7. Juli 2010

Neuerscheinung: Biografie von Rolf Abrahamsohn

Soeben ist im Essener Klartext-Verlag der Band "Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Lebensstationen 1925-20102 von Rolf Abrahamsohn erschienen.

Ende Juni wurde die Veröffentlichung ausgeliefert. Der Band wurde vom Jüdischen Museum Westfalen - zusammen mit dem Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte – zu Rolf Abrahamsohns 85. Geburtstag im März als Überraschung erarbeitet und nun nach Abstimmung mit dem Autor gedruckt. Das Buch basiert auf einer Vielzahl von lebensgeschichtlichen Interviews, die zu einer fortlaufenden Lebensgeschichte redigiert wurden; es enthält außerdem viele Erläuterungen, zwei Landkarten sowie eine Reihe von Fotos aus dem Leben des Autors. Sowohl im Museum als auch im Buchhandel ist der 96seitige Band für 14.95 EUR erhältlich.

Rolf Abrahamsohn, Wegbegleiter unseres Museums von Anfang an, gehört zu den wenigen deutschen Juden, die noch selbst über die Gewalterfahrungen der NS-Zeit berichten können. Der ihm aufgezwungene Weg führte von seiner Geburtsstadt Marl aus über die Judenhäuser in Recklinghausen ins Ghetto und Konzentrationslager Riga und von dort über Stutthof und Buchenwald in das Außenlager des KZ Buchenwald in Bochum (1944), wo er schwerste Zwangsarbeit verrichten musste. In den letzten Kriegswochen überlebte er einen Transport über Buchenwald in Richtung Dachau, um schließlich in Theresienstadt von der Roten Armee befreit zu werden. Seine Lebensgeschichte steht zugleich für die gesellschaftliche Integration des deutschen Judentums, für das Zerbrechen der Nachbarschaft in der frühen NS-Zeit, die großen und kleinen Verbrechen gegen die Juden. Abrahamsohn berichtet auch über die Etablierung der winzigen jüdischen Gemeinschaften in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und die vorsichtigen Schritte zu ihrer Festigung seit den 1950er Jahren.

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