Neuer Erkenntnisse und ungünstige Arbeitsbedingungen brachten mich dazu, den Mitgliedern des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz, den anderen Initiativen an Orten ehemaliger Außenlager des KZ Natzweiler und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten von Baden-Württemberg (LAG), die eng mit der Landeszentrale für politische Bildung von Baden-Württemberg (LpB) zusammenarbeitet, den Vorschlag zu machen, unserer Arbeit eine neue Qualität zu geben indem wir sie zu einer »Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager (DGNA)« verknüpfen.
Die »Dezentrale KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« würde als Ergebnis von intensiver Kooperation eine Gedenkstätte neuen Typs und einmaliger Art durch Vernetzung der Personen, Initiativen, Institutionen und Behörden entstehen. Die einzelnen historischen Orte müssten erhalten bleiben und mit dem Hinweis auf die DGNA ergänzt werden. Das bisher Geleistete sollte stabilisiert sowie ausgetauscht und anstehende Arbeiten in gegenseitiger Absprache und Unterstützung angegangen werden.
Das Ziel der »Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« wäre, auf die historische Entwicklung des KZ-Systems am Ende des zweiten Weltkrieges im Südwesten der heutigen Bundesrepublik und im Westen Frankreichs hinzuweisen, die Kenntnisse über die damaligen Umstände durch wissenschaftliche Arbeiten voranzubringen, die Darstellungen zum KZ-Natzweiler und seinen Außenlagern in den Gedenkstätten zu erweitern und damit das Erinnern und Gedenken an die Opfer im Sinne einer der Demokratie verpflichteten politischen Bildung zu befördern.
Die KZ-Gedenkstätte Neckarelz e.V. hat im Jahr 2001 diesen Vorschlag als ein drei bis fünf Jahre gedachtes Projekt »Dezentrale KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« formuliert und in die Diskussionen eingebracht. Die direkt betroffenen aktiven Gedenkstätteninitiativen Mannheim, Kochendorf, Leonberg, Vaihingen, Haslach, Eckerwald, Bisingen und Schwäbisch Hall reagierten positiv, sahen sich aber aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen nicht in der Lage, es aktiv voranzutreiben. Eine Arbeitsgruppe der LAG traf sich schon fünf Mal in der LpB, um die gemeinsamen Interessen in Hinblick auf die französischen Bemühungen um eine Neugestaltung des Memorials in Natzweiler zu besprechen. In diesem Prozess ist die KZ-Gedenkstätte Neckarelz lediglich als ein Beispiel zu verstehen, was an einem Ort getan und gedacht wurde. Eine Aufgabe der Zukunft bleibt, ähnliche Überlegungen für alle betroffenen Orte anzustellen.
Die folgenden Ausführungen sollen die Ideen bekannter machen. Die bundesweite Bedeutung und die europäische Dimension sollten alle Interessierten veranlassen, auf eine Realisierung der »Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« hin zu arbeiten.
1. Kurze Geschichte des KZ-Außenlagers Neckarelz
2. Entwicklung der Gedenkstätte und deren Perspektive
3. Die deutsch-französische Kooperation und ihre Entwicklungschance
Kurze Geschichte des KZ Neckarelz (März 1944 – März 1945)
Als nach der Wende des Kriegsgeschehens 1943 die alliierte Luftwaffe die Rüstungsproduktion des nationalsozialistischen Deutschlands zunehmend gefährdete, bildete man in Kooperation von Staat, Rüstungsindustrie und SS mit dem »Jägerstab« ein neues Managementinstrument, um vermehrt Jagdflugzeuge zu produzieren. Ein entscheidender Aspekt dabei war die Verlagerung der Produktion in Bunker, Bergwerke oder Tunnels. Das bekannteste Beispiel ist dafür »Mittelbau Dora«. Der dafür zuständige SS-Mann Kammler bekam dann im »Jägerstab« auch die Funktion, Projekte effektiv durchzusetzen. Als größtes Verlagerungsprojekt »A 8 + A 8a« wurde die Flugmotorenfabrik von Daimler-Benz aus Genshagen bei Berlin in den Gipsstollen »Friede« und die Werkzeugmaschinen des Konzern in den benachbarten Stollen »Ernst« nach Obrigheim am Neckar umgesetzt. Unter den Tarnnamen »Goldfisch« und »Brasse« produzierte man dann Motoren, bzw. brachte man Maschinen im Wissen um die Ereignisse an der Ostfront unter, um sie für die Zeit nach dem Krieg zu sichern. So entstand für die Region um Mosbach ein Industrialisierungsschub. Für die Daimler-Benz Fabrik wurden insgesamt etwa 5 000 KZ-Häftlinge zum Ausbau des Stollensystems und der Infrastruktur gezwungen und weitere etwa 5 000 Arbeiter für die Produktion bevölkerten den »Elzmündungsraum«.
