Paula Oppermann

Ausstellung »Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944«

Gedenkstättenrundbrief Nr. 184 (12/2016) S. 41

Am 22. Juni 1941 griffen die deutschen Wehrmacht und ihre Verbündeten die Sowjetunion a-n. Wenngleich der Kampf gegen Polen im September 1939 bereits Grundzüge des allumfassenden Terrors getragen hatte, unterschied sich der Vernichtungskrieg ab Sommer 1941 von den vorangegangenen Feldzügen. Die Wehrmacht plante die Eroberung der Sowjetunion unter Missachtung völkerrechtlicher Normen. Die Zerstörung des sowjetischen Staats, die rücksichtslose wirtschaftliche Ausplünderung und der massenhafte Tod von Zivilisten – mittels einer systematischen Hungerpolitik und Erschießungen – waren zentrale Kriegsziele. Bis 1945 kamen in den besetzten sowjetischen Gebieten allein 14 Millionen Zivilisten um.

Diese Ausstellung nimmt vor allem diejenigen Verbrechen in den Blick, die die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD,  deutsche Polizeieinheiten sowie einheimische Helfer verübten. Vom ersten Tag des Überfalls an wurden neben den kommunistischen Funktionsträgern jüdische Männer Opfer massenhafter Morde. Ab Ende Juli 1941 weiteten die Besatzer das Verbrechen auf jüdische Frauen und Kinder aus. Bis 1944 starben zwei Millionen Juden in der Sowjetunion bei Erschießungen oder in sogenannten Gaswagen – über ein Drittel aller Holocaustopfer. Auf gleiche Weise verloren auch etwa 30 000 Roma und 17 000 Patienten psychiatrischer Anstalten ihr Leben.

Zahlreiche deutsche und ausländische Gerichte beschäftigten sich mit den Verbrechen, oft erst Jahrzehnte später. Mit dem Handeln der Täter setzten sich in der Folge auch Geschichtswissenschaft, Soziologie und Psychologie auseinander. Die Ausstellung greift ihre Erkenntnisse auf. Zugleich erinnert sie an die Opfer, von denen häufig nicht einmal mehr die Namen bekannt sind.

 

Die Wanderausstellung kann ausgeliehen werden. Sie benötigt etwa 200qm Fläche. Neben Ausstellungstafeln führen Vertiefungsstationen mehrere Massenerschießungsorte sowie Filme und Interviews aus. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben. Kosten für Transport, Auf- und Abbau sowie Versicherung sind vom Leihnehmer zu tragen.Ansprechperson für weitere Rückfragen: Peter Eckel, Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchner Straße 8, 10963 Berlin, eckel@topographie.de, (030) 254509-13.

 

Paula Oppermann gehörte gemeinsam mit Dr. Ulrich Baumann und Christian Schmittwilken zum Ausstellungsteam der gemeinsam von den Stiftungen Denkmal für die Juden Europas und Topographie des Terrors erarbeiteten Ausstellung.-