Das Transitghetto Izbica.

Vortrag
20. Mai 2022
19:00 - Uhr
Ort: Hochschule Düsseldorf, Münsterstraße 156, 40476 Düsseldorf
Veranstalter: Erinnerungsort Alter Schlachthof

Die große Mehrheit der Juden und Jüdinnen, die Ende 1941 noch auf dem Gebiet des Deutschen Reichs lebten, wurde 1942 »nach Osten« deportiert und ermordet. Auch aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, der Slowakei und Luxemburg verschleppten die Nationalsozialisten weite Teile der jüdischen Bevölkerung in die Ghettos und Lager im besetzten Polen. Ein Hauptziel war der Distrikt Lublin, wo die Deportierten nicht sofort getötet, sondern zunächst auf Transitghettos verteilt wurden. Das größte war Izbica. Im März 1942 begannen die »Aussiedlungen« aus Izbica in die Mordlager der „Aktion Reinhardt“. Im November 1942 erklärten die Deutschen den Ort für »judenrein«. Die letzte kleine Gruppe jüdischer Bewohner*innen wurde schließlich im April 1943 nach Sobibór verschleppt.

Im Zentrum des Vortrags stehen die Deportationen nach Izbica, das Geschehen am Ort sowie die Frage, wie der Umgang mit der Geschichte heute aussieht. Dr. Steffen Hänschen (Bildungswerks Stanisław Hantz e.V.) engagiert sich im Rahmen seiner Tätigkeit im Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. in der Lubliner Region und in Izbica.

Ort: Hochschule Düsseldorf, Münsterstraße 156, 40476 Düsseldorf - Raum: HS 3.E.001

 

Gesamtes Veranstaltungsprogramm zu "80 Jahre danach. Geschichte & Gedenken"

Viele der jüdischen Menschen, die ab 1941 aus dem deutschen Reichsgebiet in das besetzte Polen verschleppt wurden, sind in den Vernichtungslagern der „Aktion Reinhardt“ ermordet worden. Einige wurden direkt von ihren Wohnorten aus in diese Mordstätten gebracht, auch aus Düsseldorf. So machte etwa am 15.6.1942 ein Transport mit 1.003 Menschen am Düsseldorfer Hauptbahnhof Halt, bevor dieser dann über Lublin/Majdanek nach Sobibór geleitet wurde. Andere, wie die 942 Menschen, die sich im April 1942 zum Abtransport am Schlachthof einfinden mussten, wurden erst an Orten wie Izbica, in sogenannten Transitghettos, monatelang festgehalten und anschließend in die Todeslager deportiert. Diese Zwangstransporte jähren sich in diesem Frühjahr und Sommer zum 80. Mal, genau wie die beiden Deportationen in das Ghetto und KZ Theresienstadt, die im Juli 1942 über den Düsseldorfer Schlachthof stattgefunden haben.

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