Veranstaltungen

12. September 2017 , 19:00 Uhr
Vortrag

Was Nazis über ihre Partei dachten. Die Abel-Collection als Quelle der Zeitgeschichte

Programm:

Im Sommer 1934 beschrieben fast 700 Mitglieder der NSDAP, vorwiegend „alte Kämpfer“, ihren Weg in die Partei. Von diesen Berichten sind 584 erhalten; sie liegen im Nachlass des Soziologen Theodore C. Abel in der Hoover Institution in Stanford. Abel hatte nach einem Besuch in Deutschland ein Preisausschreiben gestartet; prämiert werden sollte „die beste persönliche Lebensgeschichte eines Anhängers der Hitler-Bewegung“. Die Idee stieß auf Interesse. Ausdrücklich lobte zum Beispiel der Berliner Otto Hinz die Initiative: Die Deutschen wünschten sich „nichts sehnlicher“, als dass im Ausland die Vorurteile über den Nationalsozialismus fallen gelassen würden. Er begrüßte „aus vollem Herzen“ den Plan, frühen Anhängern „Gelegenheit zu geben, die Gründe, die sie zum Eintritt in die NSDAP bewegten, zu schildern und ihre Eindrücke der Bewegung zu beschreiben“.

Die Abel-Collection wurde bislang fast nur quantitativ, von Abel selbst 1938 und von dem deutsch-amerikanischen Sozialwissenschaftler Peter H. Merkl in den 1970er Jahren, genutzt. Für sein neues Buch „Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder“ hat der Historiker und Geschichtsredakteur der WELT Sven Felix Kellerhoff diese einzigartigen Dokumente erstmals umfassend inhaltlich ausgewertet.

Der Eintritt ist frei.

Ort:

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