Projektstart beim Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.: Bedarfsstudie zum Erhalt der europäischen NS-Gedenkstätten
Besorgt um die Zukunft der historischen Gedenkorte verabschiedeten Vertreter von zehn internationalen Lager-Komitees im Jahr 2009 in Berlin die Resolution Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen. Den Überlebenden ging es dabei nicht allein um den "physischen" Erhalt der KZ-Gedenkstätten. Sie regten außerdem an, Gedenken, Aufklärung und Demokratieerziehung fortan als gesamteuropäische Aufgabe zu begreifen. Diese Forderungen wurden kurze Zeit später bei der Holocaust Era Assets Conference in Prag aufgegriffen und flossen auch in die dort verabschiedete "Terezin Declaration" einVon dieser Absichtserklärung ausgehend unternimmt der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V., finanziell unterstützt vom deutsch-tschechischen Zukunftsfond und dem European Shoah Legacy Institute (ESLI), nun die für eine Neuordnung der Verantwortlichkeiten notwendigen ersten Schritte: Eine Bedarfsabfrage bei NS-Gedenkstätten, die innerhalb der europäischen Union liegen, soll in den kommenden neun Monaten die Datengrundlage schaffen, auf deren Basis ein zukünftiges europäisches Finanzierungskonzept dieser Erinnerungs- und Lernorte erstellt werden kann. Die Gefahr der Schließung von NS-Gedenkorten aus Geldmangel, wie zuletzt im Sommer 2011 in Sobibor geschehen, soll damit langfristig gebannt werden.
Bei der Befragung der verschiedenen Institutionen wird es nicht allein um bauliche Mängel und laufende Kosten für den Unterhalt der Gedenkstätten gehen, vielmehr sollen auch Daten zur pädagogischen Arbeit erhoben werden. Dadurch kann, unabhängig von Größe und historischer Bedeutung des "Tatorts", festgestellt werden, welche Einrichtungen sich als Lernorte national und international etabliert haben und sich daher für eine gezielte Projektförderung besonders empfehlen. Das Kölner Team – Dr. Jost Rebentisch als Projektleiter, Dr. Ruth Oelze als Assistentin – wird bei diesem Vorhaben inhaltlich eng mit den Kooperationspartnern ESLI, dem Internationalen Auschwitz-Komitee sowie dem Verband der befreiten politischen Häftlinge und ihrer Angehörigen zusammen arbeiten.
Im Sommer 2012 sollen die Ergebnisse der Studie veröffentlicht werden.
Kontakt: Dr. Ruth Oelze
BUNDESVERBAND INFORMATION &
BERATUNG FÜR NS-VERFOLGTE e.V.
Projekt "Erhalt der europäischen KZ-Gedenkstätten"
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