Ende März 1944 kamen die ersten 500 Häftlinge aus Dachau an und richteten die damalige Volksschule Neckarelz als KZ ein. Bis zum Sommer 1944 stieg die Zahl der KZ-Häftlinge, die auch in mehreren Nebenlagern untergebracht wurden, auf knapp 3 000 an. Sie kamen aus allen KZs des Reichs und mussten in je 12-stündigen Tag- und Nachtschichten als »Bauhäftlinge« für verschiedene Firmen zwangsarbeiten.
Innerhalb des KZ-Systems wurden sie dazu alle über das KZ Natzweiler, das 1940 im Elsass, 50 km südwestlich von Strassbourg, gebaut worden war, mit neuen Häftlingsnummern registriert. Aus dem und über das KZ Natzweiler wurden in den letzten Kriegsjahren weitere etwa 30 000 Häftlinge in verschiedene »Aussenkommandos« .verteilt – immer im Kontext mit rüstungswirtschaftlich bedeutsamen Produktionen. Das letzte Nummernbuch des KZ Natzweiler registriert knapp 46 000 Häftlinge, wovon die Mehrzahl auf Außenkommandos verteilt war.
In der Anlage zum Schutzhaftlager-Rapport vom 30. 9.1944, 7.00 Uhr sind 20 Außenlager aufgeführt:
Aussenarbeitstellen belegt Höchstbelegung
1. Oberehnheim 20 162
2. Schömberg 766 766
3. Schörzingen 723 3 000
4. Frommern 177 180
5. Iffezheim 116 150
6. Heppenheim 62 65
7. Erzingen 200 200
8. Leonberg 1 162 2 000
9. Neckarelz 2 944 3 000
10. Wesseling 100 1 000
11. Markirch 823 3 000
12. Dautmergen-Wueste 2 001 6 000
13. Kochendorf (Eisbär) 655 1 500
14. Vaihingen (Stoffel) 2 187 2 187
15. Daimler Benz (A.10) 463 463 (Kranich)
16. Katzbach (Adlerwerke) 198 1 000
17. Darmstadt 32 300
18. Neckargartach (Steinbock) 1 069 1 500
19. Barbe-Haslach 399 600
20. Spaichingen 100 600
Im September 1944 wurde das KZ Natzweiler selbst durch die Alliierten befreit, seine Verwaltung zog an den Neckar und so existierte es bis März 1945 in seinen Außenlagern weiter. Am Kriegsende löste sich (vermutlich südlich von Stuttgart) die Verwaltung auf und die Häftlinge wurden nach Dachau transportiert. Diese Besonderheit des KZ-Natzweiler gilt es wahrzunehmen.
