Martina Staats

Neugestaltung der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Gedenkstättenrundbrief Nr. 185 (3/2017) S. 13-22

FERTIGSTELLUNG DES ERSTEN BAUABSCHNITTS MIT MULTIMEDIALER LERNUMGEBUNG UND SANIERUNG UND KOMMENTIERUNG DER HISTORISCHEN ORTE

Das Projekt Neugestaltung

Seit 1990 besteht die Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wolfenbüttel. Sie befindet sich am historischen Ort des für den Freistaat Braunschweig zentralen Strafgefängnisses und einer 1937 eingerichteten Hinrichtungsstätte. Das Strafgefängnis war Teil eines vernetzten Systems von Haftanstalten, das über die Reichsgrenzen hinaus reichte. Heute ist die Gedenkstätte ein europäischer Erinnerungs- und Lernort.

Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel wird bis Ende 2018 mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen und des Bundes mit einem Kostenvolumen von über fünf Millionen Euro grundlegend umgestaltet und erweitert. Ziel der Neugestaltung ist es, ein eigenständiges, forschendes Lernen an den historischen Orten zu ermöglichen. Die besondere Lage der Gedenkstätte innerhalb einer JVA stellt zudem eigene Gegenwartsbezüge her zu Fragen nach der Bedeutung von Justiz, Strafvollzug und Recht.

Am 25. August 2016 wurden der erste Bauabschnitt der Neugestaltung mit der Sanierung und Kommentierung der historischen Orte sowie die Schaffung einer multimedialen Lernumgebung nach zweijähriger Arbeit abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, würdigte in Anwesenheit zahlreicher Gäste die Neugestaltung als Beleg der »herausragenden gesellschaftlichen Relevanz, die Gedenkstätten als zentrale Erinnerungs- und Lernorte auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch besitzen«1.

Das Strafgefängnis Wolfenbüttel – zentraler Tatort im Land Braunschweig
Strafvollzug und Hinrichtungen während des Nationalsozialismus

In vielfacher Hinsicht diente das Strafgefängnis Wolfenbüttel als zentrale Haftanstalt im ehemaligen Land Braunschweig der Umsetzung der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Mordpolitik und der Radikalisierung der Justiz und des Justizvollzugs.

Ab 1933 wurden im Strafgefängnis zunehmend Urteile auf Grundlage nationalsozialistischer Sondergesetzgebung vollstreckt. Mit den Verhaftungswellen nach der »Reichstagsbrandverordnung« und der Einführung der »Heimtückegesetzgebung« wurde das Strafgefängnis Wolfenbüttel in den 1930er-Jahren zentrale Haftstätte für politische Gegner der Nationalsozialisten im Land Braunschweig. Von der Einschränkung der bürgerlichen Grundrechte waren zunehmend auch religiöse Gruppen, wie die Zeugen Jehovas, betroffen. Mit der Verschärfung des Paragrafen 175 setzte ab 1935 auch eine verstärkte Verfolgung Homosexueller ein. Im November 1938 wurden alle im Land Braunschweig nach der Pogromnacht verhafteten jüdischen Männer vor dem Weitertransport in das Konzentrationslager Buchenwald im Strafgefängnis Wolfenbüttel festgesetzt.

Die zunehmende Einbeziehung der Justiz in den Gesamtprozess von Unterdrückung und Vernichtung nicht nur innerhalb des Deutschen Reiches, sondern seit 1939 auch als Teil der Besatzungspolitik zeigt sich beispielhaft am Strafgefängnis Wolfenbüttel: Unter den bei Kriegsende mehr als 2 500 Gefangenen der Strafanstalt war ein besonders hoher Anteil an osteuropäischen Zwangsarbeitern und westeuropäischen Widerstandskämpfern, insbesondere an »Nacht- und Nebel-Gefangenen.« Das Reichsjustizministerium nutzte im Rahmen der Bekämpfung des europäischen Widerstandes das Strafgefängnis Wolfenbüttel als Haftanstalt für über 700 »Nacht- und Nebel-Gefangene« aus Frankreich und Belgien, den Niederlanden und Norwegen. 54 von ihnen wurden nach Verfahren vor dem Volksgerichtshof mit dem Fallbeil hingerichtet, über 57 starben in der Haft.

