Gedenken und Datenschutz: Die öffentliche Nennung der Namen von „Euthanasie“-Opfern in Ausstellungen, Gedenkbüchern und Datenbanken (Topographie des Terrors. Notizen)

Andreas Nachama (Herausgeber), Uwe Neumärker (Herausgeber)

Die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde wurden in historischen Dokumentationen bislang meist ihrer Individualität beraubt, da unter Berufung auf Datenschutzgründe Angaben über die Opfer in der Regel anonymisiert oder nur als statistische Daten aufgeführt wurden. Viele Gedenkstätten möchten hingegen in ihren Ausstellungen, Gedenkbüchern oder in Online-Datenbanken diesen Opfern von NS-Mordaktionen durch Angaben der Namen ihre individuelle Identität zurückgeben und damit die Basis für ein würdevolles Gedenken schaffen.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes – Archivare, Historiker, Rechtswissenschaftler und Angehörige von „Euthanasie“-Opfern – erörtern die Argumente, die für und gegen eine öffentliche Nennung der Namen von „Euthanasie“-Opfern sprechen. Zusammenfassend wird ersichtlich, dass die Bereitschaft, die Namen der Opfer mit Lebensdaten zu veröffentlichen, von allen Seiten zugenommen hat und der rechtliche Rahmen durchaus die Möglichkeit zur Nennung der Namen zulässt.

Mit Beiträgen von Thomas Beddies, Michael von Cranach, Diethelm Gerhold, Margret Hamm, Gabriele Hammermann, Michael Hollmann, Harald Jenner, Ehrhart Körting, Georg Lilienthal, Robert Parzer, Michael Wunder

Mai 2017 | ISBN:  978-3-95565-210-4 | 128 Seiten | 12,80 Euro