Ab September 1944 produzierte die Firma »Goldfisch« mit rund 5 000 Arbeitern, die großenteils aus dem Werk in Genshagen direkt nach Obrigheim »verlagert« wurden. Ihre Unterbringung bereitete große Probleme, u.a. mussten für sie die KZ-Häftlinge auch mehrere Barackenlager mit errichten. So entstand ein System von Einrichtungen in verschiedenen Orten der Region. Dazu gehören einerseits verschiedene KZs, welche als »Neckarlager« bezeichnet wurden. Andererseits sind die Orte einzubeziehen, welche durch »Goldfisch« und »KZ« direkt betroffen waren: so die SS-Verwaltungsstellen, die Friedhöfe und Orte im Zusammenhang der Befreiung. Der Gedenkstättenverein fand als gleichermaßen geografische und psychologische Bezeichnung für die Erinnerungsarbeit und politische Bildung zu diesem Phänomen den Begriff »KZ-Komplex«.
Für die Konzernleitung von Daimler-Benz wurde immer deutlicher, dass die unterirdische Fabrik nicht nur zur Produktion, sondern viel mehr noch zur Sicherung der Produktionsmittel genutzt werden konnte. So brachte man über 2 000 Werkzeugmaschinen aus den östlichen Teilen des zusammenbrechenden nationalsozialistischen Reiches in die Stollen von Obrigheim. Diese Strategie für die Zeit nach dem Weltkrieg war insofern erfolgreich, weil die Mehrzahl der Maschinen im Westen blieben, lediglich 800 davon gingen im Herbst 1945 als Reparationsleistung in die UdSSR. Etwa 200 sind direkt in neue Fabriken der Region gekommen und führten die Industrialisierung fort.
Der »KZ-Komplex Neckarlager« kann als Muster angesehen werden, wie in allen Außenlagern des KZ Natzweiler die je eigene historische Variante realisiert und in der Gedenkstättenarbeit aufgegriffen wurde. Schon hieraus ergeben sich zahlreiche Fragen, die weder wissenschaftlich noch in der politischen und pädagogischen Dimension zureichend behandelt sind.
Entwicklung der Gedenkstätte Neckarelz und deren Perspektive
Nach jahrzehntelangem Verschweigen dieses Teils der Heimatgeschichte wurde durch engagierte Menschen ab Mitte der 80er Jahre auch in Mosbach/Neckarelz/Obrigheim begonnen, das historische Erinnern mit politischer Aufklärungsarbeit zu verbinden. So entstand der eingetragene Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern gelang es, 1998 eine Gedenkstätte mit rund 150 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu eröffnen. Unterstützt wurde und wird diese kleine Gedenkstätte von der Stadt Mosbach, dem Neckar-Odenwald-Kreis, der Landesarbeitsgemeinschaft von Gedenkstätten in Baden-Württemberg, der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, der EU und einigen Sponsoren, worunter die Daimler-Benz AG bis 1999 der finanzkräftigste war.
Bezieht sich die Arbeit in der KZ-Gedenkstätte vor allem auf den Alltag in einem KZ, das zur Rüstungsproduktion im letzten Kriegsjahr eingerichtet wurde, so erschließt der »Geschichtslehrpfad ›Goldfisch‹ « die Überreste der unterirdischen Produktionsanlage der Daimler-Benz Fabrik. Nicht mehr viele, aber aussagekräftige »steinerne Zeugen« befinden sich auf dem westlichen Neckarufer bei Obrigheim, zwei Kilometer von der KZ-Gedenkstätte entfernt. Im Jahr 1999 konnte der Gedenkpfad durch ein internationales Jugendworkcamp erstellt werden.
Mit handwerklichen und wissenschaftlichen Arbeiten sowie mit öffentlichen Veranstaltungen wurden die Vereinsziele angepackt: Zeitzeugen konnten befragt und schriftliche Überlieferungen aus Archiven beschafft werden, die Lokalgeschichte wurde durch Wissen über »jene dunklen Jahre« (Titel der Erinnerungen des Häftlings Arno Plock) ergänzt und die Kooperation mit vielen Initiativen realisierte die Aufklärung gegen Rechtsradikalismus heute.