Insbesondere bei Kriegsende spiegelt das Strafgefängnis Wolfenbüttel die mit dem Kriegsverlauf einhergehenden Radikalisierungsstufen der NS-Besatzungspolitik. Seit 1942 wuchs die Zahl polnischer und osteuropäischer Häftlinge, die als Zwangsarbeiter im Reich gegen die repressiven Aufenthalts- und Arbeitsbestimmungen verstoßen hatten. In der Endphase des Krieges wurde das Strafgefängnis Wolfenbüttel Aufnahmeort für Evakuierungstransporte aus den besetzten Gebieten. So wurden bereits im Sommer 1944 mehrere hundert italienische, später auch polnische Strafgefangene über das Strafgefängnis Wolfenbüttel in eigens angelegte Außenarbeitskommandos in der Region verlegt.

Das Strafgefängnis Wolfenbüttel hatte ab 1937 zudem die Funktion einer der zentralen Hinrichtungsstätten im Deutschen Reich übernommen. Neueste Forschungen ergaben die Zahl von mindestens 527 Exekutionen bis zum 15. März 1945, hierzu gehören auch Verurteilte der Militärjustiz.

Gegen Kriegsende kam es zu einem drastischen Anstieg der Todesrate aufgrund von Überfüllung, Hunger und sich epidemisch ausbreitender Krankheiten. Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Soldaten das Gefängnis.

Am Beispiel des Strafgefängnisses Wolfenbüttel kann somit die weitreichende Beteiligung der deutschen Justiz und des Justizvollzugs an der Durchsetzung, Aufrechterhaltung und Radikalisierung der NS-Herrschaft nachvollzogen werden. Unter britischer Besatzung wurden die Gebäude weiterhin als Gefängnis und bis 1947 als Hinrichtungsstätte verwendet. Bis heute wird das Areal als JVA genutzt.

 

Das Projekt Neugestaltung

Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel wird seit 2012 grundlegend umgestaltet und erweitert.2 Ein erstes Teilprojekt, »Justiz und Verbrechen im Nationalsozialismus: Strukturen und Biografien«, wurde von März 2012 bis Februar 2013 mit der Realisierung der temporären Ausstellung »1933 und das Recht« und einer umfangreichen Materialerfassung abgeschlossen. Grundlage für den anschließenden Projektabschnitt von 2014 bis 2016 war eine bauhistorische Untersuchung und dem Vorliegen einer baufachlichen Studie. In den Jahren 2014 bis 2016 wurde der Rückbau der ehemaligen Hinrichtungsstätte als Gedenkort und Großexponat, die Ausstellung historischer Haftzellen sowie die Erarbeitung einer interaktiven, multimedialen Lernumgebung umgesetzt. Bis 2018 wird die Gedenkstätte um einen Neubau mit einer neu erarbeiteten Dauerausstellung und weiteren multifunktionalen Räumen erweitert.

 

Die Umgestaltung der ehemaligen Hinrichtungsstätte zu einem Gedenkort und -Großexponat

Der zentrale Ort der Gedenkstätte, das ehemalige Hinrichtungsgebäude, war bis 2015 nur in Teilen zugänglich. Erst mit Abschluss der Arbeiten 2016 wurde der historische Grundriss des Gebäudes im Erdgeschoß wieder erkennbar.

Das in den Jahren 1937/38 zur Hinrichtungsstätte umfunktionierte Gebäude wurde im Zuge der Erweiterung der Strafanstalt Wolfenbüttel um 1875 als eingeschossiges Wirtschaftsgebäude (»Oeconomiegebäude«) errichtet. Mit der Umwandlung in eine Hinrichtungsstätte wurden umfangreiche Umbaumaßnahmen vorgenommen. So wurde das Erdgeschoss für die Durchführung von Hinrichtungen eingerichtet und ein Stockwerk sowie ein Glockenturm mit integrierter Turmuhr aufgesetzt. 1948 wurde im Auftrag der Gefängnisleitung eine Desinfektionsstation (»Entlausungsanlage«) in den Räumen der ehemaligen Hinrichtungsstätte eingerichtet. In den darauffolgenden Jahren wurde das Gebäude immer weiter überbaut. In den Plänen des Gefängnisses wird die Umnutzung deutlich: »Schusterei« (1948), »ehem. Schlosserei« (1958), »Schneiderei« (1961, 1964) oder schlicht »Werkstatt« (1962). In den 1980er-Jahren verhinderten öffentliche Proteste von engagierten Bürgern und ehemaligen westeuropäischen Widerstandskämpfern den Abriss des Gebäudes und führten schließlich 1990 zur Einrichtung einer Gedenkstätte im Erdgeschoss des Gebäudes.

