Marcus Meyer und Christel Trouvé

Denkort Bunker Valentin

Gedenkstättenrundbrief Nr. 188 (12/2017) S. 3-4

EINE ERSTE BILANZ ZWEI JAHRE NACH DER ERÖFFNUNG

Am 8. November 2015 wurde der »Denkort Bunker Valentin« in Bremen-Farge feierlich eröffnet, fünf Jahre nach dem offiziellen Beginn der Umgestaltung. Zwei ehemalige Häftlinge und über 150 Gäste aus dem europäischen Ausland, darunter viele Angehörige ehemaliger Zwangsarbeiter, waren anwesend. Seit diesem Tag ist der ehemalige U-Boot-Bunker »Valentin«, eine der größten Hinterlassenschaften der deutschen Marinerüstung während des Zweiten Weltkriegs, als Ort der Erinnerung an das System der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus während der offiziellen Öffnungszeiten frei zugänglich.1

64 000 Menschen aus dem In- und Ausland, darunter fast 20 000 Jugendliche, haben bis Ende Oktober 2017 das monströse Bauwerk besucht, das U-Boot-Werft hätte werden sollen und der Bundesmarine von 1960 bis Ende 2010 als »Marinematerialdepot Bremen-Farge, Teileinheit Wilhelmshaven« diente. Viele kommen, um sich über die Bedingungen während des Bunkerbaus, die umliegenden Zwangsarbeiterlager und die Biografien der ehemaligen Zwangsarbeiter zu informieren. Andere zieht der Bunker als Bauwerk an, seine Dimensionen, die technischen Aspekte seines Baus. Wiederum Andere interessieren sich für alles, was einen Bezug zum U-Boot-Krieg hat. Während der Bunker »Valentin« also vor allem für die wenigen noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter, ihre in der ganzen Welt verteilten Angehörigen oder die Verbände ehemaliger Häftlinge ein Ort des Gedenkens, der Trauer und der Erinnerung ist, sehen einige Besucherinnen und Besucher darin den »Bunker für Hitlers Super-U-Boote«2, einen »Spukort« oder gar einen »Dark place« bzw. einen »Lost place«.3 Über den Weg zum »Denkort Bunker Valentin«, über das Spannungsverhältnis zwischen eigenem Anspruch und unterschiedlichsten äußeren Erwartungen an den zweitgrößten überirdischen Bunker Europas und über die ersten Erfahrungen am neuen Denk-Ort wird im Folgenden berichtet.

 

Die Vorgeschichte: Marinerüstung – Zwangsarbeit – Erinnerung

Die Bauarbeiten am Bunker »Valentin« begannen Anfang 1943.4 Am Ufer der Weser, etwa 35 Kilometer vom Bremer Stadtzentrum entfernt, aber in großer Nähe zur Werft »Bremer Vulkan« im Stadtteil Vegesack, sollte eine verbunkerte U-Boot-Fabrik für die Endmontage des neuen U-Boot-Typs XXI entstehen. Die Entwicklung dieses Bootes war die Konsequenz aus den zunehmenden Verlusten der deutschen U-Boot-Flotte im Atlantik. Es sollte die taktischen Defizite der bis dahin gängigen U-Boot-Typen ausgleichen und den von Großadmiral Karl Dönitz offensiv angekündigten Beitrag der Kriegsmarine zum »Endsieg« leisten. Weil aber die deutsche Luftwaffe die Lufthoheit über dem Reichsgebiet zu diesem Zeitpunkt längst verloren hatte, sollte die Produktion vor alliierten Angriffen geschützt werden. Dafür wurde ein Bau benötigt, der jedem Bombenangriff standhalten und außerdem eine Massenproduktion ermöglichen würde. Dönitz und Albert Speer, als Reichminister für Bewaffnung und Munition für den eigentlichen Bau verantwortlich, hofften so den alliierten Nachschub über den Atlantik unterbrechen zu können. Der Bau des Bunkers erhielt deshalb absolute Priorität. Die Baustelle wurde bevorzugt mit Baumaterialien, Maschinen, vor allem aber mit Arbeitskräften versorgt. Ab Sommer 1944 arbeiteten etwa 8 000 Menschen täglich unter Zwang in Bremen-Farge: KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene, zivile Zwangsarbeiterinnen und -Arbeiter aus Ost- und Westeuropa und die Insassen eines »Arbeitserziehungslagers« der Bremer Gestapo. Untergebracht waren die Gefangenen aus allen Teilen Europas in einer Reihe von Lagern nordöstlich der Baustelle. Dazu gehörte mit dem KZ Farge das drittgrößte Außenlager des KZ Neuengamme. Zwei alliierte Luftangriffe beschädigten Ende März 1945 den Rohbau der Werft und zerstörten die umliegende Baustelle. Die Arbeiten mussten Anfang April eingestellt werden, der Bunker war zu diesem Zeitpunkt zu fast 80 Prozent fertiggestellt. Die Räumung der Baustelle begann. Am 10. und 11. April 1945 verließen zwei Todesmärsche das KZ Farge, einer in Richtung KZ Bergen-Belsen, der zweite in Richtung KZ Neuengamme und Lübecker Bucht. Auch die übrigen Lager wurden geräumt. Etwa 1 600 Menschen waren bis zu diesem Zeitpunkt Opfer von Hunger, Krankheiten, den Arbeitsbedingungen oder der Gewalt der Wachmannschaften geworden.

