2. Dezember 2019

»1939.2019 - Vielfalt lokaler Erinnerungen«

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Tom Waurig

Mit einem neuen Geschichts- und Erinnerungsprojekt möchte das Anne Frank Zentrum Jugendlichen neue Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg aufzeigen. Lernen mit Biografien und die lokale Spurensuche stehen hierfür im Vordergrund. In fünf Städten treffen gerade unterschiedliche Generationen aufeinander. Ein Besuch in Brühl und Gotha.

Eine ältere Dame, kurzes, weißes Haar, dunkle Brille, orangefarbene Weste, wirft einen skeptisch-fragenden Blick in die hell erleuchtete Bibliothek. Schwere Stühle werden hin und her geschoben, Tische mit Keksen und weißem Kaffeeservice eingedeckt. Die Seniorin stützt sich mit einer Hand auf ihrem Rollator ab und schaut nochmals mit in Falten gezogener Stirn den langen Flur entlang. Nur sehr zögernd betritt sie den Raum, nimmt am vordersten Tisch Platz - und harrt geduldig der Dinge, die da kommen mögen. Die Szenerie wiederholt sich einige Male, bis schließlich zehn alte Damen und Herren, zwei Männer, acht Frauen, an vier Tischgruppen Platz genommen haben. Alle sind adrett gekleidet - sie tragen Broschen, Tücher, Krawatten und schweren Silberschmuck. Am Revers tragen die meisten kleine Plastikkärtchen, die mit ihren Namen beschrieben sind.

 

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