28. März 2011

Zukunft der Erinnerung.

Mauthausen Memorial
Nationalsozialistische Vergangenheit in Erinnerungsprozessen und Vermittlungsarbeit

Mauthausen Memorial

23.05.2011-24.05.2011, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Deadline: 28.03.2011

 

Zukunft der Erinnerung.

 

Nationalsozialistische Vergangenheit in Erinnerungsprozessen und Vermittlungsarbeit

 

Gedenken und Erinnern an den Nationalsozialsozialismus befinden sich auf nationaler und internationaler Ebene in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Die Gründe hierfür sind sowohl sozialer, politischer als auch medialer Natur. Zum einen werden zunehmend Angehörige der zweiten und dritten Nachkriegsgeneration zu AkteurInnen der Erinnerung, wohingegen die Angehörigen der Generation, die die Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust miterlebt haben, sich bereits in hohem Alter befinden oder bereits verstorben sind. Zum anderen bringen auch die europäische Integration und die fortschreitende Globalisierung eine Transformation des Gedenkens an Holocaust und Nationalsozialismus mit sich. Ein weiterer, wichtiger Faktor für die Veränderung der Gedenk- und Erinnerungskultur liegt in der Veränderung der Medien begründet, die zur Vermittlung an Gedenkstätten, aber auch an anderen Orten der Vermittlung historischer Inhalte eingesetzt werden. Gleichzeitig bietet die zunehmende mediale Auseinandersetzung mit dem Thema dem/der Einzelnen auch die Möglichkeit, sich unabhängig von einem institutionellen Rahmen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu beschäftigen. Das Junge Forschungsforum Mauthausen (JFF) möchte in diesem Jahr genau diese Prozesse und ihre konkreten Auswirkungen auf individuelle und kollektive Erinnerungen an den Nationalsozialismus und den Holocaust, sowie damit verbundene neue Herausforderungen für die Vermittlungsarbeit diskutieren.

 

Das JFF findet 2011 zum zweiten Mal im Rahmen des Dialogforums Mauthausen statt. Es dient als Plattform für junge WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichsten Disziplinen, deren Forschungsinteressen rund um die Themenkomplexe Nationalsozialismus, Konzentrationslager, sowie

Erinnerungs- und Gedenkkultur angesiedelt sind. Ferner soll es die Vernetzung junger WissenschaftlerInnen untereinander, sowie mit MitarbeiterInnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und anderen PraktikerInnen ermöglichen. Intention des Forums ist es auch, Überblick über aktuelle Forschungsvorhaben junger KollegInnen zu gewinnen und Raum für Austausch und Dialog zu bieten.

Zum diesjährigen Forschungsforum möchten wir ReferentInnen aus unterschiedlichsten Disziplinen einladen, deren Forschungsprojekte die soeben umrissenen Transformationsprozesse ins Blickfeld rücken, und potentielle ReferentInnen zu Bewerbungen um die Teilnahme auffordern.

Die Beiträge können sich innerhalb der folgenden Themenfelder bewegen:

 

- Wer erinnert sich? - Gedenkpraxen unterschiedlicher Opfergruppen, Forschungen zu unterschiedlichen AdressatInnen der Vermittlung, etc.

- Wessen wird erinnert? - Unterschiedliche Perspektiven (Opfer, TäterInnen, Gender etc.)

- Woran wird erinnert? - Warum werden gewisse Ausschnitte der Vergangenheit erinnert und andere nicht? - Geschichtspolitik, gesellschaftliche Entwicklungen, Kontexte des Erinnerns etc.

- Wie wird Erinnerung vermittelt? - Neue Vermittlungskonzepte, Neugestaltungen von Ausstellungen, Einzelschicksale in der Vermittlungsarbeit etc.

- Wo finden Vermittlung und Erinnerung statt? Welche Bedeutung hat der historische Ort in der Vermittlung historischer Inhalte? - Authentizität des historischen Ortes, zeitgeschichtliche Museen etc.

 

Das Junge Forschungsforum Mauthausen findet von 23. bis 24. Mai 2011 im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt. Die Anreise ab Wien und Linz wird von den VeranstalterInnen organisiert und finanziert.

Unterkunft und Verpflegung ist für alle TeilnehmerInnen kostenlos.

Sollte auch Interesse an der Teilnahme am 3. Dialogforum:

"Zeitgeschichtliche Ausstellungen" (24.-25.05.2011, am selben

Veranstaltungsort) bestehen, kann die Teilnahme um einen Tag zu verlängert werden (Bekanntgabe im Vorfeld notwendig, da die Zimmer etc.

reserviert werden müssen). Die Beherbergung ist in Linz. Für alle TeilnehmerInnen sind Doppelzimmer vorgesehen. Für den täglichen Transfer von und zum Tagungsort ist gesorgt.

 

Die NachwuchswissenschafterInnen können ihre aktuellen Forschungsarbeiten entweder in Form eines Vortrags (maximal 20 Minuten) oder einer Posterpräsentation (Format: DIN A0) vorstellen. Auch Gruppenarbeiten sind willkommen. Interessierte sind eingeladen, ihre Abstracts (maximal 3000 Zeichen) inklusive CV bis spätestens 28.03.2011 per E-Mail an <junges-forschungsforum@gedenkdienst.at> zu übermitteln.

 

Unter dieser Adresse steht das Organisationsteam auch für Rückfragen zur Verfügung.