Anfang Mai 1945 besetzten britische Truppen Bremen-Nord und die Bunkerbaustelle. Statt auf ausgemergelte Gefangene und Leichenberge, wie etwa in Bergen-Belsen, stießen sie in Bremen-Frage auf fast leere Lager und eine monströse, aber verlassene Baustelle. Der Zusammenhang zwischen Bunkerbau und Zwangsarbeit war deshalb vermutlich schon für die britischen Truppen nur schwer nachvollziehbar. Dementsprechend waren es nicht ehemalige Häftlinge, die den Befreiern vom Bunker »Valentin« berichteten, sondern die beiden verantwortlichen Ingenieure, Erich Lackner und Arnold Agatz. Beide priesen ihr Bauwerk als technische Meisterleistung und trugen in den folgenden Jahren erheblich dazu bei, dass der Bunker erhalten blieb, statt gesprengt oder mit Bombenschutt aus Bremen überschüttet zu werden.

Schon bald wurde deshalb aus einem Ort, der ein Mahnmal hätte werden können, ein architektonisches Spektakel, das bereits 1953 widerspruchslos und ohne jeglichen Hinweis auf Ambivalenzen als »8. Weltwunder am Weserstrand«5 bezeichnet wurde. Ab 1960 wurde in Teilen des Bunkers das bereits erwähnte »Marinematerialdepot« eingerichtet und es verschwand im Kontext des Kalten Krieges aus Gründen der militärischen Geheimhaltung von den Landkarten. Erinnerung an Zwangsarbeit, an die Opfer des Bunkerbaus, fand jahrzehntelang nicht statt. Erst als sich Anfang der 1980er-Jahre zwei Journalisten von Radio Bremen mit der Geschichte der inzwischen abgerissenen und bis auf wenige Überreste vollständig verschwundenen Zwangsarbeiterlager beschäftigten, nach Zeitzeugen suchten und ein längeres Radiofeature produzierten, rückte der Bunker »Valentin« wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.6 Als Folge dieses Prozesses und erstes sichtbares Zeichen der Erinnerung konnte im September 1983 in Anwesenheit ehemaliger Zwangsarbeiter und zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft das Mahnmal »Vernichtung durch Arbeit« des Bremer Künstlers Fritz Stein vor dem Bunker eingeweiht werden. Der Einrichtung einer Gedenkstätte allerdings stand bis Ende 2010 die Nutzung des Ortes als Bundeswehrdepot entgegen. Erst am 31. Dezember jenes Jahres verließ die Bundeswehr den Bunker »Valentin« und übergab ihn der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese stellt seitdem einen Teil des Bunkers und das Erdgeschoss des ehemaligen Stabsgebäudes der Bundeswehr der Landeszentrale für politische Bildung Bremen kostenpflichtig zu Verfügung, um nun doch – nach fast 70 Jahren – eine Gedenkstätte betreiben zu können.

Das Konzept: forensische Pädagogik und konzentrische Kreise

Das im Auftrag von Senat und Bürgerschaft von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen erstellte Konzept für die Neugestaltung des Ortes und die Einrichtung eines »Denkortes« wurde vor Abzug der Bundeswehr vorgelegt und sowohl vom damaligen Beauftrageten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, als auch vom zuständigen Expertengremium für förderungsfähig erklärt.7 Damit war ab Januar 2011 der Weg für die Umgestaltung zu einem Ort der Erinnerung frei, gefördert jeweils zur Hälfte von Bund und Land Bremen. Die zentrale Herausforderung bestand darin, den inzwischen nahezu vollständig getilgten Zusammenhang zwischen dem vermeintlichen »Weltwunder« und der Geschichte der Zwangsarbeit an diesem Ort wieder sichtbar zu machen und der schwer zu ignorierenden technischen Faszination des Gebäudes die Geschichte des Baus selbst entgegenzustellen. Die Konzeption orientierte sich an zwei Leitideen: der »forensischen Pädagogik« und der »konzentrischen Kreise«.

