Wanderausstellung „Im Totaleinsatz“. Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds sucht die Möglichkeit, die Ausstellung über tschechische Zwangsarbeiter an weiteren Orten in der BRD zu präsentieren
Bereits seit drei Jahren wird in Deutschland die Wanderausstellung „Im Totaleinsatz“ präsentiert, die die Entstehung und Entwicklung der Zwangsarbeit auf dem Gebiet des Protektorats Böhmen und Mähren, sowie die Schicksale von Hunderttausenden tschechischen Zwangsarbeitern darstelltDie deutsche Fassung der Ausstellung wurde durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors erstellt. Nach den Präsentationen in Berlin und Prora (Rügen) wird die Exposition in der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Mittelbau-Dora gezeigt, wo sie bis März 2011 in der authentischen Umgebung der Lagerbaracken besichtigt werden kann.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds bietet Museen oder Ausstellungs- und Bildungsinstitutionen an, die Ausstellung auszuleihen und in weiteren deutschen Städten und Gemeinden zu zeigen. Information und Kontakt: Deutsch-Tschechischer-Zukunftsfonds, Martin Hořák, Tel.: +420 283 850 512, maho@fb.cz.
Nach der Errichtung des „Protektorats Böhmen und Mähren“ übten deutsche Behörden wachsenden Druck auf die tschechische Bevölkerung aus, sich zur Arbeit in Deutschland zu melden. Die immer drastischeren Rekrutierungsmaßnahmen gipfelten nach dem Amtsantritt Fritz Sauckels als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Frühjahr 1942 in der Dienstverpflichtung ganzer Jahrgänge der Protektoratsjugend. Insgesamt mussten ungefähr 400.000 bis 600.000 vorwiegend junge Frauen und Männer Zwangsarbeit leisten.
Die Ausstellung zeigt die Maßnahmen zur Rekrutierung tschechischer Arbeitskräfte im damaligen Protektorat sowie deren Arbeits- und Lebensbedingungen. Dokumentiert wird zudem das System von Arbeit und Strafe in den „Arbeitserziehungslagern“. Die Ausstellung stellt auch die Sklavenarbeit der KZ- und Strafanstaltshäftlinge sowie die spezifische Situation tschechischer Juden und Roma dar. Im letzten Abschnitt widmet sich die Ausstellung dem langen Weg bis zur Entschädigung der Betroffenen. Außerdem werden beispielhaft einige ehemalige Opfer mit Kurzbiografien vorgestellt.
Zu sehen sind fast 250 vor allem persönliche Dokumente und Fotografien, die aus Privatsammlungen stammen und in dieser Ausstellung erstmals öffentlich präsentiert werden. Bestandteil der Exposition sind auch Videogespräche mit Zeitzeugen mit deutschen Untertiteln und Hefte mit schriftlichen Erinnerungen der ehemaligen Zwangsarbeiter. Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog mit Abbildungen aller präsentierten historischen Materialien erhältlich.
Ausstellungsparameter:
Die Exposition bilden elf thematische Abschnitte. Die Tafeln mit Texten, Dokumenten und Fotografien sind auf Metallständern befestigt, die nach einem architektonischen Entwurf extra für diese Ausstellung angefertigt wurden. Die Exposition benötigt in etwa eine Grundfläche von 150-160 qm. Zur technischen Ausstattung gehören ein Dataprojektor und eine Tonanlage.



