20. März 2012

„Gedichte aus dem Konzentrationslager“ – Schüler aus der Tschechischen Republik und aus Oranienburg ehren Josef Čapek

Alexander Mekis
Am Donnerstag, 22. März 2012, um 18.30 Uhr steht der tschechische Maler, Karikaturist und Schriftsteller Josef Čapek im Mittelpunkt einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Anlässlich seines 125. Geburtstages präsentieren Schülerinnen und Schüler des Gymnázium Karla Čapka Dobríš aus der Tschechischen Republik und des Louise-Henriette-Gymnasiums in Oranienburg Lieder und Gedichte von Josef Čapek, der von 1942 bis 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert war. Außerdem wird die Wanderausstellung „Josef Čapek – Maler, Dichter, Schriftsteller“ eröffnet, die von der Gebrüder-Čapek-Gesellschaft und Karel Čapek Gedenkstätte erarbeitet wurde.

Im Rahmen der Veranstaltung wird der tschechische Botschafter Dr. Rudolf Jindrák ein Grußwort sprechen. An der Veranstaltung werden auch Angehörige von Josef Čapek, die Direktorin der Karel-Čapek-Gedenkstätte, Kristina Vánová, sowie eine zehnköpfige Delegation der Gebrüder-Čapek-Gesellschaft teilnehmen. Am Tag nach der Veranstaltung werden die Schüler einen gemeinsamen Projekttag in der Gedenkstätte Sachsenhausen verbringen, wo die Geschichte von Josef Čapek im Museum in den Baracken des ehemaligen Krankenreviers dargestellt wird.

 

Josef Čapek (1887-1945), der Bruder von Karel Čapek, einem der bedeutendsten tschechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, war in Prag als Redakteur wichtiger tschechischer Kunstzeitschriften tätig, seine Bilder waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. 1931 erhielt er den Literaturpreis der Tschechischen Republik. Unter dem Eindruck der Entwicklung in Deutschland widmete Čapek sich nach 1933 vor allem der politischen Karikatur. Seine Arbeiten zeigen die heraufziehende Bedrohung der Menschlichkeit und das Versagen der Völkergemeinschaft gegenüber dem Nationalsozialismus. Die letzten 5 ½ Jahre seines Lebens musste Čapek in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Nach der Verhaftung im September 1939 war er zunächst in die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald verschleppt worden, bevor er im Sommer 1942 in das KZ Sachsenhausen überstellt wurde. Im Februar 1945 gelangte er in das KZ Bergen-Belsen, wo er im April 1945 ums Leben kam.

 

Donnerstag, 22. März 2012 18.30 Uhr

"Gedichte aus dem Konzentrationslager" - 125. Geburtstag von Josef Čapek

In Kooperation mit der Gebrüder-Čapek-Gesellschaft und der Gedenkstätte Karel Čapek

 

Begrüßung

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Kristina Vánová, Direktorin der Karel- Čapek-Gedenkstätte

Grußwort

Dr. Rudolf Jindrák, Botschafter der Tschechischen Republik

Performance mit Liedern und Gedichten von Josef Čapek

Projekt von Schülern des Gymnázium Karla Čapka Dobríš

Mit musikalischer Begleitung

Vortrag von Gedichten von Josef Čapek von Schülern des Louise-Henriette-Gymnasiums Oranienburg

 

Ort: Veranstaltungsraum in der ehemaligen Häftlingswäscherei

 

„Josef Čapek – Maler, Dichter, Schriftsteller“

Wanderausstellung der Gebrüder-Čapek-Gesellschaft / Karel Čapek Gedenkstätte

Neues Museum, 23. März bis 29. April 2012

 

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

 

Information: www.stiftung-bg.de

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