Im Rahmen der forensischen Herangehensweise geht es darum, den Bunker »Valentin« wieder als das verstehbar zu machen, was er in aller erster Linie ist: ein Tatort nationalsozialistischer Gewaltverbrechen. Den Begriff der »forensischen Pädagogik« hat Matthias Heyl, pädagogischer Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, vorgeschlagen, um die noch verbliebenen baulichen Relikte der Tatorte deutscher Gewaltverbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus in die didaktische Arbeit der Gedenkstätten zu integrieren.8 Der kriminalistische Begriff der Forensik zielt darauf, die baulichen Überreste der historischen Tatorte sowie die erhalten gebliebenen Quellen, Fotografien oder Filme als Beweise für Gewaltverbrechen deut- und verstehbar zu machen. Heyl versteht die hinterlassenen Dinge im forensischen Sinne als Beweise der Tat, also als Asservate. Diese gelte es aufzufinden und quellenkritisch zu deuten, um die Orte als Orte einer Tat im Sinne eines objektiv nachweisbaren Verbrechens markieren zu können. Diesem Ansatz folgend ist der Bunker selbst das größte noch vorhandene Asservat. Weitere bauliche Relikte finden sich im direkten und weiteren Umfeld der ehemaligen Baustelle. Über 1 000 Bilder, hunderte Dokumente, über 100 Stunden Interviews sowie einige zeitgenössische Exponate ergänzen und kontextualisieren die zunächst schwer zu entschlüsselnden materiellen Überreste.

Das Konzept der konzentrischen Kreise wiederum dient dazu, einen selbst in Bremen oft nur wenig bekannten Ort inhaltlich wie geografisch wieder in den historischen Zusammenhang einzuordnen. Dies bedeutet zu zeigen, dass es sich beim Bunker »Valentin« inhaltlich um einen Ort handelt, der in der Zeit des Nationalsozialismus im Kontext von »Totalem Krieg«, Marinerüstung, Zwangsarbeit, Wunderwaffenglauben und Lagersystem errichtet worden ist. Geographisch handelt es sich zwar um einen abgelegenen Ort im Norden Bremens, der bis heute selbst von Einheimischen bisweilen nur schwer gefunden wird. Dennoch weist er geografische Bezüge auf, die ihn nicht nur zum Teil bremischer Geschichte, sondern im Kontext des Atlantikwalls und angesichts der Herkunft der Zwangsarbeiter aus fast allen europäischen Ländern zum Teil der Geschichte Europas im Krieg werden lassen.9

Der Umstand, dass sich beide Aspekte – der Bunker als Tatort nationalsozialistischer Verbrechen und als Teil der Geschichte des »Totalen Kriegs« in Europa – nach langen Jahren des Beschweigens und Verdrängens nicht sofort erschließen, beeinflusst die Umsetzung der genannten Ansätze in Informationssysteme. Die eingangs erwähnten unterschiedlichen Interessen und Erwartungen, die der Bunker »Valentin« weckt, ziehen ein Publikum an, das wesentlich heterogener zu sein scheint als in KZ-Gedenkstätten. Neben Schulklassen, Volkshochschulen oder Uni-Kursen buchen auch Kegelklubs, Reservistenkameradschaften, Seniorengruppen oder Ingenieurverbände Führungen oder Seminare. Den unterschiedlichen Gründen für einen Besuch des Denkorts entsprechen unterschiedliche Vorkenntnisse und Erwartungen der Besuchenden enden. Während einige aufgrund des spezifischen Interesses am Thema Zwangsarbeit viel Vorwissen zu unterschiedlichen Formen der Zwangsarbeit oder dem Lagersystem mitbringen, sind eher freizeitorientierte Gruppen gelegentlich erstaunt, dass Zwangsarbeit überhaupt eine Rolle beim Bau des Bunkers gespielt hat. Wieder andere stellen die Frage, wo denn ein U-Boot zu besichtigen sei und wundern sich, dass der Denkort kein Technikmuseum ist.10 Ein weiteres Phänomen, das in KZ-Gedenkstätten eher selten anzutreffen ist, ist der Besuch von ganzen Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter. Letztere werden unter Umständen das erste Mal mit dem Thema Nationalsozialismus konfrontiert und stoßen auf Informationen, die niedrigschwellig, aber keineswegs altersgerecht dargestellt sind.

 

