Veranstaltungen

14. November 2017 , 19:00 Uhr
Vortrag

Beziehung als Heilmittel? Die Bedeutung von Therapie und Familie für Shoah-Überlebende

Programm:

Im Rahmen der Ausstellung „Wir waren Nachbarn – Biografien jüdischer Zeitzeugen“ wird Miriam Victory Spiegel am Dienstag, 14. November 2017 um 19 Uhr in Berlin im Goldenen Saal des Rathaus Schöneberg einen Vortrag halten. Unter dem Titel "Beziehung als Heilmittel?" wird es um die Bedeutung von Therapie und Familie für Shoah-Überlebende gehen. 

Die meisten Menschen, die als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene die Shoah überlebten, haben nach der Verfolgungszeit Familien gegründet und ein neues Leben begonnen − mehrheitlich in einer neuen Heimat und in einer neuen Sprache. In der Nachkriegszeit waren Begriffe wie „posttraumatische Belastungsstörung“ noch nicht formuliert, Traumaforschung als Praxisfeld gab es noch nicht.

Auch wenn entsprechend ausgebildete Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in den neuen Heimatländern vorhanden gewesen wären, ist es nicht sicher, ob die Überlebenden sie in Anspruch genommen hätten. In diesem Sinne sind viele der Auswirkungen der belastenden Kriegserfahrungen unaufgearbeitet geblieben. Therapeutische Erfahrungen mit den Kindern der Überlebenden deuten darauf hin, wie sich dieses Phänomen auf die familiären Beziehungen ausgewirkt hat. Dieser Problematik wird Miriam Victory Spiegel in ihrem Vortrag nachgehen. Sie ist Paar- und Familientherapeutin mit langjähriger Praxis in Zürich und war 1998 Gründungsmitglied und bis 2014 Co-Leiterin des Tamach (psychosoziale Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende und ihre Angehörigen in der Schweiz).   

Weitere Informationen: www.wirwarennachbarn.de

Ort:

Veranstalter:

Förderverein "frag doch!"