Veranstaltungen

20. November 2017 - 22. November 2017
Tagung / Seminar / Workshop 1 permanent

Lernen mit Sachquellen in Gedenkstätten und Museen

Programm:

Eine interdisziplinäre Tagung

Veranstalter: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (Celle) in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung (Wolfenbüttel) und der Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V. (Berlin) 

Celle, 20.-22. November 2017

Die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein im Sinne einer kritischen und quellengestützten Auseinandersetzung mit der Geschichte ist unbestreitbar ein grundlegendes Ziel der Geschichtsdidaktik. Eine wichtige Rolle spielen dabei in der „public history“, aber auch im schulischen Unterricht und in der universitären Ausbildung Museen sowie Gedenk- und Dokumentationsstätten an historischen Orten. Hier wird Sachquellen – Originalobjekten, Denkmalen, Gebäuden oder Relikten davon – oftmals eine wichtige Rolle in der Vermittlungsarbeit zugeschrieben. Doch braucht man diese wirklich? Bietet das Lernen in Museen und Gedenkstätten (vor allem solchen an historischen Orten) gegenüber anderen Formen der Geschichtsaneignung (Unterricht, Filme, Bücher, Internet, Theater, Kunst, transgenerationeller Dialog etc.) wirklich einen Mehrwert? Inwieweit hilft das Lernen anhand und mit Sachquellen überhaupt bei der Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins?

Diese Fragen bilden den Hintergrund einer Tagung zum Thema „Lernen mit Sachquellen“, die Gedenkstättenmitarbeitende mit Expert_innen aus dem Bereich der Museumskunde und -didaktik, der Geschichtswissenschaft, der Archäologie und der Lernpsychologie sowie der Kognitionswissenschaft zusammenführen soll. Ganz bewusst sollen dabei die beiden Sphären der Gedenkstätten und der (historischen) Museen zusammengeführt werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass beide zumeist wenig miteinander in Dialog treten und von den jeweiligen Erfahrungen profitieren. In beiden Bereichen wurden in den vergangenen 20 Jahren fundierte didaktische Konzepte mit differenzierten Formaten entwickelt. Bisweilen wurden diese in ihrer Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit jedoch nicht ernsthaft wissenschaftlich geprüft oder werden trotz fehlender positiver Erfahrungen weitergeführt. In vielen Gedenkstätten etwa wird nach wie vor als Standardprogramm eine maximal zweistündige Gelände- und/oder Ausstellungsführung angeboten. Ein weiteres verbreitetes Bildungsformat, das in den 1980er Jahren entwickelt wurde und dessen Sinnhaftigkeit 30 Jahre später hinterfragt werden kann, sind Workcamps, bei denen Jugendliche oder Erwachsene bauliche Relikte freilegen oder Gräber pflegen.

Im Mittelpunkt der didaktisch ausgerichteten Tagung soll die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen historischen Lernens mit Sachquellen (hier vor allem museale Objekte und bauliche Relikte an historischen Orten) stehen: Wie können die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften Haptik, Ästhetik, Aura, Authentizität und Emotionalität den Prozess der Geschichtsaneignung unterstützen? Was können diese Zeugnisse erzählen, was nicht auch andere Quellen erzählen? Wieviel Offenheit und Multiperspektivität erlauben Sachquellen an (KZ-)Gedenkstätten? Welche Rolle spielen historische Räume und bauliche Strukturen?

Programm/Anmeldung(pdf)

Ort:

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten | Im Güldenen Winkel 8 | 29223 Celle

Veranstalter: