23. April 2003

>Der Praxis auf der Spur<

Koordinierungsgruppe: Elke Zacharias (Salzgitter-Drütte), Lore Kleiber (Berlin), Horst Krause-Willenberg (Breitenau), Hilde Jakobs (Düsseldorf), Regine Gabriel (Hadamar), Heribert Fachinger (Osthofen).
Bericht über die Pilottagung im Februar 2003 Thema: Gedenkstätte und Öffentlichkeit im Spannungsfeld - Probleme und Chancen pädagogischer Arbeit am Beispiel Hadamars

Projektbeschreibung:
Am letzten Februarwochenende trafen sich MitarbeiterInnen aus fünf bundesdeutschen Gedenkstätten, um darüber nach zu denken, in welcher Weise die jeweiligen kommunalen Strukturen unsere konkrete Arbeit in den Gedenkstätten beeinflusst und was dies für die pädagogische Arbeit bedeutet..Ausgehend von der Gedenkstätte Hadamar - in der die Tagung stattfand - wurden strukturelle Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Gedenkstätten und ihren Angeboten herausgearbeitet. Es ging um die Gedenkstätten Breitenau, Düsseldorf, Hadamar, Salzgitter-Drütte und Osthofen. Wir versuchten den Einstieg zweispurig zu gestalten. Einmal durch die Darstellung der Entwicklung der verschiedenen Gedenkstätten mit ihren Höhen und Tiefen seit ihrer Errichtung in Form einer "Fieberkurve". Zum zweiten sollte eine Annährung an die Ereignisse der "Euthanasie"-Verbrechen ermöglicht werden, in dem für ein Opfer gewissermaßen ein >nachträglicher Nachruf< geschrieben wurde..Darüber hinaus war uns wichtig, Hadamar als Ort mit seinen schönen und weniger schönen Seiten in den Blick zu nehmen. Daher fand am Samstag Morgen ein Rundgang in kleinen Gruppen durch das "Fürstenstädtchen" statt..Leider mussten wir erkennen, dass der Zeitpunkt schlecht gewählt war: Denn in Hadamar ist am Samstagmorgen der Hund begraben!.Nichts desto trotz war es spannend für uns alle fest zu stellen, dass der Weg vom Berg (auf dem sich die Gedenkstätte im Gelände der Zentrums für soziale Psychiatrie befindet) hinunter zur Stadt auch für uns zur Folge hatte, dass unten die Gedenkstätte völlig aus dem Bewusstsein verschwand..Ein Planspiel, das eine fiktive Sitzung im Rathaus mit den verschiedenen VertreterInnen der Stadt zur Beratung über einen neuen Werbeprospekt zum Inhalt hatte, erwies sich als äußerst schwierig. Es gelang kaum den Transfer von Hadamar hin zu allgemeingültigen Fragen und Konflikten her zu stellen. Dies lag sicher auch an einer nicht präzise genug formulierten Aufgabenstellung. Lösungsmöglichkeiten der im Planspiel benannten Konflikte bezogen sich ausschließlich auf die Situation in Hadamar. Hierfür waren sie hilfreich - aber entsprachen nicht den Zielen in der Vorbereitung..Um dies dennoch in den Blick zu bekommen, haben die TeilnehmerInnen auf Karten notiert, was in ihren jeweiligen Gedenkstätten bereits an Aktivitäten stattfindet, was in Planung ist und was als Zukunftsvisionen erwünscht wird..Über diesen Austausch konnten dann auch Gedenkstätten übergreifenden Themen betrachtet werden. Hierbei wurden auch jeweils mögliche Umsetzungen im pädagogischen Sinne angedacht...Was bei diesem ersten Versuch deutlich wurde, ist, dass die Perspektive tätigkeitsbezogen (hauptamtlich einerseits und freie Mitarbeit andererseits) unterschiedlich ist. Darauf soll in Zukunft stärker geachtet werden, indem klare Strukturen auf diesen Unterschied Rücksicht nehmen. Im Mittelpunkt stehen dann ausführlich die Bedürfnisse, Fragen und Probleme der freien MitarbeiterInnen. Dafür soll es Raum in der Tagung geben...Da weitere Tagungen folgen sollen und auch wir aus unseren Fehlern (hoffentlich) viel lernen, gibt es für 2004 folgende Überlegung:..27.-29. Februar 2004 in der Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte.Thema: "Führungen? Machen wir alle - und...haben Probleme...".a) Führungen in Gedenkstätten (Zeitfaktor - Gruppenstruktur - Vor- bzw. Nachbereitung durch die Begleitpersonen) .b) Wie bekomme ich eine Gruppe zum Mit-Reden? .c) Das Problem vieler freier und ehrenamtlicher Mitarbeiter: Wie bekomme ich genug Hintergrundwissen, um flexibel mit Gruppen umgehen zu können?..Die Ausschreibungen für die Tagung werden im September verschickt!.

Kontakt
Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Hildegard Jakobs
Tel.: 0211 89 96205
Fax: 0211 89 29137
eMail: gedenkstaette@duesseldorf.de