Veranstaltungen

2. Mai 2017 , 19:00 Uhr
Vortrag

Fritz Benscher. Ein Holocaust-Überlebender als Rundfunk- und Fernsehstar in der Bundesrepublik

Programm:

„In Hamburg bin ich groß geworden, in München klein“, kokettierte Fritz Benscher auf dem Höhepunkt seines Ruhms. In Hamburg hatte er während der Weimarer Republik Erfahrungen am Theater und beim jungen Rundfunk gesammelt.  Nach 1933 war er als Jude auf den Jüdischen Kulturbund verwiesen, später schulte er zum Sargtischler für die Jüdische Gemeinde um. „Leider hatte der ‚Führer‘ keine großen Sympathien für mich und verzichtete auf meine Mitwirkung“, umschrieb er die Jahre der Verfolgung und KZ-Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau-Kaufering.

Nach der Befreiung arbeitete er vor allem für den Bayerischen Rundfunk. Mit bissigem Witz und Aufklärungswillen über die Verbrechen des Nationalsozialismus verschrieb er sich der Reeducation, trat gegen Antisemitismus, militaristisches Gedankengut und später gegen die Wiederbewaffnung an, ungeachtet der Sanktionen, die über ihn verhängt wurden. Beate Meyer zeichnet ein Bild des beinahe vergessenen Unterhaltungskünstlers und zeigt ganz nebenbei eine Geschichte der jungen Bundesrepublik, die mehr war als nur der biedere Adenauer-Staat.

Dr. Beate Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg, und Lehrbeauftragte der Universität Hamburg.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Ort:

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