1. Januar 2012

Die Gedenkstätte Ravensbrück sucht für die künftige Hauptausstellung Exponate zur Geschichte und Nachgeschichte des Konzentrationslagers

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Im Rahmen der Vorbereitungen für eine neue Hauptausstellung sucht die Gedenkstätte Ravensbrück Exponate zur Geschichte von Ravensbrück vor und nach 1945. Insbesondere werden Fotografien, Dokumente und Objekte benötigt, die das Leben in Fürstenberg in der Zeit des National­sozialismus thematisieren. Ein Kapitel in der Hauptausstellung soll das Wechselverhältnis zwischen der Stadt Fürstenberg und ihren Einwohnern auf der einen Seite und dem KZ Ravensbrück und der SS auf der anderen Seite behandeln. Gesucht werden darüber hinaus Materialien, die sich auf die sowjetische Nachnutzung des ehemaligen KZ-Geländes beziehen.

 

"Nachdem wir bereits in der Vergangenheit wichtige Ausstellungsstücke aus Fürstenberg und der Region bekommen haben, sind wir hoffnungs­voll, dass noch weitere interessante Exponate auf ihre Wiederentdeckung warten", sagte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach. "Wir bitten daher alle Menschen in Fürstenberg und Umgebung sehr herzlich, noch einmal genau in ihre Fotoalben und Familienarchive zu schauen, ob sich Hin­weise auf Ravensbrück finden. Jeder noch so unscheinbare Anknüpfungs­punkt ist wichtig für uns", sagte Eschebach. In der im März 2010 eröff­neten Ausstellung "Das 'Führerhaus': Alltag und Verbrechen der Ravens­brücker SS-Offiziere" ist beispielsweise eine von Häftlingen des KZ Ravensbrück gefertigte Strohtasche zu sehen, die ein Fürstenberger Verkäuferin in den 1940er Jahren von einem SS-Mann als Geschenk erhielt. Im Zellenbau wird ein ehemaliges Häftlingsbett ausgestellt, das ein Einwohner von Fürstenberg an die Gedenkstätte übergeben hat.

 

Derzeit arbeitet ein Projektteam an der Entwicklung der neuen Haupt­ausstellung, die 2012 im Erd- und Obergeschoss des ehemaligen Kommandanturgebäudes eröffnet werden soll. Sie wird die Geschichte des größten Frauen-Konzentrationslagers auf deutschem Boden erzählen. Thematisiert werden auch das Männerlager in Ravensbrück, das "Jugend­schutzlager Uckermark", das Siemenslager sowie die Geschichte der rund 40 Außenlager. Außerdem werden die Nutzung des KZ-Geländes durch die sowjetische Armee nach 1945 sowie die Erinnerung an das KZ Ravensbrück und seiner Opfer in ganz Europa dargestellt.

 

Hinweise auf Ausstellungsobjekte werden unter der Telefonnummer 033093-608 10 gerne entgegen genommen.