Veranstaltungen

4. September 2016 , 12:00 Uhr

Matinee an den 80. Jahrestag der Gründung des KZ Sachsenhausen

Programm:

Matinee mit dem Schauspieler Ulrich Matthes in der Gedenkstätte Sachsenhausen anlässlich der Gründung des KZ Sachsenhausen vor 80 Jahren

Mit einer Lesung mit Ulrich Matthes, einem der bedeutendsten deutschen Schauspieler, erinnert die Gedenkstätte Sachsenhausen am Sonntag, 4. September 2016, um 12 Uhr an die Gründung des KZ Sachsenhausen vor 80 Jahren. Ulrich Matthes wird Passagen aus Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlinge vortragen, die das KZ Sachsenhausen ab Juli 1936 in einem Waldgelände am nördlichen Stadtrand von Oranienburg aufbauen mussten. Einleitend wird Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch über die Gründungsphase des KZ Sachsenhausen sprechen. Die Lesung wird musikalisch von Florian Hille (Bariton) und Dirk Homuth (Gitarre) begleitet, die Lieder aus dem KZ Sachsenhausen vortragen werden.

„Die Arbeit war in erster Linie Aufbauarbeit“, berichtet der spätere Lagerälteste Harry Naujoks über die Anfänge des KZ Sachsenhausen. „Bauarbeiten, Barackenbau, Erdarbeiten. Die Arbeitskommandos rückten morgens mit Gesang aus. Klappte das Singen nicht, dann hieß es ‚Hinlegen!‘, ‚Auf Marsch Marsch!‘ Wir kamen oft schon völlig erschöpft bei der Arbeitsstelle an“, so Naujoks.

Mit dem Aufbau des als Modell- und Schulungslager geplanten KZ Sachsenhausen ab Sommer 1936 begann eine völlig neue Phase der Konzentrationslager, die nach der Ausschaltung der innenpolitischen Opposition zu Instrumenten der rassischen und sozialen Verfolgung, der Bevölkerungspolitik und der Kriegsvorbereitung wurden. In nur einem Jahr rodeten die Häftlinge etwa 80 Hektar Wald und errichteten mehr als 100 Gebäude. Neben dem Häftlingslager entstanden die Kommandantur, das SS-Truppenlager, ein Industriehof sowie mehrere Wohnsiedlungen für die Familien der SS-Führer. Die Zahl der Häftlinge stieg zwischen September 1936 und Juli 1937 von 900 auf rund 3000 an; mindestens 37 Häftlinge kamen im ersten Jahr des KZ Sachsenhausen um. „Vom ersten Tag an gab es Tote“, berichtet der ehemalige Häftling Sepp Hahn, „teils ‚auf der Flucht erschossen‘, teils unter den schweren Baumstämmen zermalmt, verunglückt oder zu Tode gemartert.“

Der durch Theater, Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Ulrich Matthes ist seit 2004 Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin. Einem breiten internationalen Publikum wurde er durch seine Darstellung von Joseph Goebbels in dem Spielfilm „Der Untergang“ (2004) bekannt. Im selben Jahr spielte er in dem KZ-Drama „Der neunte Tag“ einen im KZ Dachau inhaftierten luxemburgischen Priester. Ulrich Matthes wurde 2005 und 2008 in der Zeitschrift „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres gewählt. Für seine Rolle in einem „Tatort“ wurde er 2015 mit dem Grimme Preis und als bester Schauspieler national mit einer Goldenen Kamera ausgezeichnet. Für seine schauspielerische Leistung in dem TV-Film „Bornholmer Straße“ erhielt er 2015 den Preis der Deutschen Fernsehakademie.

Der Bariton Florian Hille studierte an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ unter anderem bei Thomas Quasthoff. Seinem Debüt beim Schleswig Holstein Musikfestival als Jesus in Bachs Johannispassion in einer szenischen Produktion von Robert Wilson folgten zahlreiche Engagements im Opern- und Oratorienfach. Zuletzt war Florian Hille in der Rolle des Don Profondo in Rossinis „Il viaggio a Reims“ an der „Cité de la musique“ in Paris zu erleben. Dirk Homuth, der ebenfalls an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ studierte, ist als Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Sänger und Produzent tätig. Er arbeitet mit zahlreichen namhaften Künstlern zusammen, zuletzt als Gitarrist mit Delphine Maillard und Jenny Weisgerber.

Zu dieser Veranstaltung laden wir alle Interessierten herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

 

 

Sonntag, 4. September 2016, 12 Uhr

Matinee zur Gründung des KZ Sachsenhausen vor 80 Jahren

Lesung aus Erinnerungsberichten ehemaliger Häftling mit dem Schauspieler Ulrich Matthes

Einführung: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Musikalische Umrahmung: Florian Hille (Bariton) und Dirk Homuth (Gitarre)

Ort: Neues Museum (rechter Flügel)

Anmeldung erbeten telefonisch unter 03301-810921 oder per Mail unter willemsen@stiftung-bg.de

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Information: www.stiftung-.bg.de

Anhang

Einladungskarte (pdf)

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