Die Informationsangebote: Rundweg, Multimediaguide, Ausstellung

Anspruch des Denkortes ist es, diese Interessenvielfalt wahr- und die Fragen der Besucher und Besucherinnen ernst zu nehmen und sie als Chance zu begreifen, um von ihnen ausgehend neue Betrachtungsweisen über das ursprüngliche Interesse hinaus zu eröffnen. Im Mittelpunkt der Informationsvermittlung stehen die »Asservate«, die Spuren des Verbrechens, die auf den Zusammenhang zwischen Bunkerbau und Zwangsarbeit verweisen. Der Bunker selbst ist das größte Exponat. Viele weitere Spuren finden sich auf dem Baustellen- und dem Lagergelände sowie im Dorf Farge. Von diesen Spuren ausgehend wurde ein Rundweg entwickelt, der entlang von 26 Stationen um und durch den Bunker führt. Die Stationen erzählen die Geschichte des Ortes nicht chronologisch, sondern thematisch. Ausgangspunkt ist immer ein Ort, der durch ein bauliches Relikt, ein Foto, ein Dokument oder eine andere Quelle gekennzeichnet ist. So wird die Ernährungslage auf der Baustelle dort erläutert, wo während der Bauzeit die Kantine stand und heute nur noch eine bewaldete Senke zu sehen ist. Die Reste einer Betonmischanlage sind Ausgangspunkt für eine Beschreibung der Arbeitsbedingungen, kontextualisiert durch einen Zeitzeugenbericht zu einem der am meisten gefürchteten Arbeitskommandos auf der Baustelle, dem sogenannten Zementkommando. Die jeweiligen Spuren werden mit einer historischen Fotografie kenntlich gemacht, die in aller Regel dort platziert ist, wo der Fotograf für die Aufnahme stand. Sie werden auf einem Geländeplan geografisch verortet und in einem kurzen Überblickstext erläutert. Ein Multimediaguide bietet an fast allen Stationen vertiefende Informationen in Form eines im Schnitt etwa zweiminütigen Features und zusätzliches Bildmaterial. Wie auf dem Rundweg spielen darin die Stimmen und die dazugehörigen Biografien von ehemaligen Zwangsarbeitern eine zentrale Rolle.

Die entlang des Rundwegs verteilten Informationen werden im Informationszentrum zusammengeführt und vertieft. Ein Medientisch bietet eine geografische und zeitliche Verortung an. Auf dem Tisch selbst ist eine topografische Animation zu sehen, die grafisch und mit kurzen Texten zeigt, wie aus der ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Region Farge-Rekum innerhalb weniger Jahre eine Rüstungs- und Lagerlandschaft von enormem Ausmaß wurde und wie diese Landschaft nach Ende des Krieges in kürzester Zeit wieder verschwand. Die einzelnen Kapitel werden von einer Wandprojektion eingeleitet, die abwechselnd zeitgleich entstandene Bilder aus Bremen-Farge und aus dem allgemeinen Weltgeschehen zeigt. Ein Bild von General Paulus kurz nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad wird mit der Aufnahme einer Blumenwiese kontrastiert, auf der nur wenige Wochen später die Bauarbeiten am Bunker »Valentin« begannen. So wird darauf hingewiesen, dass der Bau des Bunkers »Valentin« im Kontext des Mitte Februar 1943 von Propagandaminister Joseph Goebbels verkündeten »Totalen Kriegs« zu sehen ist. Die Besucherenden können den Bunkerbau geografisch wie historisch in einen größeren Kontext einordnen.

In einer vertiefenden Ausstellung werden ferner Themen angerissen, die zwar einen direkten Bezug zum Ort haben, jedoch nicht über eine Spur entlang des Rundweges angesprochen werden konnten, so zum Beispiel die zwischen zwei und acht Kilometer von der Baustelle entfernten Lager, die Beziehung zwischen Dorf und Baustelle oder das Weiterleben der ehemaligen Zwangsarbeiter und deren Familien nach Kriegsende. Auch hier wird jedes Thema mit einem Exponat verknüpft. Auch hier stehen die ehemaligen Zwangsarbeiter und die im Umfeld der Baustelle eingesetzten Zwangsarbeiterinnen im Zentrum der Erzählung: Auf eine Wand werden exemplarisch die Namen und alle verfügbaren Informationen von über 300 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter projiziert.

Zusammengenommen ergeben diese verschiedenen Elemente einen ersten Einblick in die Geschichte des Bunkerbaus. Sie sind modular und erweiterbar: weitere Stationen auf dem Rundweg, weitere Themeninseln in der Ausstellung und weitere Audio- und Videodateien auf dem Mediaguide sollen zukünftig integriert werden.

Die Gestaltung der Informationselemente ist das Ergebnis eines anonymisierten Wettbewerbes, zu dem 2012 fünf Büros eingeladen wurden. Eine der wenigen Vorgaben an die Büros bestand darin, sich nicht an bereits vorhandenen Gestaltungslösungen für vergleichbare Orte zu orientieren. Stattdessen sollten sie der außergewöhnlichen Gestalt und Funktion des Bunkers gerecht werden und Ungewöhnliches vorschlagen. Der Siegerentwurf überzeugte in diesem Sinne sowohl mit seinem mutigen Farbkonzept, bestehend aus Petrol und Anthrazit als Leitfarben, als auch mit einem Betonband als Informationsträger, das aufgrund seiner Beschaffenheit ein Gegengewicht zum Bunker selbst schafft. Aus dem ursprünglichen Betonband wurde in einem konstruktiven Prozess zwischen Gestaltern und dem Denkort Bunker Valentin das modulare System der 26 Stationen und ihrer verschiedenen Elemente, einschließlich des Medientisches und der vertiefenden Ausstellung im Informationszentrum.11 Dieses Design wurde Grundlage aller weiteren digitalen und gedruckten Informationsmedien.