Im Rahmen der Neugestaltung wurde das Erdgeschoss des ehemaligen Hinrichtungsgebäudes als Gedenkort und Großexponat baugeschichtlich erschlossen, saniert und auf den architektonischen Grundriss vor 1945 zurückgebaut. Die ehemalige Hinrichtungsstätte veranschaulicht die Vollstreckung von Todesurteilen als Leitthema an diesem Ort. Ausgangspunkt für die Neukonzeption war, das Gebäude unter Erweiterung auf das gesamte Erdgeschoss als begehbares Großexponat zu erschließen. Das Obergeschoss verbleibt in Nutzung durch die JVA Wolfenbüttel. Als historische Referenzebene wird die Zeit 1943–45 zugrunde gelegt, die aus einem Umbauplan von 1948 sowie aus Fotografien von April 1945 ablesbar ist.

Nach dem architektonischen, bauhistorischen Um- und Rückbau ist das Gebäude wieder durch den historischen Eingang betretbar und die ursprüngliche Raumstruktur wieder erkennbar. Dazu wurden später eingebaute Wände entfernt und originale Türdurchbrüche wieder hergestellt. Im ehemaligen Hinrichtungsraum legten Bau-historiker am Standort der Guillotine die Reste der Verankerung (Haltebolzen) und des Abflusses frei. Mit einer aufgelegten Glasplatte werden die Freilegungen zukünftig geschützt.

Der zentrale Ort des Gebäudes ist der Raum, in dem die Hinrichtungen stattfanden. Dieser Raum übernimmt insbesondere für die Familienangehörigen der Hingerichteten eine wichtige Gedenkfunktion. Daher erinnern Glasstelen mit den Namen, Geburtsort und Sterbedatum an die dort zwischen 1937 bis März 1945 Hingerichteten.

Daneben wird ein Faksimile des Hinrichtungsbuches gezeigt, in dem auch die Namen der zwischen Juni 1945 und Juli 1947 Hingerichteten verzeichnet sind. Eine historische Fotografie hilft die historische Raumsituation zu visualisieren. Howard Goodkind, ein amerikanischer Soldat, hatte im April 1945 Aufnahmen von der Hinrichtungsstätte gemacht. Der Charakter des Raumes als Gedenkort wird deutlich, eine Auratisierung jedoch vermieden.

Zentral für die Gestaltung der Räumlichkeiten ist eine zurückhaltende und behutsame Kommentierung des historischen Ortes. Das Gebäude als Exponat zu verstehen bedeutet daher, keine klassische Ausstellung einzurichten, um die historische Struktur des Ortes nicht zu überzeichnen. Die Bau- und Funktionsgeschichte des Gebäudes wurde anhand weniger raumspezifischer, exemplarischer und aussagekräftiger Exponate thematisiert. ›Raumwinkel‹ und zurückhaltend eingesetzte Ausstellungstafeln erläutern die Raumfunktionen des Großobjektes.

Eingriffe in die historische Bausubstanz wurden so minimal wie möglich, aber immer erkennbar gehalten. Die verschiedenen Zeitschichten der Nutzung wurden belassen und bleiben so für die Besucherinnen und Besucher sichtbar und der historische Ort lesbar.

Über sogenannte Freilegungstreppen wurden durch Baurestauratoren die historischen Farbanstriche an den Wänden analysiert sowie in einigen Räumen die originalen Bodenbeläge ermittelt. Nach einer Farbanalyse und Feststellung der Farbnutzung der späten 1930er-Jahre wurden an verschiedenen Stellen im Erdgeschoss großflächig sogenannte bauhistorische Zeitfenster an den Wänden freigelegt und in die Gestaltung integriert.

