken. Am Beispiel der Hugo Schneider Aktiengesellschaft (HASAG) soll zudem ein Austausch zwischen Regional- und Unternehmensgeschichte, Erinnerungskultur und allgemeiner Zwangsarbeitsforschung stattfinden

 

Die thematische Eingrenzung auf das Unternehmen HASAG dient hierbei weniger als Beschränkung, denn vielmehr als Ausgangspunkt, von welchem aus verschiedene Aspekte des vielfältigen Themenspektrums Zwangsarbeit beleuchtet werden sollen. Gerade die historische Beispielhaftigkeit der HASAG als größter und erfolgreichster privater Rüstungskonzern im Zweiten Weltkrieg bietet die Möglichkeit, das umfassende Thema Zwangsarbeit sowie die Auseinandersetzung mit diesem in der Nachkriegszeit exemplarisch zu erfassen.

 

Das Symposium, welches als eintägige Konferenz stattfinden wird, will sich in den folgenden vier Panelsektionen aus verschiedenen Blickwinkeln dem Thema nähern:

 

a) Unternehmen und Betriebsführung (bspw. Kooperation von Geschäftsführung mit Politik und SS, Umstellung auf Rüstungsproduktion, Relevanz der HASAG für die Kriegsführung)

b) das Lagersystem (allgemeine Struktur, Organisation, Betrieb und Funktionalität, Außenlager, Firmen-KZs in Polen, Stellung des

Werkschutzes)

c) Juristische Aufarbeitung (Folgeprozesse nach 1945, Leipziger Prozesse

1948/49)

d) der erinnerungskulturelle und -politische Umgang mit der Geschichte der Zwangsarbeit auf lokaler Ebene (Probleme, Debatten und Herausforderungen der Gedenkstättenarbeit)

 

Die Aufzählung der Themen in den einzelnen Bereichen versteht sich als Anregung, unter welchen Leitfragen man sich diesem Bereich nähern könnte. Wir freuen uns auch über darüber hinaus gehende Beiträge und weitere Vorschläge.

 

Die Vorträge sollten nicht länger als 45 min. sein, wovon 15 min. für die Diskussion vorgesehen sind. Die Konferenzsprache ist deutsch. Wir bitten um Vortragsvorschläge von Wissenschaftler_innen aller Disziplinen, die ihre Forschungen zu diesem oder einem anschlussfähigen Thema präsentieren möchten. Besonders willkommen sind hierbei Promovend_innen und Nachwuchswissenschaftler_innen. Sollten Sie Interesse haben, senden Sie uns bitte bis zum 15. August 2010 ein aussagekräftiges Exposé mit einem Umfang von 500-1000 Wörtern. Bitte reichen Sie uns auch Vorschläge ein, die am Rande des Themas zu liegen scheinen, da wir anhand der Exposés die genaue thematische Planung vornehmen werden.

 

Die Erstattung von Fahrtkosten kann derzeit nicht zugesichert werden, soll aber insbesondere im Falle fehlender anderweitiger finanzieller Unterstützung durch Institutionen oder Stiftungen zumindest anteilig ermöglicht werden. Teilnahmegebühren werden nicht erhoben.

 

 

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Sylvia Ehl

 

Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig,  Permoserstr. 15, 04318 Leipzig

 

0341-2352075

0341-2352076

gedenkstaette@zwangsarbeit-in-leipzig.de

 

Homepage <http://www.zwangsarbeit-in-leipzig.de>

 

URL zur Zitation dieses Beitrages

<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=14254>

 

 

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