Inzwischen ist die KZ-Gedenkstätte, die in den ersten drei Jahren rund 5 000 Menschen besuchten, ein anerkannter Faktor im Museums- und Kulturbetrieb der Region. Die öffentliche Anerkennung der Arbeit wurde in den Presseartikeln deutlich, manifestierte sich in einem halbstündigen Fernsehbericht (»KZ-Lager im Neckartal«, 15. April 1999, SWR) und führte zur preisgekrönten Auszeichnung als »vorbildliches Heimatmuseum 1998« des Regierungsbezirkes Karlsruhe.
Während der umfangreichen Vereinsarbeit verdeutlichten sich auch die personellen und materiellen Grenzen der ehrenamtlichen Arbeit, die längst nicht erlaubten, alle als nötig erachteten Forschungen und Projekte in Angriff zu nehmen. Hieraus ergibt sich die Arbeitsperspektive der nächsten Jahre: Neben wissenschaftlichen Forschungen, den öffentlichen Veranstaltungen und dem Lotsendienst für BesucherInnen stehen bauliche Veränderungen an. Im jetzigen Gebäude der KZ-Gedenkstätte Neckarelz sind die sanitären Einrichtungen unzureichend und es nahmen die Setzrisse derart zu, dass umfangreiche Sanierungsmassnahmen anstehen. Diese möchte der Verein mit einer Vergrößerung der Ausstellungsfläche verbinden. So könnte künftig die Ursache des KZ im Verlagerungsprojekt »Goldfisch« optimaler dargestellt, müsste auf die Verbindungen mit dem KZ Natzweiler und dessen andere Außenlager hingewiesen und sollten die Innenwände der ehemaligen Krankenbaracke »B 5« ausgestellt werden. Allerdings gelang es bis zum Jahresende 2001 für keines der Projekte, eine Finanzierung zu erhalten.
Wiederum zeigt diese Schilderung exemplarisch, welche Probleme für alle »kleinen« Gedenkstätteninitiativen an Orten der ehemaligen KZ-Außenlager von Natzweiler bestehen. Um sie angehen zu können, scheint eine stärkere Verknüpfung als sie bisher, sinnvoller als das ausschließlich alleine agieren jeder einzelnen.
Die deutsch-französische Kooperation und ihre Entwicklungschance
Ein wesentlicher Auslöser für die Aktivitäten, eine »Dezentrale KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« anzustreben, bestand (nicht untypisch für die Arbeit insgesamt) im Wunsch ehemaliger französischer Häftlinge. Für die Neukonzeptionierung des Memorials in Natzweiler verfasste Herr Vittori 1998 eine Denkschrift mit dem programmatischen Titel: Die Schaffung einer Europäischen Geschichtsstätte auf dem Areal des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof, gewidmet den deportierten Widerstandskämpfern im nazistischen KZ-System. Im Auftrag des (dafür zuständigen) französischen Verteidigungsministeriums arbeitet Herr Lalieu an der Realisierung, die bis zur 60-Jahr-Feier der Befreiung im September 2004 vollzogen sein soll.
Als der ehemalige Häftling Maurice Voutey darüber in Neckarelz berichtete, entspann sich an folgendem Punkt die Idee, die Außenlager selbst untereinander zu verknüpfen: »Schaffung von Gedenkstraßen zu den wichtigsten Außenkommandos, worunter jeweils ein Ort in Frankreich und einer in Deutschland besonders hervorgehoben werden soll«. Wenn ein internationales Interesse besteht und möglicherweise auch Besucherströme von Natzweiler zu den Orten der ehemaligen Außenlager geleitet würden, müssten diese selbst eine inhaltliche Verbindung darstellen.
Im Verlauf der wissenschaftlichen und organisatorischen Weiterentwicklung des Konzepts zur Neugestaltung von Natzweiler wurde inzwischen auch für die französische Seite deutlicher, dass die Geschichte des KZ Natzweiler nicht im September 1944 beendet war und es der gegenseitigen Verweise zwischen den Gedenkstätten beiderseits des Rheins bedarf, wenn die Arbeiten historisch richtiger und politisch sinnvoller geleistet werden sollen. Für die (südwest-)deutsche Seite ergab sich ein Berg bislang unbeantworteter Fragen, die wissenschaftliche Forschungen erfordern.
