Veranstaltungen

21. August 2017 , 18:00 Uhr
Vortrag Diskussion

Der Hitler-Stalin-Pakt. Genese, Erinnerung, Aufarbeitung

Programm:

Veranstalter

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kurzbeschreibung

Am 23. August 1939 unterzeichneten der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Kommissar für Äußeres, Wjatscheslaw M. Molotow, und der Außenminister des Deutschen Reichs, Joachim von Ribbentrop, in Moskau den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. In dem Vertrag garantierte die Sowjetunion ihre Neutralität im Falle eines Krieges des Deutschen Reichs mit Polen oder den Westmächten. In einem geheimen Zusatzprotokoll, dessen Existenz erst nach dem Krieg ans Licht kommt, wurde die Aufteilung Polens, Estlands, Lettlands, Litauens und Bessarabiens (heute Moldowa und Ukraine) in deutsche und sowjetische Interessensphären vorgenommen. Die Neugliederung sollte künftige Konflikte zwischen den beiden Mächten im Fall von »territorialpolitischen Umgestaltungen« vermeiden. Bereits am 1. September 1939 begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. Am 17. September marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Das »Grenz- und Freundschaftsabkommen« mit weiteren geheimen Zusatzprotokollen wurde am 28. September 1939 unterzeichnet.

Der 23. August wird heute auf Empfehlung des Europäischen Parlamentes in einigen Ländern als »Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus « begangen. Warum ist dieser Gedenktag noch immer weitgehend unbekannt? Welche Rolle spielt er für den Versuch eine gesamteuropäische Erinnerung an die beiden großen totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts zu etablieren? Diesen und weiteren Fragen möchten wir mit unseren Expertinnen und Experten auf dem Podium nachgehen.

Begrüßung: Dr. Anna Kaminsky (Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Kurzvortrag: Prof. Dr. Claudia Weber

Präsentation "Der »Hitler-Stalin-Pakt« in der öffentlichen Erinnerung in Form von Denkmälern und Gedenkzeichen": Ronny Heidenreich (Historiker, Berlin)

Podium: Prof. Dr. Claudia Weber (Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)), Markus Meckel (Außenminister a. D., Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung), Prof. Dr. Leonid Luks (Professor für Mittel- und Osteuropäische Zeitgeschichte an der katholischen Universität Eichstätt), Prof. Dr. Emmanuel Droit (Stellv. Direktor des Centre Marc Bloch, Berlin)

Moderation: Dr. Jacqueline Boysen (Journalistin, Berlin)

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ort:

Bundesstiftung Aufarbeitung | Veranstaltungssaal | Kronenstraße 5, 10117 Berlin

Veranstalter:

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur