Orte von Belang - Symposium zum Umgang mit NS-Tat- und Täterorten am Beispiel Sachsenburgs

Symposium
21. Mai 2022
10:00 - 19:00 Uhr
Ort: Chemnitz, Onlineübertragung von Vorträgen und Diskussion angedacht
Veranstalter: Gedenkstätte Sachsenburg

Der Wettbewerb um die sogenannte "Kommandantenvilla" in Sachsenburg hat verschiedene Kontroversen ausgelöst und Fragestellungen aufgeworfen, die keineswegs ortsspezifisch sind, sondern auch für den Umgang mit anderen Orten der NS-Geschichte relevant sein können. Mit dem Symposium möchten wir die noch ausstehende fachliche Reflexion des Wettbewerbs initiieren und auf mögliche Ansätze und verschiedene Konzepte des Umgangs mit NS-Tat- und Täterorten fokussieren.

 

Der Einführungsvortrag zum Symposium von Cornelia Siebeck (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) wird sich dem Verhältnis von Gedächtnis und öffentlichem Raum widmen. Welche Rolle spielen Orte der NS-Verbrechen für die Gedenk- und Erinnerungspraxis? Welche Bedeutung haben Zuschreibungen wie "Authentizität", "Aura", "historischer Ort" und "steinerne Zeitzeugen"? Wie tragfähig sind diese Konzepte für die konkrete Erinnerungsarbeit, auch im Hinblick und im Vergleich zur Möglichkeit und dem Einsatz von VR-Rekonstruktionen?

Auf Ausschreibung, Rahmung und Durchführung des Ideenwettbewerbs "Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg - Umgestaltung der 'Kommandantenvilla'" wird ein zweiter Vortrag zurückblicken.

Anschließend folgt die Vorstellung der drei Preisträger*innenentwürfe sowie der zwei Entwürfe mit Anerkennung durch die Architekt*innen.

Eine Diskussion mit Melanie Engler (Gedenkstätte Lichtenburg Prettin), Anna Schüller (Geschichtswerkstatt Sachsenburg) , Prof. Dr. Jörg Skriebeleit (Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) und Dr. Markus Pieper (Geschäftsführer der Stiftung Sächsischen Gedenkstätten) am frühen Nachmittag thematisiert die unterschiedlichen Erwartungen an den Wettbewerb und Perspektiven auf dessen Ergebnisse. Ziel der Diskussion, die sich auch dem Publikum öffnet, ist es, gemeinsam Schlussfolgerungen aus dem Wettbewerbsprozess zu ziehen und dabei wesentliche Themen und Aufgaben zur Berücksichtigung bei zukünftigen, ähnlich gelagerten Vorhaben herauszuarbeiten.

 

Im Praxisteil des Tages mit drei parallelen Workshops finden schließlich denkmalpflegerische, pädagogische und gestalterische Fragestellungen Betrachtung und Bearbeitung:

Workshop I: NS-Tat- und Täterorte unter Denkmalschutz?

Möglichkeiten und Grenzen denkmalpflegerischer Würdigung von Orten mit NS-Vergangenheit in Sachsen

Leitung: Prof. Dr.- Ing. Anke Fissabre (FH Aachen, Geschichte und Theorie der Architektur) und Alma Thum sowie Valentin Bauer (freiberufliche Restauratoren)

 

Workshop II: Zeitschichten entdecken

Historisches Lernen an überformten Orten der NS-Geschichte

Leitung: Anja Neubert (Universität Leipzig, Historisches Seminar, Lehreinheit Geschichtsdidaktik)

 

Workshop III: Räume denken - Räume gestalten Chance und Gefahr der Ästhetisierung von NS-Tat- und Täterorten

Leitung: Monika Müller-Rieger (Geschäftsführerin "Büro Müller Rieger - Ausstellungen und Medien", München, Szenografin)

weitere Informationen

Das Symposium findet vorbehaltlich einer beantragten Förderung statt.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Eine Anmeldung (bitte mit Angabe zur Workshop-Teilnahme) ist ab sofort unter info@remove-this.slag-aus-ns.de möglich.

 

Ansprechpartnerinnen:

Jane Wegewitz - Referentin der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG) jane.wegewitz@remove-this.slag-aus-ns.de

Anna Schüller - Geschichtswerkstatt Sachsenburg / Sprecherin der sLAG info@remove-this.geschichtswerkstatt-sachsenburg.de

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