Gemeinsam statt Einsam 2
Deutsch-Polnisches Fortbildungsseminar für Multiplikatoren von Gedenkstättenfahrten21.10.-24.10.2010. IJBS Oœwiêcim/Auschwitz.
Zielgruppe
- 15 TeilnehmerInnen aus Polen
- 15 Teilnehmerinnen aus Deutschland
Projektbeschreibung
Das Seminar richtet sich in erster Linie an deutsche und polnische Multiplikatoren, die noch keine Gedenkstättenfahrt durchgeführt haben, aber auch an diejenigen, die schon erste Erfahrungen gesammelt haben und Interesse am Dialog und somit an gemeinsamen deutsch-polnischen Gedenkstättenprogrammen haben und dafür Partner suchen. Wir präsentieren Beispiele für Gedenkstättenfahrten von nationalen Gruppen, vor allem aber auch deutsch-polnische Programme, die jeweils vor Ort mit der Unterstützung des dortigen pädagogischen Teams realisiert werden können. Des Weiteren beinhaltet die Fortbildung Hilfe und Tipps zur Finanzierung, gibt neue Ideen und Denkanstöße durch Fachbeiträge von erfahrenen Gedenkstättenpädagogen aus Deutschland und Polen und Raum für die ersten Planungen von gemeinsamen Fahrten.
Projektziel
Wie der Titel des neuen Fortbildungszyklus‘ signalisiert, möchten wir Multiplikatoren von Gedenkstättenfahrten dazu ermutigen, sich der deutsch-polnischen Geschichte gemeinsam statt einsam zu nähern. Der Begriff Multiperspektivität der Geschichtsschreibung ist derzeit in aller Munde, doch was ist damit eigentlich gemeint? Wir geben konkrete Hilfestellungen, einen Aufenthalt in der IJBS Oœwiêcim oder in einer anderen Gedenkstätte mit einer polnischen/deutschen Partnerschule oder einem deutschen/polnischen Partner durchzuführen, da dies nicht nur die Empathie füreinander fördern kann, sondern auch einen Perspektivenwechsel ermöglicht. Eine deutsch-polnische Jugendbegegnung im Rahmen einer Gedenkstättenfahrt hat den Vorteil, dass sie nicht nur einen Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht, sondern auch die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte (Beziehungsgeschichte) und den gemeinsamen Wurzeln fördert. Genauso bedeutend ist aber auch die wechselseitige Akzeptanz der Unterschiede. Eine deutsch-polnische Begegnung kann vor diesem Hintergrund eine große Bereicherung sein, da sie die Chance in sich birgt, Äußerungen, Positionen und Verhaltensmuster vor dem Hintergrund der jeweils anderen Sozialisation und Kultur nachzuvollziehen, dies fördert eine Multiperspektivität nicht nur der Geschichtsinterpretation. Gerade wenn man sich bewusst entscheidet, an einen Ort wie “Auschwitz“ zu fahren, ist es sinnvoll, sich über die eigenen Beweggründe auch als Betreuer klar zu werden. Wir kommen hierher, weil wir wollen, dass es nie wieder ein Auschwitz auf der Welt gibt, ein abstraktes Ziel, deshalb ist es von so großer Bedeutung gerade an diesem konkreten Ort, mit unseren polnischen/deutschen Nachbarn in einen konstruktiven und vor allem freundschaftlich vertrauensvollen Dialog zu treten und gemeinsam aus der Geschichte zu lernen und sie als Ausgangspunkt und Chance für eine gemeinsam in Europa gestaltete Zukunft zu verstehen.
Ziel des viertägigen Fortbildungsseminars ist es, einerseits an der Durchführung von Gedenkstättenfahrten Interessierten, aber auch erfahrenen Multiplikatoren und Leitern von Gedenkstättenfahrten organisatorische sowie inhaltliche Tipps, Hilfestellungen und neue Impulse für Gedenkstättenfahrten zu geben, die es einem ermöglichen, selbst Fahrten zu initiieren und zu organisieren. Darüber hinaus ist es ein Anliegen des Seminars, persönliche Kontakte zwischen Akteuren aus Polen und Deutschland zwecks Kennenlernen und Ideenaustausch herzustellen und letztendlich den Beginn der Planung einer gemeinsamen deutsch-polnischen Gedenkstättenfahrt an ehemalige Orte der Vernichtung in Polen als auch in Deutschland aktiv zu unterstützen. Hierfür stellen wir gemeinsam mit unseren Partnern, Kollegen und den ASF Freiwilligen an den jeweiligen Gedenkstätten Modellprogramme für deutsch-polnische Gedenkstättenfahrten, als auch für nationale Fahrten in die Gedenkstätten Sachsenhausen, Dachau, Buchenwald und die Gedenkstätten Stutthof, Majdanek und Auschwitz-Birkenau vor. Die Teilnehmer des Seminars haben die Gelegenheit, mit den erfahrenen Experten und pädagogischen Mitarbeitern der jeweiligen Gedenkstätte Ihr Programm zu planen und später durchzuführen. Des Weiteren wird das DPJW Förderungsmöglichkeiten vorstellen und Hilfestellungen zur Antragstellung geben. Abgerundet wird das Programm durch Vorträge zum Thema „Gedenkstättenpädagogik in Deutschland und Polen“ sowie zu den „Herausforderungen der Gedenkstättenpädagogik“, die von externen und internen ExpertInnen referiert werden.
