Die Befreiung aus dem nationalsozialistischen Lagersystem 1944/1945

Tagung / Seminar / Workshop
17. Mai 2022 -
18. Mai 2022
10:00 - 14:00 Uhr
Ort: An der Gedenkstätte, 54421 Hinzert-Pölert
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung RLP

Als „Atempause“, als eine Zeitspanne „am Rande der Zivilisation“ hat Primo Levi seine Befreiung aus dem KZ Auschwitz beschrieben. Auch für andere Überlebende war die Befreiung der Lager, der Weg in die Heimat oder aber ins Exil von großen Herausforderungen und neuen Erfahrungen geprägt.

Viele Berichte über die nationalsozialistische Verfolgung enden mit dem Tag der Befreiung. Doch wie gestalteten sich die letzten Tage in den Lagern im Einzelnen? Wie reagierte die lokale Bevölkerung auf die befreiten Häftlinge, ZwangsarbeiterInnen und entlassenen Kriegsgefangenen? Waren Frauen und Männer wie auch ehemals rassistisch Verfolgte unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt? Welche Rolle spielten die “Camps for Displaced Persons“? Und wie gestaltete sich die Rückkehr in die jeweiligen Herkunftsländer bzw. der Weg ins Exil unter den chaotischen Bedingungen der frühen Nachkriegszeit? Gab es ehemalige Häftlinge, ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene, die in der Region verblieben und wenn ja, aus welchen Gründen? Nicht zuletzt geht es um die Frage, ob und wie die Befreiung der Lager einen Ort im lokalen Gedächtnis der umliegenden Dörfer und Städte gefunden hat.

Auf der Tagung, die eine Kooperationsveranstaltung mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und dem Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert ist, wird der Fokus bewusst nicht ausschließlich auf die Befreiung der Konzentrationslager und ihrer Nebenlager liegen. Mit in den Blick genommen werden Lager für ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangenenlager und weitere zum nationalsozialistischen Lagersystem zählende Haftstätten in Zuständigkeit von Polizei-, Justiz-, Wehrmachts- und/oder Verwaltungsbehörden. 

Die Tagung beginnt am 17. Mai um 10 Uhr und wird am 18. Mai voraussichtlich gegen 14 Uhr enden.

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