Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts

Die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts der Arolsen Archives bietet Freiwilligen aus aller Welt die Möglichkeit, aktiv an der Entwicklung des größten Online-Archivs über die Opfer der NS-Verfolgung mitzuwirken und damit einen greifbaren Beitrag gegen das Vergessen zu leisten. Konkret erfassen die Freiwilligen auf der größten nichtkommerzielle Citizen Science-Plattform Zooniverse Namen und weitere Daten von Dokumenten zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Bis zum Jahr 2025 soll es auf diese Weise möglich sein, alle in den Arolsen Archives dokumentierten Namen bei einer einfachen Online-Recherche zu finden.

Das Projekt startete am 27. Januar 2020 mit rund 1000 Schüler*innen aus Hessen. Als im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie die analogen Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung an vielen Gedenkorten abgesagt werden mussten, bot #everynamecounts eine Möglichkeit des Gedenkens im digitalen Raum. Das regionale Projekt wuchs in kurzer Zeit zu einer internationalen Initiative mit heute über 24.000 Freiwilligen an.

Mitmachen können alle Interessierten mit Internetzugang. Vorwissen ist nicht nötig. Kurze, bebilderte Erklärungen auf Englisch und Deutsch führen die Freiwilligen Schritt für Schritt durch die korrekte Datenerfassung. Dennoch bleibt es eine der großen Herausforderungen des Projektes, die sehr komplexen Dokumente in einer Weise vorzubereiten, die eine niedrigschwellige Bearbeitung durch die Freiwilligen ermöglicht, gleichzeitig aber in ausreichendem Maße Hintergründe erläutert und kontextualisiert. Dies macht ein gutes Community-Management erforderlich. Ein Expert*innen-Team moderiert das Forum, in dem Freiwillige Fragen zu den Dokumenten stellen, miteinander diskutieren oder die Ergebnisse eigener Recherchen miteinander teilen können.

Das Projekt wird begleitet von einer Medienkampagne, die sich besonders an junge Menschen der „Gen Z“ richtet. Speziell für Schüler*innen wurde außerdem eine digitale Einführung entwickelt. Die ca. 15-minütigen interaktive Slideshow gibt anhand eines KZ-Dokuments zu dem Schüler Siegfried Schneck Einblicke in die Geschichte der Verfolgung und die Bedeutung der Archivdokumente. Der Fünfzehnjährige wurde als Angehöriger der Sinti und Roma verfolgt, verschleppt und in Auschwitz ermordet. In einer integrierten Übung können die Schüler*innen die Datenerfassung im Projekt #everynamecounts ausprobieren und erhalten direktes Feedback zu ihren Eingaben. Schüler*innen erlangen im Projekt methodische Kompetenzen im Umgang mit Archivquellen und forschend-entdeckendes Lernen wird gefördert.

Kontakt

Arolsen Archives International Center on Nazi Persecution:
enc@remove-this.arolsen-archives.org

Website #everynamecounts:
​​​​​​​https://enc.arolsen-archives.org/​​​​​​​

Einarbeitung am PC
Medieninstallation anlässlich des 27. Januar 2021