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16. März 2017 , 19:00 Uhr
Diskussion

NS-Kollaboration in Litauen

Programm:

Die Buchveröffentlichung "Die Unsrigen" (2016) sorgte in Litauen für Furore. Darin fordert die litauische Autorin Ruta Vanagaite, das Land müsse endlich anerkennen, dass sowohl die NS-Kollaborateure als auch die jüdischen
Opfer Landsleute waren und der Völkermord in Litauen nicht allein von "den Deutschen" zu verantworten ist.

Seit der litauischen Unabhängigkeit ist kein einziger litauischer Kollaborateur verurteilt worden, alle Verfahren wurden verschleppt. In der Forschung ist die
vergleichsweise hohe Beteiligung der Litauer an den Morden hingegen längst belegt.

Für die Recherchen besuchte Ruta Vanagaite gemeinsam mit Efraim Zuroff die vergessenen Mordstätten Litauens und sprach mit den letzten Zeugen. Sie erhielt daraufhin Dutzende von Anrufen von Litauern, die über ihre Familiengeschichten berichteten. Im Sommer 2016 fand erstmals ein Trauermarsch zu einem jüdischen Massengrab in der litauischen Provinz statt, an dem die kulturelle Elite des Landes teilnahm.

Die Journalistin Judith Leister diskutiert mit Ruta Vanagaite und Efraim Zuroff (Co-Autor und Direktor des Simon Wiesenthal Centers, Jerusalem) über die NS-Kollaboration in Litauen und den Umgang des Landes mit diesem schwierigen Teil seiner Vergangenheit. Die Veranstaltung wird übersetzt.

Der Eintritt ist frei.

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