15. Mai 2003

Konferenz: CFP: 70 Jahre Bücherverbrennung - Frankfurt 07/03

"freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs)"
"freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs)"

Projektbeschreibung:
"freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs)".> 04.07.2003-06.07.2003, Frankfurt.>.>.> CALL FOR PAPERS:.>.> 70 Jahre Bücherverbrennung.> Konferenz des "freien zusammenschlusses von.> studentInnenschaften (fzs)" zur Rolle der Studierenden und ihrer.> Verbände bei der Nazifizierung der Hochschulen.>.> Frankfurt/M. 4.-6. Juli 2003.>.>.> Hintergrund und Ziel der Konferenz.>.> "Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man.> bald auch Menschen." Heinrich Heine, Almansor. Eine Tragödie.>.> Um den 10. Mai 1933 verbrannten Studierende an den meisten deutschen.> Hochschulstandorten, aber auch in Städten, in denen es 1933 noch keine.> Universitäten gab, sogenannte zersetzende Schriften. Diese.> Bücherverbrennung wurde unmissverständlich als "Aktion wider den.> undeutschen Geist" bezeichnet. Als "zersetzend" galten den deutschen.> Studierenden dabei Schriften von liberalen und linken.> WissenschaftlerInnen und AutorInnen sowie vor allem: Schriften von.> Jüdinnen und Juden. Die Bücherverbrennungen waren somit nicht nur ein.> weiterer öffentlichkeitswirksamer Auftakt zur politischen Verfolgung von.> NS-GegnerInnen, sondern auch ein Vorspiel zu Vernichtung der Jüdinnen.> und Juden. Dieses Jahr jähren sich die Bücherverbrennungen zum.> siebzigsten Mal. Aus diesem Anlass will der fzs, ein Dachverband von.> derzeit 74 Studierendenvertretungen, mit Veranstaltungen, künstlerischen.> Aktionen und einem Kongress an dieses ,Vorspiel zur Vernichtung'.> erinnern. Hierbei möchte sie insbesondere die Rolle des Dachverbandes.> "Deutschen Studentenschaft" (DSt) thematisieren und damit Impulse für.> eine kritische Aufarbeitung studentischer Geschichte auf Verbands- und.> Hochschulebene geben..>.> Die Bücherverbrennungen im Jahre 1933 werden hierbei primär als eine Tat.> der Studentenschaften aufgeasst, d.h. der Allgemeinen.> Studentenausschüsse (AStA) und ihres Dachverbandes, der DSt. Diese.> Studentenvertretungen waren zu Beginn der Weimarer Republik aus.> verschiedenen Vorläufern entstanden und Anfang der 20er Jahre.> staatlicherseits als legitime Vertretungen anerkannt und mit dem Recht,.> Beiträge von allen Studierenden einzuziehen, ausgestattet worden. Der.> davon erhoffte Demokratisierungsschub im traditionell.> reaktionär-elitären Studentenmilieu blieb aber aus. Stattdessen stellten.> die Studentenschaften der Weimarer Republik so etwas wie eine völkische.> Avantgarde dar..>.> Dies zeigt sich exemplarisch an dem "Becker-Kontroverse" genannten.> Verfassungsstreit der DSt im Jahre 1926. In dieser Auseinandersetzung.> versuchte der preußische Kultusminister Becker, der DSt in Preußen den.> Status der legitimen Vertretung zu entziehen und den ASten damit das.> Recht abzuerkennen, Zwangsbeiträge zu erheben, solange die DSt.> nichtdeutsche (österreichische und sudetendeutsche).> Studentenvertretungen in ihren Reihen duldete. Dabei richtete sich die.> Politik des Ministers nicht prinzipiell gegen die Mitgliedschaft von.> nichtdeutschen Studentenvertretungen in der DSt, sondern gegen den in.> diesen Vertretungen praktizierten Ausschluss von "nationalen und.> religiösen Minderheiten" - kurz gesagt, gegen den "Arier-Paragraphen",.> der den Ausschluss von JüdInnen aus den Körperschaft Studentenvertretung.> in Österreich und dem "Sudentenland" regelte. Während große Teile der.> lokalen Studentenvertretungen (AStA) den aus Gründen der Statuswahrung.> auf Beckers Forderung einzugehen bereit war, war dies weder im.> Dachverband DSt, noch an der studentischen Basis der Fall. Eine.> Urabstimmungen bestätigten die DSt-Führung in ihrer Haltung: mit.> überwältigenden Mehrheiten (zwischen 70.> und 90 %) verzichteten die preußischen Studenten auf eine verfaßte.> Interessenvertretung und stimmten für die Zusammenarbeit mit.> Studentenvertretungen, die JüdInnen aus ihren Reihen ausschlossen. Das.> aus dem dann erfolgenden Verbot für die Studentenschaften,.> Zwangsbeiträge einzuziehen, resultierende Finanzproblem wurde durch.> finanzielle Hilfen aus Studentenverbindungen und ihren Dachverbänden.> aufgefangen, was die völkisch-nationalistische und antisemitische.> Orientierung der DSt noch verstärkte..>.> Weit vor 1933 beteilitgten sich die Studentenschaften auch an Kampagnen,.> die eine Vertreibung jüdischer und linker Professoren und Dozenten aus.> den Hochschulen zum Ziel hatten. Treibende Kraft dieser Politik war der.> Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB). Seit den frühen.> 30ern und der Einführung des "Führerprinzpis" sind die studentischen.> Hierarchien in AStA, DSt und auch in großen korporationsstudentischen.> Dachverbänden (z.B. der Deutschen Burschenschaft, DB) aber kaum noch von.> den Hierarchien im NSDStB zu unterscheiden. Man kann von einer.> "Selbstgleichschaltung" der DSt vor dem 30. Januar 1933 sprechen..>.> Nach der "Machtergreifung" wurde die Vertreibung jüdischer und.> linksgerichteter Hochschulangehöriger unter Mithilfe der.> Studentenorganisationen intensiviert. Sie war Vorarbeit für die.> Vernichtung der europäischen JüdInnen, deren wissenschaftliche Vordenker.> beinahe ausnahmslos in der völkischen Atmosphäre der Hochschulen in der.> Weimarer Republik ihre akademische Ausbildung erhalten hatten. Die.> Bücherverbrennung waren der sinnfällige Ausdruck dieser völkischen.> Kontinuität, sie waren zudem eine ,Initiativbewerbung' der zu diesem.> Zeitpunkt längst nationalsozialistischen Studentenschaft, eine.> Präsentation der eigenen Fähigkeiten für den "neuen Staat"..>.> Ziel der Konferenz ist es, die hier angedeuteten Kontinuitätslinien.> herauszuarbeiten und den Stellenwert der Bücherverbrennungen als.> Vorspiel zum Holocaust zu untersuchen. Der Fokus liegt auf der.> maßgeblichen Rolle der Studentenschaften (als gewählte studentische.> Vertretungen!) sowie der studentischen Korporationen bei den.> Bücherverbrennungen sowie innerhalb anderer politischer Aktionsfelder.> wie etwa "Volkstumsarbeit" oder "Wehrertüchtigung". Die Veranstalter.> gehen davon aus, dass die Rolle der Studentenvertretungen und.> -verbindungen in der historiographischen Betrachtung oft vernachlässigt.> und im Selbstbild der verfaßten Studierendenschaft der Nachkriegszeit.> häufig ignoriert wurde..>.> Die Konferenz mit mit einem Aufruf an Studierendenvertretungen,.> hochschulpolitische Organisationen und Gruppen verbunden, durch lokale.> Veranstaltungen an "ihre" Jahrestage der Bücherverbrennung zu erinnern,.> die Orte des Geschehens zu identifizieren und mit künstlerischen Mitteln.> im Stadt- und Campusbild sichtbar zu machen. Die Ergebnisse und.> Erfahrungen sollen in die Konferenz einfließen und die.> historiographische Arbeit stärker mit einer lokal ansetzenden.> Erinnerungsarbeit verknüpfen..>.>.> Themenfelder.>.> 1. Themenfeld: Bücherverbrennung..> Gesucht werden Beiträge zur Durchführung, Wirkung und Rezeption der.> Bücherverbrennung (allgemein/regional) sowie zur Archäologie und.> Semantik der Aktionsform "Bücherverbrennung"..>.> 2. Themenfeld: Die Akteure der Bücherverbrennung..> Gesucht werden Beiträge zur Rolle der DSt, der lokalen.> Studentenvertretungen (AStA, Fachschaften), der studentischen.> Korporationen und NS-Organisationen sowie zur Rolle von Hochschulen,.> Verlagen, Behörden usw..>.> 3. Themenfels: Die Akteure im Kontext..> Gesucht werden Beiträge, die die Akteure im Kontext der politischen.> Kultur der Weimarer Republik und des NS-Staates (aber auch in einem.> weiteren historischen Kontext) beleuchten oder andere Politikfelder der.> Akteure untersuchen (z.B. "Auslandsarbeit" der DSt). Erwünscht sind auch.> Beiträge zur Einordnung der Akteure in den internationalen Kontext..>.> 4. Themenfeld: Vergangenheitspolitischer Umgang und Perspektiven.> studentischer Erinnerungsarbeit..> Gesucht werden Beiträge zur Rezeption der Bücherverbrennungen in der.> Bundesrepublik, aber auch zur allgemeinen Auseinandersetzung der.> Studierenden mit "ihrer" NS-Geschichte, zum Umgang der Hochschulen mit.> der Thematik sowie zu Möglichkeiten einer Erinnerungsarbeit heute..>.> Darüber hinausgehende Beiträge sind erwünscht..>.> Der fzs übernimmt die Fahrkosten der ReferentInnen. Auf Wunsch können.> die ReferentInnen in einen ReferentInnenpool des fzs und an.> interessierte ASten vermittelt werden. Eine Publikation der Referate.> wird angestrebt, kann zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht zugesichert.> werden..>.>.>.>.> ------------------------------------------------------------------------.> Thomas Müller, M.A.,.> Goerdelerstr. 2-4, 52066 Aachen.> e-mail: thmue@gmx.de.> www.fzs-online.org.>.> Homepage <www.buecherverbrennung.tk www.fzs-online.org>.>.> _________________________________________________.> HUMANITIES - SOZIAL- UND KULTURGESCHICHTE.> H-SOZ-U-KULT@H-NET.MSU.EDU.> Redaktion:.> E-Mail: hsk.redaktion@geschichte.hu-berlin.de.> WWW: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de.> _________________________________________________.>.

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