 

Kunst und Kultur

Zum Vermittlungskonzept am Denkort gehören auch Kunst und Kultur als alternative Formen der Impulssetzung. Künstlerische Interventionen sprechen weitere Sinne an und sollen den klassischen historisch-musealen Zugang ergänzen, beleben und nach Möglichkeit auch immer wieder konterkarieren. Der gezielte Einsatz künstlerischer Formate kann den Bunker anders zum Sprechen bringen. Kulturelle Veranstaltungen haben im Bunker »Valentin« ohnehin eine gewisse Tradition. So führte das Bremer Theater über sechs Spielzeiten (1999–2005) »Die letzten Tage der Menschheit« von Karl Krauss in einer Inszenierung von Johann Kresnik auf. In den Jahren 2000 und 2002 spielten die Internationale Friedensschule Bremen Nord und das Jugendorchester SADAKO die von Michael Lenz kompinierte »Cantate pour la vie«, die auf Gedichten von André Migdal und Klaas Touber beruht, zwei Überlebenden des Bunkerbaus. Veranstaltungen wie diese öffneten ab Ende der 1990er-Jahre einem breiteren Publikum einen ersten Weg in den bis dahin militärisch gesicherten Bunker.

Bereits im Rahmen des Aufbaus und anlässlich der offiziellen Eröffnung des Denkorts fanden erste künstlerische Interventionen statt, so zum Beispiel eine Collage von Stimmen ehemaliger Zwangsarbeiter, entwickelt mit dem »Bremer Theater der Versammlung«. Im ersten Halbjahr 2017 konnten größere Projekte realisiert werden: Die Bremische Evangelische Kirche führte anlässlich des Luther-Jahres »Anne! Damit wir klug werden« auf, eine Vertonung des Tagebuches von Anne Frank für Chor und Blechbläser. Wenig später präsentierten Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Bremen-Osterholz das mit ihren Lehrerinnen konzipierte Gedenkkonzert »Ohr der Menschheit … würdest Du hören?«, eine Mischform aus Gesang, Musik und Tanz. Im Sommer konnten dann in Kooperation mit der Hochschule Bremen die Ergebnisse eines deutsch-französischen Austausches von Studierenden der Hochschule für Künste Bremen und der Ecole Européenne Supérieure d’Art, Brest (Frankreich) gezeigt werden: »Regarding Bunker« präsentierte in der Form einer Ausstellung künstlerische Fragen von deutschen und französischen Studentinnen und Studenten an die Bunker in Bremen-Farge und im französischen Brest. Weitere Projekte sollen in den kommenden Jahren folgen, darunter eine szenische Lesung des Bremer Projektes »Aus den Akten auf die Bühne« zum Schwerpunkt »Arbeitserziehungslager«.12

 

Bildungsangebote

Neben den geschilderten Informationselementen und Kulturangeboten, die sich in erster Linie an Individualbesuchende richten, werden am Denkort verschiedene Seminarformen für Schulklassen und Erwachsenengruppen angeboten. Solche Gruppen können sich in einem drei- oder einem fünfstündigen Format mit der Geschichte des Bunkers »Valentin« auseinandersetzen.13 Der Denkort versteht sich dabei als außerschulischer Lernort. Die angebotene politisch-historische Bildungsarbeit zielt eher darauf, Geschichte zu hinterfragen, als auf faktenvermittelnde Frontalpädagogik, bei der die Fragen der Referentinnen und Referenten den Verlauf des Seminars bestimmen. Stattdessen stehen die Teilnehmenden selbst als Fragende im Mittelpunkt. Ihre Fragen und die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppen sind die Orientierung für die Seminarleitung. Hierzu werden als Einstieg laminierte Fotografien oder Grafiken aus dem Kontext des Bunkerbaus bzw. seiner Nachkriegsgeschichte, ikonografische Fotografien aus der NS-Zeit oder irritierende Bilder genutzt. Aus dem daraus entstehenden Interaktionsprozess lassen sich Rückschlüsse auf das Vorwissen ziehen und es kristallisieren sich Fragen und Stränge heraus, die als Grundlage für die folgenden Inputs der Seminarleiter/-innen dienen.

Neben Bildungsurlauben und Fortbildungen für Schulpädagoginnen und -pädagogen wurden und werden laufend neue Formate entwickelt, häufig auch zusammen mit Gruppen, die ein spezielles Interesse an bestimmten Aspekten der Geschichte des Bunkers »Valentin« haben. Dazu gehören die Arbeit mit Filmmaterialien, die Begehung des ehemaligen Lagergeländes sowie Kooperationsprojekte mit Schulen, der Bremer Universität oder der Landesarchäologie, aber auch schulischen und außerschulischen Institutionen im Ausland, zurzeit vorwiegend aus Frankreich und Italien. So dient das Tagebuch eines ehemaligen italienischen Militärinternierten aus der Toskana, Elio Materassi, als Grundlage für eine intensivere Auseinandersetzung mit einer in der Öffentlichkeit immer noch zu wenig beachteten NS-Opfergruppe.14 Ein weiteres besonderes Format stellen die »Juniorguides« dar, bei dem Schülerinnen und Schüler auch unterer Jahrgänge zu Guides ausgebildet werden.15 Im Rahmen eines jährlichen Workshops wird mit ihnen ein Führungsskript entwickelt, das sich an Gleichaltrige richtet. So bieten die Juniorguides inzwischen auch Familienführungen an, in denen die Geschichte des Ortes altersgerecht vermittelt werden kann. Zusätzlich wird in Kooperation mit der »Partnerschaft für Demokratie« und der Grundschule Bremen-Farge eine Audioführung von und für Kinder im Grundschulalter entwickelt. Sie soll im kommenden Jahr auf dem Mediaguide verfügbar sein.