Durch diese Zusammenhänge bekäme eine »Dezentrale KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« eine (west-) europäische Dimension, wie sie andernorts nicht besteht. So wäre ihre bundesweite Bedeutung aus zwei Umständen zu begründen: 1. erst eine Kombination von kleinen Gedenkstätten und Erinnerungsorten konstituiert die (eben) Dezentrale KZ-Gedenkstätte, 2. die historische Dynamik des KZ-Systems im letzten Kriegsjahr wird durch die Weiterexistenz des befreiten KZ in seinen Außenlagern deutlich.
Inhaltlich zusammengefasst könnte formuliert werden: Die »Dezentrale KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« verknüpft alle authentischen Orte in Südwestdeutschland, die in den letzten Weltkriegsjahren Außenlager des ehemaligen KZ Natzweiler beherbergten, zu einer GE-Denk-Stätte.
Sie ermöglicht Gedenken und exemplarisches Lernen über den Zusammenhang von Konzentrationslagern, Zwangsarbeit, Staat und Rüstungsindustrie anhand der lokalen Bedingungen insbesondere in den letzten Jahren des zweiten Weltkrieges. In Kooperation mit dem KZ-Memorial Natzweiler-Struthof ermuntert sie im europäischen Kontext zu Wachsamkeit und bürgerschaftlichem Engagement für Menschenrechte und Demokratie.
Die Verwirklichung einer »Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager« steht am Jahresende 2001 noch nicht direkt an, jedoch sollte diese Perspektive für die bundes- und europaweite Gedenkstättenlandschaft nicht übergangen werden. Einerseits werden bei der Neugestaltung in Natzweiler durch Frankreich Fakten geschaffen und andererseits sollte die Kooperation in Deutschland regional und bundesweit verbessert werden. Insbesondere letzteres scheint auf gutem Weg zu sein, denn für den Austausch mit den Aktivitäten im Elsass arbeiten die Landeszentralen für politische Bildung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen schon zusammen.
Nachdem sich eine Untergruppe der Landesarbeitsgemeinschaft von Gedenkstätten in Baden-Württemberg über das gemeinsame Agieren mit den Verantwortlichen für die Neugestaltung von Natzweiler auf französischer Seite verständigt hat, wäre die logische Fortsetzung dieser Kooperation einer »Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager«.
So könnte die bundesweite Besonderheit in der Gedenkstättenlandschaft, die sich aus den Entwicklungen vom KZ Natzweiler und der Rüstungsindustrie der letzten Kriegsjahre ergibt, herausgestellt werden.
Im Herbst 2001 besuchte eine Delegation der französischen Verantwortlichen die Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart und zwei kleinere KZ-Gedenkstätten. Dabei wurden weitere Schritte zur gegenseitigen Unterrichtung für 2002 vereinbart.
Als nächstliegender Schritt in Richtung einer »Dezentralen KZ-Gedenksätte Natzweiler-Außenlager« steht nun an, die landes- und bundesweite Diskussion um die Auswirkungen bei einer Verwirklichung fortzuführen. Diese beziehen sich zunächst auf die zu verknüpfenden existierenden KZ-Gedenkstätten, denn dort müsste einerseits die Forschung und andererseits die museologische Darstellung entsprechend erweitert werden. Des weiteren würde die Mittelbeschaffung auch die Landes- und Bundesebene betreffen, denn die neue Gedenkstätte müsste erst innerhalb der jetzigen Struktur der finanziellen Förderung etabliert werden. Schließlich wäre eine europäische Komponente anzugehen, die die Vorsitzende des Vereins der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, Dorothee Roos, mit ihrem Vorschlag einbrachte, den Aufbau der Dezentralen KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Außenlager über ein etwa dreijähriges EU-Projekt voranzubringen.
Informationen unter: www.kz-denk-nackarelz.de