Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung
Gedenkstättenrundbrief 159 S. 38-39Eines der weniger bekannten Kapiteln der Geschichte des »Dritten Reiches«
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds wendet sich hiermit an Museen sowie Ausstellungs- und Bildungsinstitutionen, die Interesse hätten, sich an dem Ausstellungsprojet zu beteiligen und die Wanderausstellung in weiteren Städten und Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland vorzustellen.
Die Wanderausstellung »Im Totaleinsatz«
Die Wanderausstellung »Im Totaleinsatz« behandelt die Entwicklung des Systems der Zwangsarbeit vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Besetzungspolitik. Nach der Errichtung des »Protektorats Böhmen und Mähren« übten deutsche Behörden wachsenden Druck auf die tschechische Bevölkerung aus, sich zur Arbeit in Deutschland zu melden. Die immer drastischeren Rekrutierungsmaßnahmen gipfelten nach dem Amtsantritt Fritz Sauckels als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Frühjahr 1942 in der Dienstverpflichtung ganzer Jahrgänge der Protektoratsjugend. Insgesamt mussten ungefähr 400 000 bis 600 000 vorwiegend junge Frauen und Männer Zwangsarbeit leisten.
Die Ausstellung zeigt die Maßnahmen zur Rekrutierung tschechischer Arbeitskräfte im damaligen Protektorat sowie deren Arbeits- und Lebensbedingungen. Dokumentiert wird zudem das System von Arbeit und Strafe in den »Arbeitserziehungslagern«. Die Ausstellung stellt auch die Sklavenarbeit der KZ- und Strafanstaltshäftlinge sowie die spezifische Situation tschechischer Juden und Roma dar.
Im letzten Abschnitt widmet sich die Ausstellung dem langen Weg bis zur Entschädigung der Betroffenen. Außerdem werden beispielhaft einige ehemalige Opfer mit Kurzbiografien vorgestellt.
Zu sehen sind fast 250 vor allem persönliche Dokumente und Fotografien, die aus Privatsammlungen stammen und in dieser Ausstellung erstmals öffentlich präsentiert werden. Bestandteil der Exposition sind auch Videogespräche mit Zeitzeugen mit deutschen Untertiteln und Hefte mit schriftlichen Erinnerungen der ehemaligen Zwangsarbeiter. Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog mit Abbildungen aller präsentierten historischen Materialien erhältlich.
Ausstellungsparameter
Die Exposition bilden elf thematische Abschnitte. Die Tafeln mit Texten, Dokumenten und Fotografien sind auf Metallständern befestigt, die nach einem architektonischen Entwurf extra für diese Ausstellung angefertigt wurden. Die Exposition benötigt in etwa eine Grundfläche von 150–160 m2. Zur technischen Ausstattung gehören ein Dataprojektor und eine Tonanlage.
Kontakt: Martin Hořák | Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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