In den vergangenen zwei Jahren spielte außerdem die Auseinandersetzung mit der Frage eine zentrale Rolle, ob es ein besonderes Angebot für Menschen mit Migrations- vor allem aber mit Fluchthintergrund braucht und wenn ja, welche Botschaft ein solches Angebot haben sollte.16 Ausgangspunkt waren hier einerseits die zunehmenden Anfragen sogenannter Vorklassen, in denen Geflüchtete unterrichtet werden, bevor sie in den regulären Schulunterricht integriert werden. Andererseits stieg die Anzahl regulärer Schulklassen mit bereits integrierten Geflüchteten. Ausgangspunkt aller Überlegungen waren auch hier die Geflüchteten selbst. Im Rahmen von mehreren Workshops wurden Geflüchtete, die entweder erst seit Kurzem oder bereits längere Zeit in Bremen leben, zum Denkort eingeladen. Die zentrale Frage war, ob sie überhaupt und wenn ja, welches Interesse sie an Orten zur Erinnerung an den Nationalsozialismus haben. Die Teilnehmenden hatten, wie schnell klar wurde, großes Interesse: einerseits an der Geschichte selbst, andererseits an den Formen der Aufarbeitung der Verbrechen, sei es auf der juristischen Ebene, sei es auf der Ebene der Erinnerungsarbeit in den deutschen Gedenkstätten. Vor allem aber waren für die meisten die Bezüge zu ihren eigenen Flucht- und vielfach Gewalterfahrungen zentral. Das Sprechen über die deutsche Geschichte an diesen Orten war Anlass, um über eigene Erfahrungen zu sprechen. Die Begegnungen wurden somit zu Kommunikationsforen, geprägt von gegenseitigem Interesse und einem intensiven voneinander lernen. Die aus diesen Workshops entstandenen Formate wurden also weniger für, sondern vor allem mit Geflüchteten entwickelt. Einerseits zielen sie auf das »Empowern«, unter anderem durch die Ausbildung von Menschen mit Fluchterfahrung zu Multiplikatoren am Denkort, und auf die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft für ihre Erfahrungen. Andererseits sind sie vor allem Ort eines intensiven Austausches und gemeinsamen Nachdenkens über unterschiedliche Geschichte und gemeinsame Gegenwart.

Herausforderungen

Die Arbeit insbesondere mit den Geflüchteten führt zu einer zentralen Frage: Welche Rolle haben Gedenkstätten in der Gegenwart? Die Teilnehmenden der Workshops betonten vor allem einen Aspekt: Gedenkstätten sollten als Bewahrerinnen des Erbes der Überlebenden, der Forderung »nie wieder!«, einen Beitrag zu einer humanen, den Menschenrechten verpflichteten Politik nicht zuletzt gegenüber Geflüchteten leisten. Diese Bitte berührt die zentrale und gerade einem Diskussionsprozess ausgesetzte Frage nach dem Selbstverständnis der Orte der Erinnerung an den Nationalsozialismus. Mögliche Antworten liegen in einem Spannungsfeld zwischen »touristischer Destination« und einem Bildungs- bzw. Erinnerungsauftrag, den das »nie wieder« der Überlebenden legitimiert und der dementsprechend eine Verpflichtung für die Orte und ihre Mitarbeiter/-innen ist oder sein sollte.

