Planmäßige Zerstörung eines geschichts- und erinnerungsträchtigen Ortes!
Die geplante Gedenkstätte des ehemaligen Internierungslagers Rivesaltes bei Perpignan in Südfrankreich sieht sich gegenwärtig tief greifenden Veränderungen ausgesetzt, deren Auswirkungen wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht übersehen können (Überführung des Projekts auf die Verwaltungsebene der Region, Auflösung des Planungsbüros in Perpignan und seine Verlagerung nach Monpellier)Vor kurzem hat nun die französische Armee, Eigentümerin des Geländes, zwei der geschichtsträchtigsten Teile des Lagers beschlagnahmt und für den Publikumsverkehr gesperrt, um in den noch aus dem 2. Weltkrieg stammenden Baracken den Kampf gegen die Stadtguerilla zu trainieren. Damit ist die Zerstörung einzigartiger Zeugnisse der Erinnerungskultur abzusehen: die Reste der Eisenbahnlinie, auf der einige Konvois der jüdischen Internierten deportiert wurden, die historischen Baracken, insbesondere die berühmte „K 12“, die Kinderbaracke, in der Vertreter humanitärer Organisationen wie die Schweizer Kinderhilfe gewirkt haben, u. a. deren Symbolfigur, die Krankenschwester Friedel Bohny-Reiter. Ihr Tagebuch über ihren einjährigen Einsatz in Rivesaltes von 1941 bis 1942 ist auch auf Deutsch erschienen („Vorhof der Hölle“).
So werden schon morgen die beiden zentralen Lagerbereiche J und K, in denen im Lauf der Lagergeschichte unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen interniert waren (die spanischen Bürgerkriegsflüchtlinge, aus Deutschland und Osteuropa geflohene Juden, französische „Tziganes“ (Sinti und Roma), algerische „Harkis“, die sich im Unabhängigkeitskrieg auf die französische Seite geschlagen hatten) als militärisches Übungsgelände benutzt werden – mit all’ den absehbaren Folgen.
Angesichts dieser bewussten Zerstörungen läuten wir die Alarmglocke und bitten alle, die dieses skandalöse Vorgehen der Armee nicht kalt lässt, lauthals bei den zuständigen Institutionen zu protestieren (Conseil Général des Pyrénées Orientales, Conseil Régional, Französische Armee etc.) sowie die Petition im Internet zu unterschreiben.
http://www.petitionduweb.com/Petition_le_camp_de_rivesaltes_disparition_programmee-10447.html
TRAJECTOIRES
(TRAJECTOIRES ist ein Verein, der im Jahre 2007 mit dem Ziel gegründet wurde, die Erinnerung an das Lager von Rivesaltes zu bewahren. Wir sammeln Zeugenaussagen und organisieren Veranstaltungen, damit nichts in Vergessenheit gerät.)
Systematic Destruction of an Historical Site
The plans for the memorial in the former camp of Rivesaltes near Perpignan are going to be changed. Nobody knows, what will become of it. The project has been transferred to the administrave level of the Region nad the plannig bureaux from Perpignan to Montpellier.
Recently, the French Army, owner of the property, has closed two of the most historically significant parts of the camp for the public, in order to train there for combat against urban rioters among the barracks from the time of World War II. This implies the destruction of unique relics : the remains of the railway line, on which the Jewish inmates were deported and the barracks,
particularly the barrack K 12, working place of the representatives of the Swiss Children's Aid. Among these was the nurse Friedel Bohny-Reiter. Her diary about her one-year-assigment to Rivesaltes camp 1941-1942 is published in German and French, in English an Interview with her made by the USHMM is avaiable in the Internet.
The central sites of the camp, J and K, contained internees and prisoners of many persecuted groups: Republican Spanish refugees who where interned there after their defeat in Spain, Jewish refugees from Germany and East Europe, Jewish deportees from the South-Western regions of Germany, «Tziganes» (Sinti and Roma) and later Algerian refugees, «Harkis» who had fought for the French during the Algerian war of liberation.
Those parts of Rivesaltes are now destined to serve as military training ground with all the destructions that this implies.
The Projekt «Trajectoires», founded in 2007 to preserve the memory of Rivesaltes camp begs for your protest at the relevant institutions, i.e. The Conseil Général des Pyrénées Orientales, Conseil Regional and the French Army and for your signature under the petion in the Internet (see above).
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email gedenkdiener@topographie.de


