Sowjetische Kriegsgefangene
Zum Vorschlag, die Petition von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. mit einer Solidaritätsbekundung zu unterstützen: Die Kernaussage der Petition zielt auf die KZ-ähnlichen Haftbedingungen für sowjetische Kriegsgefangene. (Bekanntlich wurden die "Russenlager" der Wehrmacht nicht in die EVZ-Liste "Andere Haftstätten" aufgenommen, was damals ihre Leistungsberechtigung nach dem EVZ-Stiftungsgesetz ermöglicht hätte.) In zwei Empfehlungen des Petitionsausschusses zur Ablehnung unserer Eingabe blieb diese Aussage unberücksichtigt. Alle Negativaussagen der letzten 7 Jahre nach Anfragen im Kanzleramt, Bundesfinanzministerium, bei CDU / CSU-Abgeordneten entsprachen sinngemäß der Argumentation des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich der "Leistungsberechtigung" für die italienischen Militärinternierten. SPD und Grüne stehen unserer Forderung nach Anerkennung des Unrechts, das die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam erlitten, jetzt positiv gegenüber. Dabei ist klar, dass die EVZ, deren Handlungsspielraum durch den Gesetzgeber gebunden war, seit Abschluss der Auszahlungen keine finanziellen Leistungen mehr bereitstellen kann. Aber der Bundestag hat Möglichkeiten, ein für die Betroffenen deutliches Zeichen der ANERKENNUNG zu setzen, und für "humanitäre Leistungen" existieren im BFM trotz Finanzkrise genügend große Fördertöpfe.
Eine Empfehlung an die Mitglieder der Liste: Briefe, Emails an Wolfgang Schäuble, der gestern bei einem Empfang zum 10jährigen Bestehen der EVZ von einer "dauerhaften Verantwortung" gegenüber allen NS-Opfern sprach und übrigens neben dem internationalen Druck unsere "starke Zivilgesellschaft" beim Zustandekommen der Zwangsarbeiterentschädigung hervorhob. Briefe an Andreas Schockenhoff MdB, an die CDU/CSU und FDP-Mitglieder des Petitionsausschusses wären ebenfalls hilfreich.
Wir freuen uns auf Eure Solidarität!
Eberhard Radczuweit
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KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion Feurigstr. 68
10827 Berlin
fon: +49/30/78705288
fax: +4930/78705289



Montag, 28-06-10 16:48
Lieber Herr Bremberger,
könnten Sie bitte die Mitglieder unserer List aufrufen, mit einer Solidaritätsbekundung die Petition an den Bundestag zu unterstützen?
Falls es wieder nichts bewegen sollte, es kann auch nicht schaden das harte Brett weiter zu bohren.
Danke und viele Grüße von
Hans-Jürgen Hermel
Memo Media Productions
Nenndorfer Platz 26
30459 Hannover
Tel. 049(0)511 415203
Montag, 28-06-10 16:39
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in der vergangenen ZEIT erschien ein lesenswerter Beitrag über die Arbeit von Eberhard Radczuweit und dem Verein Kontakte e.V. (http://www.zeit.de/2010/25/Zweiter-Weltkrieg-Russische-Gefangene?page=all).
Den Abschluss des Artikel möchte ich hier zitieren. BB
"Bereits vor vier Jahren hat »Kontakte« eine Petition beim Bundestag eingereicht und darin auf das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und die Ablehnung ihrer Anträge durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft aufmerksam gemacht. 2007 wurde das Gesuch abgewiesen; damals endete die Auszahlung des Stiftungsgelds - zehn Milliarden D-Mark. Radczuweit aber gab nicht auf. Erneut reichte er die Petition ein; am 27.Januar dieses Jahres hieß es abermals Nein. Doch inzwischen hat »Kontakte« auch einige Abgeordnete auf seiner Seite. Dass es aussichtslos ist, für ein weiteres, letztes Entschädigungsprojekt zu kämpfen, ist Radczuweit dabei bewusst: »Was wir wollen, sind Worte« - die Anerkennung des Leids der Millionen Soldaten, die von den Deutschen wie Vieh behandelt und ermordet wurden, eine Geste gegenüber den letzten Überlebenden. Viel Zeit bleibt nicht mehr."