Beide Interessen sind legitim. Einerseits sind Orte wie der Denkort Bunker Valentin, aber auch fast alle anderen NS-Gedenkstätten, mittlerweile und bemerkenswert selbstverständlich »touristische Destinationen«, ob das nun gewünscht wird oder nicht. Sie vermelden jährlich neue Besucherinnen- und Besucherrekorde und sind vom »Stigma zum Standortfaktor« (Jörg Skriebeleit) geworden.17 Die Zahlen sind inzwischen eine Währung, sie werden als Ausdruck von Relevanz wahrgenommen und verschaffen Aufmerksamkeit. Mit einem Ort wie dem Bunker »Valentin« am äußersten Rand des Bremer Nordens sind dementsprechend auch ökonomische Hoffnungen verbunden. Der Untergang einer der größten norddeutschen Werften, die Pleite einer der bedeutendsten Wollkämmereien Europas und damit der Wegfall tausender Arbeitsplätze haben den Bremer Norden in eine Strukturkrise gestürzt. Industriell kann dieser Prozess nicht kompensiert werden, deshalb kommt dem Tourismus hier eine besondere Bedeutung zu. Allerdings gibt es nur wenig, was in Sachen Aufmerksamkeit mit Attraktionen wie dem Bremer Rathaus, den Stadtmusikanten oder dem Klimahaus in Bremerhaven konkurrieren könnte. In diesem Sinne verstehen die Marketingexperten den Denkort Bunker Valentin als eine Art touristischen Leuchtturm, der vermehrt Tourismus in den Bremer Norden und damit – so die Hoffnung – zu anderen hiesigen Attraktionen führen soll. Die inhaltliche Ausrichtung des »Denkort« als Ort der Erinnerung an Zwangsarbeit und nicht als Technikmuseum wurde und wird dabei keineswegs infrage gestellt. Wir können und wollen uns diesem Prozess nicht entziehen, da wir einerseits von Infrastrukturprogrammen profitieren und andererseits viel Unterstützung bei der Darstellung unserer Angebote in den Informationsplattformen der Tourismuszentrale bekommen. Der Bunker »Valentin« ist ein abgelegener und nur wenig bekannter Ort und selbstverständlich haben wir ein vitales Interesse daran, dass er erhalten bleibt und von möglichst vielen Menschen wahrgenommen wird. Darüber hinaus wäre es sehr wünschenswert, dass auch der Stadtteil ökonomisch, vor allem aber inhaltlich durch Veranstaltungen oder Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Freizeitheimen profitiert. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, wie die Besucherinnen und Besucher inhaltlich von einem Besuch im Denkort profitieren, welche Relevanz die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Bunkers hat, wie es sich also mit dem Spannungsfeld zwischen touristischem Ziel und Lernort verhält. Beschäftigen sich auch die Einzelbesucherinnen und -besucher nach dem in der Regel etwa 90-minütigen Besuch weiter mit der Geschichte des Ortes oder dem Thema Nationalsozialismus? Führt der Besuch zu einem Nachdenken über Gegenwart? Reicht der Rundgang für einen wirklichen Erkenntnisgewinn? Führt das von Volkhard Knigge, dem Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, so pointiert als Vermittlungsziel eingeforderte kritische Geschichtsbewusstsein auch für die Besucherinnen und Besucher mit touristischem Interesse zu einem kritischen Gegenwartsbewusstsein? Ziehen sie vielleicht sogar Verbindungen zwischen den vergangenen Verbrechen und vielfältig motivierten Ausgrenzungsprozessen, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, alltäglichen und weltweit zu beobachtenden Menschenrechtsverletzungen in der Gegenwart? Denken sie nach einem Besuch des Denkortes anders nach – zum Beispiel über die Ausbeutung von Arbeitskräften auf Stadionbaustellen für die FIFA-Weltmeisterschaften in Russland und Katar? Wird also aus dem Erbe der Überlebenden »Nie wieder Auschwitz« ein universelleres »nie wieder« oder bleibt es bei oft ungläubiger Erschütterung über die NS-Verbrechen oder dem Staunen über die Ausmaße des Bunkers ohne einen Bezug zur eigenen Lebenswelt oder zu einer globalen und komplexen Gegenwart? Allgemeiner formuliert: Bieten die Gedenkstätten ausreichend Hilfestellungen, um diese Bezüge herzustellen oder sind sie zu fokussiert auf die detaillierte und akribische Darstellung der Geschichte der Orte, ohne selbst ausreichend über ihre Bedeutung und ihre Botschaft für die Gegenwart nachzudenken?

Diese Frage und damit das Nachdenken über das Selbstverständnis der Gedenkstätten und ihrer Angestellten werden immer dringlicher, denn hier geht es am Ende um die Relevanz dieser Orte und der Arbeit an und mit ihnen. Das gilt auch und vielleicht in Besonderem Maße für einen Ort wie den Bunker »Valentin«, dem der Charakter als Tatort nationalsozialistischer Gewaltverbrechen weniger deutlich anzusehen ist, als einem ehemaligen Konzentrationslager.

 

Dr. Marcus Meyer hat in Berlin und Bremen Geschichte, Politik und Soziologie studiert. Er ist seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und wissenschaftlicher Leiter des Referats »Denkort Bunker Valentin«.

Dr. Christel Trouvé ist nach dem Studium der Geschichte und der Kunstwissenschaft in Paris und Berlin ebenfalls seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und wissenschaftliche Leiterin des Referats »Denkort Bunker Valentin«.

 

1    Der Denkort Bunker Valentin ist ein Referat der Bremer Landeszentrale für politische Bildung. Der Eintritt während der Öffnungszeiten ist kostenlos. Zu Öffnungszeiten und Gebühren für Führungen und Seminare vgl. www.denkort-bunker-valentin.de.