Durch den Aufenthalt in der IJBS Oœwiêcim und dem gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wird den Teilnehmern ebenfalls am konkreten Beispiel verdeutlicht, welche Möglichkeiten die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Abteilung der IJBS Oœwiêcim bieten und welche Programmmodule es im Rahmen von Gedenkstättenfahrten nach Oœwiêcim/Auschwitz gibt.
Leitung
Anna Meier (IJBS Oœwiêcim/Auschwitz)
Marta Mituta (ASF e.V.)
Anmeldung und Info
Marta Mituta, mituta@asf-ev.de
Die Seminarsprachen sind Deutsch und Polnisch. Für Übersetzung wird gesorgt.
Teilnahmegebühr
100,00 Euro für Teilnehmende aus Deutschland und 100,00 PLN für Teilnehmende aus Polen.
Rückerstattung der Reisekosten für Teilnehmende aus Deutschland erfolgt gemäß der Festsätze des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.
Die Unterbringung in der IJBS Oœwiêcim/Auschwitz erfolgt in Doppel- und Mehrbettzimmern. Frische Bettwäsche und Handtücher liegen in jedem Zimmer bereit.
Anmeldung bis zum 03.10.2010 an:
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Marta Mituta
Fax: 030-283 95 135
Das Seminar findet dank der freundlichen Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks statt.
Programm
Donnerstag, 21.10.2010
Bis 18.00 Anreise
18.00 Abendessen
19.00 .20.00-21.30 Begrüßung, Vorstellung von ASF und IJBS, Programmbesprechung. Kennenlernrunde, erster Erfahrungsaustausch in deutsch-polnischen 2er-Gruppen.
Freitag, 22.10.2010
07.30 Frühstück
08.30 Abfahrt zur Staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
09.00 Standardführung in nationalen Gruppen ehem. Konzentrationslager Auschwitz I und ehem. Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz Birkenau II
13.30 Mittagessen
14.30 Internationale Jugendbegegnungen: Didaktik und Rolle der Geschichte(Vortrag), abschließend Diskussion
16.00 Kaffeepause
16.30 Plenum: Vorbereitung und Durchführung einer Gedenkstättenfahrt am Beispiel einer Gedenkstättenfahrt mit deutschen, polnischen und deutsch-polnischen Gruppen: ehem. KZ Auschwitz, Stutthof, Sachsenhausen, Majdanek
18.30 Abendessen
19.30 bis 21.30 Förderungsmöglichkeiten: Vorstellung, Fragen, DPJW-Publikationen
Samstag, 23.10.2010
08.30 Frühstück
09.30 Herausforderungen der Gedenkstättenpädagogik mit anschl. Diskussion (Vortrag)
11.15 Börse - Entwicklung von gemeinsamen Gedenkstättenfahrten
13.00 Mittagessen
14.00 Vorbereitung der Stadtührung
14.30 bis 15.30.Im Anschluss Wechselseitige Führung durch die Stadt Oœwiêcim: Synagoge, Jüdisches Zentrum. Fortsetzung: Börse - Entwicklung von gemeinsamen Gedenkstättenfahrten.
18.30 Abendessen
19.00 Abschlussrunde, Kontaktaustausch
Sonntag, 24.10.2010
08.30 Frühstück
09.30 Abfahrt nach Kraków - Nowa Huta. .Führung: Symbol der sozialistischen Industrialisierung Polens
ca 14.00 Gemeinsames Mittagessen, Abfahrt.
Kontakt
IJBS Oswiecim
Paedagogische Abteilung
Anna Meier
Ul. Legionow 11
32-600 Oswiecim
Tel.: tel.: 0048 33 843 23 77
Fax: fax: 0048 33 843 3980
eMail: meier@mdsm.pl
Homepage: www.mdsm.pl


