Wider das Vergessen: Liebe als Verbrechen - KZ als Strafe Werkstattbericht: „Verbrechen Liebe"

Thomas Muggenthaler
Thomas Muggenthaler, Jahrgang 1956, Redakteur beim Bayrischen Rundfunk hat für das Radio zahlreiche Sendungen unter dem Motto „Dem Vergessen entrissen" verfasst. 2009 und 2011 wurden die Sendungen „Verbrechen Liebe" und „Vater: Hingerichtet. Kinder von Zwangsarbeitern brechen das Schweigen" gesendet. 2010 erschien das Buch "Verbrechen Liebe"

Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert

1939 wurde in Hinzert bei Trier ein Polizeihaftlager für "straffällige" Westwallarbeiter errichtet. Es trug die offizielle Bezeichnung "SS-Sonderlager Hinzert". Nach der Unterstellung des SS-Sonderlagers Hinzert unter die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) am 1. Juli 1940 diente das KZ Hinzert vor allem als "Durchgangslager" insbesondere für luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge auf ihrem Leidensweg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau.

 

Am 3. März 1945 wurden die meisten der überlebenden Häftlinge auf einen Gewaltmarsch Richtung KZ Buchenwald getrieben und auf dem Weg dorthin in Oberhessen schließlich befreit. Mitte März 1945 wurden die letzten noch im Lager verbliebenen Häftlinge von der US-Armee befreit.

 

Insgesamt wurden im Hinzerter KZ nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger.