11. November 2010

Das Gesicht des Gettos. Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt 1940–1944

Nach dem Beginn des zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen verschärften die Nationalsozialisten die Verfolgung der Juden in Europa. Seit 1939 wurden in Polen und später in anderen besetzten Ländern Gettos für die jüdische Bevölkerung eingerichtet.

Im Getto Litzmannstadt - wie Lodz von den deutschen Besatzern 1940 umgenannt wurde -  drängten die Nationalsozialisten im Frühjahr 1940 über 160.000 Juden zusammen. Im Herbst 1941 wurden weitere 20.000 Juden aus verschiedenen westeuropäischen Städten nach Litzmannstadt deportiert. Über 4.000 Berliner wurden in vier Transporten in das Getto abgeschoben. Hinzu kamen noch 5.000 Roma aus dem Burgenland. Mehrere Zehntausend Menschen starben bis Sommer 1944 an Hunger und Krankheiten im Getto, eine große Anzahl wurden ab Dezember 1941 im nahegelegenen Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Nur wenige Informationen von den katastrophal schlechten Lebensbedingungen im Getto Litzmannstadt drangen nach außen.

Einige jüdische Photographen machten im Auftrag des Litzmannstädter Judenrates viele Tausend Bilder von nahezu allen Bereichen des Gettolebens. Diese fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich sind heute im Staatsarchiv Lodz. Eine Auswahl dieser Abbildungen wurde von der Stiftung Topographie des Terrors mit knappen historischen Informationen erläutert für diese Ausstellung zusammengestellt.

Die Photographien dokumentieren nicht nur die beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten. Sie präsentieren zugleich auch ein unbekanntes Panorama einer Zwangsgemeinschaft, in der die Menschen um ihr Überleben kämpften, ohne ihre Würde und ihre Menschlichkeit zu verlieren.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor. 

Kuratoren: Dr. Ingo Loose, Dr. Thomas Lutz
Gestalter: Kurt Blank-Markard

Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober in der Stiftung Topographie des Terrors zu sehen gewesen und kann jetzt von der Stiftung ausgeliehen werden.

Alle Texte in der Ausstellung und im Katalog sind zweisprachig: Deutsch und English. Die Ausstellung besteht aus Bild- und Texttafeln; alles Reproduktionen. Diese werden mit Drahtseilen in ein Ausstellungssystem eingehängt. Es ist ein flexibles, an verschiedene Raumstrukturen anzupassendes Ausstellungssystem der Stiftung Topographie des Terrors vorhanden, das für die Ausstellungspräsentation genutzt werden kann. Prinzipiell kann aber auch jedes andere System verwendet werden.

Die Ausstellung benötigt in etwa eine Grundfläche von 200 qm.
Die Ausstellung besteht aus 14 Tafeln in dem Maßen 76 cm x 90 cm, 21 Tafeln 96 cm x 116 cm und 30 Tafeln 90 cm x 146 cm. Zusammengezählt sind die Tafeln 75 laufende Meter lang. Die Tafeln sind in drei Holzkisten verpackt. Das  Gesamtgewicht beträgt inklusive der für das Einhängen in ein Ausstellungssystem notwendigen Materialien und drei Bannern, die in  zweieinhalb Meter langen Rollen geliefert werden, etwa 520 kg.
Das Ausstellungsgestell kann – ebenfalls in Kisten verpackt – ebenfalls  mitgeliefert werden. Die Kosten für den Transport von und nach Berlin sowie der Auf- und Abbau und die Versicherungskosten müssen von den Leihnehmern übernommen werden. Eventuell kann eine Kostenteilung vorgenommen werden, wenn die Ausstellungspräsentation mit anderen Orten kombinierbar ist.
Eine Leihgebühr wird nicht erhoben. Der Katalog hat 96 Seiten. Der Verkaufspreis in der Ausstellung beträgt 12 Euro. Veranstalter ist die Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin.

Kontakt: Dr. Thomas Lutz (lutz@topographie.de, +49-30-25450920).