2    www.welt.de/kultur/history/article13358686/Valentin-Der-Bunker-fuer-Hitlers-Super-U-Boote.html, erschienen am 8. 5. 2011 [6. 9. 2017].

3    Auf dem Portal allmystery.de wird der Bunker »Valentin« als Spukort genannt, versehen mit dem Hinweis »Wo es unglückliche Todesfälle gibt, passieren auch paranormale Vorfälle.«

      (www.allmystery.de/themen/ue112579, Userkommentar von Streckenläufer, 4. 4. 2015, 15.25 Uhr, [6. 9. 2017]). Das »Darkometer« der Seite dark-tourism.com bewertet den Bunker »Valentin« mit 4- (www.dark-tourism.com/index.php/component/content/article/15-countries/individual-chapters/210-bunker-valentin, [6. 9. 2017].

4    Zur Geschichte des Bunkers »Valentin« vgl. Marc Buggeln: Der Bunker »Valentin«. Marinerüstung, Zwangsarbeit und Erinnerung, Bremen 2017, 2. Auflage.

5    Weser-Kurier, 13. 10. 1955.

6    Christian Siegel, Rainer Habel, »Keiner verlässt lebend das Lager«, am 20. Juni 1981 von Radio Bremen gesendete Reportage.

7    Christel Trouvé/Marcus Meyer/Mirko Wetzel, Zweiter Entwurf der Gedenkstätten-Konzeption für den Denkort U-Boot-Bunker Valentin, Mai 2010, www.denkort-bunker-valentin.de/fileadmin/Lernen_Lehren/Texte_und_Karten/Konzeption_Bunker_Valentin.pdf.

8    Vgl. Matthias Heyl, »Forensische Bildung« am historischen Tat- und Bildungsort. Ein Plädoyer gegen das Erspüren von Geschichte, in: Christian Geißler/Bern Overwien (Hrsg.), Elemente einer zeitgemäßen politischen Bildung. Festschrift für Prof. Hans-Fred Rathenow zum 65. Geburtstag, Münster 2010, S. 189–202.

9    Zu den besonderen Merkmalen des Bunkers »Valentin« vgl. Detlef Garbe, »Modernität und Barbarei – Marinerüstung und Zwangsarbeit. Zur Profilierung des ›DenkOrtes‹ U-Boot-Bunker Bremen-Farge in der deutschen Gedenkstättentopographie«, in: Gedenkstättenrundbrief Nr. 148, S. 3–14. Zum Konzept der konzentrischen Kreise vgl. Marcus Meyer: Historische Räume und forensische Pädagogik: die Konzeption des »Denkortes Bunker Valentin« in Bremen, in: Janina Fuge, Rainer Hering, Harald Schmid (Hrsg.), Gedächtnisräume: Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland, Göttingen, 2014, S. 351–365.

10  Vgl. Marcus Meyer: Denkort Bunker Valentin – Pädagogische Überlegungen zum zweitgrößten U-Boot-Bunker Europas in: Historisch-technisches Museum Peenemünde (Hrsg.), NS-Großanlagen und Tourismus. Chancen und Grenzen der Vermarktung von Orten des Nationalsozialismus, Berlin 2016, S. 84–91.

11  Die Gestaltung stammt vom Bremer Büro »oblik«, die Ausführung von der Gruppe für Gestaltung (gfg).

12  Das Projekt »Aus den Akten auf die Bühne« ist eine Kooperation zwischen der Universität Bremen und der Bremer Shakespeare-Company, die bereits mehrfach verschiedene historische Themen in szenischen Lesungen präsentiert hat: www.shakespeare-company.com/programm/aus-den-akten-auf-die-buehne/.

13  Insgesamt haben seit der Eröffnung 140 Projekttage mit 3 600 Teilnehmenden stattgefunden. Das dreistündige Format wurde dabei weitaus öfter angewählt als das fünfstündige.

14  Ein erstes Projekt »In Ricordo« wurde 2014/15 in Kooperation mit dem Verein Heimatfreunde Neuenkirchen e.V. und gefördert durch die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit Schülerinnen und Schülern aus Bremen und Schwanewede durchgeführt. Ein Folgeprojekt, in Kooperation mit einer italienischen Schule, soll im nächsten Schuljahr folgen.

15  Das Projekt »Junior-Guides« wurde im Sommer 2014 im Rahmen vom Wettbewerb »Demokratisch Handeln« ausgezeichnet.

16  Beide in den Jahren 2016 und 2017 durchgeführte, aufeinander aufbauende pädagogische Projekte für Gedenkstätten zu Flucht, Migration und Integration wurden durch die Bundeszentrale für politische Bildung, den Bremer Verein »Erinnern für die Zukunft« und die Landeszentrale für politische Bildung Bremen gefördert.

17  Vgl. Jörg Skriebeleit, Erinnerungsort Flossenbürg. Akteure, Zäsuren, Geschichtsbilder, Wallstein Verlag 2009.