Nach der Umgestaltung sind alle drei ehemaligen Zellen begehbar. In einer besteht nun die Möglichkeit des individuellen Gedenkens. Dafür steht ein Besucherbuch zur Verfügung und es gibt eine Möglichkeit, Erinnerungsgegenstände abzulegen. In einer weiteren Zelle werden Kurzbiografien präsentiert, in denen das persönliche Schicksal der Hingerichteten dokumentiert wird. Die Biografietafeln werden im Turnus gewechselt oder können auf besondere Besuchergruppen abgestimmt werden. Die Halterung ist flexibel gestaltet.

Die letzte der drei Zellen ist am wenigsten bauhistorisch überformt und als Exponatzelle konzipiert: Über Freilegungen an den Wänden und am Fußboden ist hier der Zustand Anfang der 1940er-Jahre dokumentiert.

 

Sichtbarmachung historischer Haftzellen

In einem der Hafthäuser wurden ferner ehemalige Gemeinschaftszellen zu Gruppenarbeitsräumen umgestaltet. Dabei wurde ein Teil der Räume als Großexponate freigestellt.
Die Gemeinschafts- und Arrestzellen liegen im ältesten Teil des Anstaltsgeländes, das im 16. Jahrhundert als Festung Philippsberg errichtet und in den 1820er-Jahren als Hafthaus III ausgebaut wurde.

Auf drei Stockwerken waren neben Beamtenzimmern und Magazinen sog. Stuben (Haftzellen) und Arrestzellen eingerichtet. Die Stuben wurden als Gemeinschaftszellen zur Unterbringung mehrerer Gefangener genutzt. Die Arrestzellen dienten der Umsetzung gefängnisinterner Strafen.

Im Eingangsbereich zu den ehemaligen Gemeinschaftszellen wird die Nutzungsgeschichte der Räume als Haftzellen dargestellt. Eine der ehemaligen Gemeinschaftszellen wurde auch hier als Großexponat freigestellt und ist nur zurückhaltend kommentiert. Anhand weniger Ausstellungselemente werden NS-Strafvollzug und Haftalltag im Strafgefängnis Wolfenbüttel thematisiert. An diesem Ort wird auch auf die Nachnutzung der Zellen in der frühen Bundesrepublik eingegangen.

 

Die Erarbeitung einer multimedialen Lernumgebung

In den neu gestalteten Gruppenarbeitsräumen wurde eine multimediale Lernumgebung eingerichtet. Im Mittelpunkt der Bildungsarbeit steht der historische Ort und eine aktive und eigenständige Auseinandersetzung anhand von biografischen Quellen und Dokumenten, die digital und didaktisch aufbereitet wurden. Den Besuchergruppen stehen sieben eigens entwickelte Multi-Touch-Tische sowie verschiedene Präsentationsflächen und -formate zur Verfügung.

Kleingruppen können sich individuell mit historischen Quellenmaterial auseinandersetzten. Alle Dokumente sind Opfern oder Tatbeteiligten zugeordnet. Jede Quelle, ob Dokument, Bild oder Audio/Video-Einheit steht für sich allein, ist jedoch durch vertiefende Informationen, weitere Quellen oder zugehörige Personen kontextualisiert. Diese Beziehungsstruktur zwischen den Materialien ermöglicht verschiedene Zugänge und Such--Filter für ein entdeckendes Lernen. Die Datenbankbasierte Software erlaubt den Guides zudem im Vorfeld gruppenspezifische Inhalte und Aufgaben zusammenzustellen.

Über zwei große Projektionsflächen können Ergebnisse der Gruppenarbeit vorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Hierbei entsteht Raum für Diskussion und Gespräch zu den hier verhandelbaren Fragen nach Recht und Unrecht im Nationalsozialismus. Die Benutzung der Tische selbst ist intuitiv angelegt und folgt den Alltagsgewohnheiten aus dem Umgang mit Smartphone und Tablet. Sie richtet sich an Besucher aller Altersklassen.

