27. Juni 2005

Neue Wanderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“

BAG Wohnungslosenhilfe e.V.

Projektbeschreibung:
Neue Wanderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“..Im Sommer 1938 verdoppelten sich in den Konzentrationslagern die Häftlingszahlen durch die Einlieferung einer in den Lagern bis dahin weitgehend unbekannten Häftlingsgruppe. Die über zehntausend als „asozial“ bezeichneten Männer waren im April 1938 durch die Gestapo, insbesondere jedoch im Juni 1938 durch die gewöhnliche Kriminalpolizei verhaftet worden. Es waren hauptsächlich Bettler, Landstreicher und mittellose Alkoholkranke, in geringerer Zahl auch Zuhälter und Personen, die mit Unterhaltszahlungen im Rückstand waren (sog. „säumige Nährpflichtige“). Unter den Eingelieferten waren außerdem viele Roma und Sinti. Es handelte sich also um sehr unterschiedliche Menschen, die man unter dem Sammelbegriff „asozial“ in die Konzentrationslager verschleppte. Gemeinsam war ihnen allenfalls, dass ihre Verfolger sie als arbeitsscheu ansahen. Vorübergehend bildeten die „Asozialen“ in den bestehenden Lagern die mit weitem Abstand größte Häftlingsgruppe..Gegen Bettler und Landstreicher (die damals gewöhnlich „Wanderer“ genannt wurden) hatte das Reichspropagandaministerium bereits im September 1933 eine spektakuläre einwöchige Razzia in Szene gesetzt über die die Tagespresse ausführlich berichtete..Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat nunmehr – angeregt durch die Presseberichterstattung über die Gedenkstättentagung in der Gedenkstätte Moringen im Oktober 2003 – eine Wanderausstellung zur Verfolgung der Wohnungslosen im Nationalsozialismus erstellt. Die Konzeption, die Recherchen und die Texte stammen von Wolfgang Ayaß (Kassel); die grafische Gestaltung übernahm Hans-Georg Vogt (Bielefeld). Die Wanderausstellung wurde erstmals am 21. Oktober 2004 im Rahmen des Festaktes zur 50-Jahr-Feier der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Berlin gezeigt und ist über die Bundesarbeitsgemeinschaft ausleihbar..Die Ausstellung besteht aus 13 Tafeln (Stoffbannern) mit folgenden Themen:.1. Wohnungslose in der Weltwirtschaftskrise.2. Die Bettlerrazzia vom September 1933.3. Arbeitshäuser.4. Ein Wandermusiker im Arbeitshaus Breitenau.5. Die Fachdebatte über Wohnungslose und „Asoziale“.6. Wohnungslose als Objekte der Rassenhygiene.7. Zwangssterilisationen von Wohnungslosen.8. „Asoziale Großfamilien“.9. Kontrolle der Wohnungslosen und „geordnetes Wandern“.10. Der bayerische „Landesverband für Wanderdienst“.11. Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ 1938.12. Zwei Einzelschicksale von in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen umgekommenen wohnungslosen Männern..13. Zwei Einzelschicksale von im Konzentrationslager Auschwitz umgekommenen wohnungslosen Frauen...Die bewußt kleine Wanderausstellung kann sehr flexibel eingesetzt werden. .Umfang: Die Ausstellung umfasst 13 Banner in der Breite von 1,05 Meter und der Höhe von 2,15 Meter. Die Banner bestehen aus einer Spezialtextile. Die Banner werden eingerollt und mit je einem Leichtmetallständer geliefert. Die Banner können somit einzeln frei stehend aufgebaut werden. Es sollten i.d.R. alle 13 Banner gezeigt werden, jedoch spricht jedes Banner bzw. jeder Themenschwerpunkt, der bis zu drei Banner umfassen kann, für sich. .Kosten: Pro Woche wird nur ein Kostenbeitrag von 10,00 € berechnet, jedoch hchstens 50,00 € pro Ausleihe. Darüber hinaus übernehmen die Ausleiher die Versandkosten für den Hin- und Rücktransport (ca. 50,00 €/pro Weg) sowie die Kosten für die Versicherung der Ausstellung in Höhe von 50,00 €. Die gesamte Ausstellung wird per Postfracht in einer einzigen stabilen Holzkiste geliefert, die etwa 50 Kilo wiegt..Kontakt über Werena Rosenke in der Geschäftsstelle der BAG Wohnungslosenhilfe.

Kontakt
BAG Wohnungslosenhilfe e.V.
Quellenhofweg 25
33617 Bielefeld
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Fax: 0521 / 143 96-19
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