Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“
An folgendem Kunstprojekt soll im Rahmen des Deutsch-Italienischen Workcamps und in zwei Workshops im August 2012 mit Jugendlichen aus dem Ausland und Jugendlichen und Erwachsenen aus Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet werden. Die Ausstellung "Gesichter des KZ Wöbbelin", die am 26.01.2012 im Foyer des Landratsamtes in der Garnisonsstr. 01 in Ludwigslust eröffnet wurde, zeigt das Modell der Skulptur und Vorarbeiten, die im Workcamp im August 2011 entstanden waren. Diese Ausstellung kann noch bis Ende März in Ludwigslust besichtigt werden, danach wird sie im Gebäudekomplex des Landratsamtes in Parchim, Putlitzer Str. 25, gezeigt. Workshop 1: 6. und 7.08.2012 Workshop 2: 8. und 9.08.2012Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“
Ein Kunstprojekt von Marcus Barwitzki in Kooperation
mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust e.V.
und den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin
Einleitung:
Dicht an dicht drängen sich zahllose, ausgehungerte Menschen im Lager...
Die Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“ , nach dem Entwurf des Magdeburger Künstlers Marcus Barwitzki zeigt dieses bewegende Szenario. 45 gebogene rostige Eisenstangen, von denen jede einen überdimensionalen Kopf aus Backstein trägt, bilden ein undurchdringliches Geflecht – eine unzählbare Masse, wie die der eingesperrten Menschen im Konzentrationslager Wöbbelin.
Beschreibung:
Die Materialien, ihre Anordnung und Verarbeitung, alles wird in Barwitzkis Werk zum Sinnbild.
Einerseits symbolisieren die individuell gebogenen Eisenstangen, die sich vor Hunger und Entkräftung schmerzhaft windenden Körper der Häftlinge. Der Rost die Wunde des Eisens wird hier zur Wunde des Körpers. Zum anderen zeigt das gitterartige, dichte Geflecht der Stangen das Konzentrationslager selbst, aus dem niemand fliehen kann.
Die auf den Eisenstangen verankerten 45 Backsteine bilden die Köpfe der Häftlinge. Das gleiche Format der Ziegel ist für den Künstler dabei Ausdruck für die nationalsozialistische Entmenschlichung durch Uniformierung und Nummerierung im Konzentrationslager. Nur an der schmalen Längsseite der Ziegel, dem Betrachter zugewandt, werden die individuellen Gesichter der Menschen abstrakt oder realistisch erkennbar.
Der Backstein ist das Baumaterial Mecklenburgs. In der Plastik zeigt das Material symbolisch die Verbundenheit des Dorfes Wöbbelin mit dem Konzentrationslager bzw. mit seinem Erinnerungsort, den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, als Teil der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft des Ortes.
Aufstellungsort:
Als ein möglicher Standort für die ca. 3 m hohe und im Durchmesser 2 m breite Großplastik ist die Freifläche zwischen der Bundesstraße 106 und den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin vorgesehen. Von der Bundesstraße aus gut sichtbar, soll die Großplastik „Gesichter des Konzentrationslagers Wöbbelin“ hier die Besucher in die Mahn- und Gedenkstätten leiten und als repräsentativer Blickpunkt das Zentrum des Dorfes Wöbbelin bereichern.
Als zweiter Standort steht zur Diskussion das Parkgelände am Museum vor dem Bestattungsplatz für mehr als 160 Opfer des KZ Wöbbelin, denn hier ist der Bezug zu den Menschen gegeben, die dieses Lager nicht überlebt haben.
Durchführung:
Während des Nationalsozialismus wurden im Konzentrationslager Wöbbelin Menschen aus mehr als 17 Nationen ermordet. Als Zeichen der Erinnerung werden 2012 junge Erwachsene aus Deutschland und weiteren Nationen, unter Anleitung des Künstlers Marcus Barwitzki, Bildnisse der Häftlinge aus den noch ungebrannten Rohziegeln modellieren und ihnen damit ihr Gesicht zurück geben.
Die Besonderheit des Projektes Großplastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“ liegt in seiner partizipatorischen Erarbeitung. Unter Anleitung des Künstlers Marcus Barwitzki werden die „Backsteinköpfe“ in mehreren Workshops, u. a. während des jährlich stattfinden den Internationalen Workcamp Wöbbelin, von den Teilnehmern, nach fotografischen Bilddokumenten der Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gestaltet.
Jeder Teilnehmer der Workshops gestaltet dabei seinen eigenen „Backsteinkopf“. Ob realistisch oder abstrakt, ob grob oder fein, jedes der entstehenden Gesichter erhält seine eigene Individualität durch die persönliche Handschrift des Teilnehmers. Der vom Künstler vorgegebene Rahmen ist lediglich die Einheitlichkeit des Formates. Anschließend wählt ein Jury, die 45 besten Arbeiten aus, die nach dem Trocknen und Brennen, in die Plastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“ eingefügt werden.
Eine künstlerisch, plastische Vorbildung ist für der Teilnahme an den Workshops nicht notwendig, vielmehr ist es Anliegen des Kunstprojektes, Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, Jugendliche und Erwachsene zur Mitarbeit an der Großplastik für die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin zu begeistern.
Ablaufplan und Projektort der Workshops:
Ablauf:
-Besichtigung der Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin
-Zeichnen der Gesichter als Grundlage für die plastische Erarbeitung
-Herstellen der Ziegelrohform mit einer Musterform aus einem Tongemisch
-Modellieren der gezeichneten Gesichter aus der Ziegelform heraus
Projektort:
Anfang August in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin im Rahmen des Deutsch-Italienischen Workcamps der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, mit Jugendlichen aus Italien, Deutschland und anderen Ländern sowie Künstlern und weiteren interessierten Erwachsenen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und Mecklenburg - Vorpommern
Dauer eines Workshops: je 2 Tage
Im Rahmen des Workcamps gibt es eine Woche lang, die Möglichkeit, an diesem Workshop teilzunehmen, entweder Montag/Dienstag oder Mittwoch/Donnerstag, am Freitag werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Zuschauen ist gewünscht,
Kontakt:
Mahn- und Gedenkstätten Wöbbbelin
Leiterin: Ramona Ramsenthaler
Ludwigsluster Straße 2b
19288 Wöbbelin
Tel./Fax.: 038753 80792
Email: info@gedenkstaetten-woebbelin.de
Web: www.gedenkstaetten-woebbelin.de
Marcus Barwitzki
Freier Künstler
Sieverstorstraße 57
39106 Magdeburg
Tel.: 01713775061
Email: fly@komind.org
Wer Interesse hat, kann sich bereits jetzt für den Kunstworkshop in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin anmelden!
Teilnahmegebühr:
Erwachsene: 20 Euro für 2 Tage (incl. Getränke und Verpflegung)
Jugendliche ab 14 Jahren für für 2 Tage (incl. Getränke und Verpflegung)