Die Arbeit mit der multimedialen Lernumgebung ist eingebunden in die Führungskonzeption der Gedenkstätte. Anknüpfend an den Rundgang durch den historischen Ort kann an den Multi-Touch-Tischen bereits Gehörtes wiederaufgegriffen und vertieft werden. Zudem wird die digitale Arbeit durch weitere Methoden der Gedenkstättenpädagogik ergänzt. Über die Arbeit mit Bildern und Zitaten, einem Zeitstrahl oder Auszügen aus NS-Verordnungen wird Selbst-Erarbeitetes in einen Gesamtkontext gestellt. In einer intensiven Auseinandersetzung mit Lebensschicksalen von Opfern und Biografien von Tatbeteiligten finden die Besuchenden einen eigenen Zugang rund um das Thema Justizgeschichte im Nationalsozialismus am Beispiel des Strafgefängnisses Wolfenbüttel.

 

Neubau mit einer Dauerausstellung

Nach Abschluss des ersten baulichen Teilprojektes erarbeitet das Projektteam nun eine neue Dauerausstellung, die in einem noch zu errichtenden, frei zugänglichen Neubau gezeigt werden wird. Ausgangspunkt der Neugestaltung ist die besondere Funktion des Strafgefängnisses Wolfenbüttel im Verfolgungssystem des Nationalsozialismus, als Ort, an dem sich das verbrecherische Wirken der Justiz am Strafvollzug, an der Inhaftierung von besonderen in- und ausländischen Gefangenengruppen und an der Funktion als zentrale Hinrichtungsstätte in Norddeutschland beispielhaft darstellen lässt.

Außerdem wird eine der ehemaligen Zellen im Hafthaus I (»Graues Haus«), in denen zum Tode Verurteilte, die auf ihre Hinrichtung warten mussten, als begehbares Außenexponat gestaltet. Zelle 27 ist eine von mehreren sogenannten Todeszellen, die im Zuge der Einrichtung der Hinrichtungsstätte im Strafgefängnis Wolfenbüttel 1937/38 aus bereits vorhandenen Zellen im Hafthaus I (»Graues Haus«) umgebaut wurden. Sie verdeutlicht exemplarisch die Einbindung des Strafgefängnisses Wolfenbüttel in die Bekämpfung des europäischen Widerstands sowie zugleich die Radikalisierung und Entgrenzung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik mit Beginn des Zweiten Weltkriegs. Für die Funktion als Todeszelle wurden doppelte Zellentüren eingebaut und die Türdurchgänge vergrößert. Bis 2015 wurde die Zelle als regulärer Haftraum im Justizvollzug genutzt. Im Zuge der in Haus I geplanten Sanierungsarbeiten wird die Zelle von der JVA Wolfenbüttel an die Gedenkstätte übergeben.

 

Martina Staats ist Historikerin. Sie leitet die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und das Neugestaltungsprojekt der Gedenkstätte.

 

Infos zum Neubau

Der Blog »neu gestalten« [blog.neugestalten-gwf.de] informiert regelmäßig über Neuigkeiten und Ergebnisse aus der Projektarbeit. Hier ist auch die Möglichkeit gegeben, über die zukünftige Arbeit der Gedenkstätte ins Gespräch zu kommen. Eine Kommentarfunktion unter den Texten ermöglicht es, zum Projektteam Kontakt aufzunehmen und Anmerkungen oder Fragen zu hinterlassen.

Gesamtleitung: Dr. Jens-Christian Wagner

Projektleitung: Martina Staats

Konzept: Prof. Dr. Habbo Knoch (bis 2014), Martina Staats

Projektkoordination: Gerald Hartwig, Astrid Homann

Wissenschaftliches Projektteam:
Anett Dremel (Lernumgebung mit Multi-Touch--Tischen),
Leon Kloke (Recherchen), Dr. Thomas Kubetzky (ehem. Hinrichtungsstätte),
Stefan Wilbricht (Lernumgebung mit Multi-Touch-Tischen)

Ausstellungsgestaltung und Grafik:
Hinz & Kunst Graphische Werkstatt und Verlag GmbH, Braunschweig

Software-Entwicklung: P.medien