9. November 2005

"Lebensgeschichtliches Netz"

Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in NRW e.V.
Biografische Annäherungen an die Zeit des

Projektbeschreibung:
*Lebensgeschichtliches Netz" - Biografische Annäherungen an die Zeit des .Nationalsozialismus..Leben in der Zeit des Nationalsozialismus - was bedeutete das für einen .begeisterten Hitlerjungen in Köln, eine jüdische Schülerin in Siegen, eine .katholische Professorenfrau in Bonn, einen Gauleiter in Düsseldorf oder .einen Ordnungspolizisten in Münster? Welche Brüche oder (Karriere-) Sprünge .gab es in den Schicksalen von Einzelnen während und durch den .Nationalsozialismus?..Das lässt sich mit einem neuen Internetangebot nachvollziehen, das als .Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in NRW e.V. .entstanden ist und von der Bundesbeauftragten fr Kultur und Medien (BKM) .sowie der Landeszentrale für politische Bildung NRW gefördert wurde...Mit Texten, Fotos, Karten, Briefen und anderen Dokumenten, aber auch mit .Video- und Audioaufnah-men sowie detaillierten Hintergrundinformationen zur .allgemeinen und jeweiligen lokalen Geschichte werden hier ausgewählte .Lebensgeschichten vorgestellt. In zusätzlichen Kommentaren wird erläutert, .warum die Autoren die jeweilige Biographie als besonders interessant und .relevant ausgewählt haben, für welche soziale Gruppe oder politische .Einstellung sie typisch ist, welche Informationsquellen benutzt wurden, aber .auch, wo noch Lücken bestehen und was daher noch gesucht wird...Insgesamt entsteht so ein in sich geschlossenes System, dass ein gezieltes .Fragen, Analysieren und Verstehen ermöglicht, ohne sich dabei in der .*Informationswüste Internet" zu verlieren. Wichtig ist auch, dass jede .Biografie lokal angebunden ist, so dass das Netz und mit ihm die .Informationsdichte zur allgemeinen wie insbesondere auch zur jeweiligen .lokalen Geschichte in verschiedenen Städten und Orten (zunächst in .Nordrhein-Westfalen) entstehen und wachsen können. Durch gezielte Auswahl .ist es auf Wunsch möglich, sich zunächst mit der Situation in der eigenen .Gemeinde zu beschäftigen, um dann später zu Vergleichszwecken das gesamte .Netz zu nutzen - oder umgekehrt...Von entscheidender Bedeutung - und in dieser Hinsicht völlig neu - ist es, .dass Interessierte nicht nur in die Lage versetzt werden, passiv mit diesen .im Internet bereit stehenden Inhalten des *Lebensgeschichtlichen Netzes" zu .arbeiten, sondern dass auch die Möglichkeit besteht, aktiv für das Netz zu .produzieren, da von Projektgruppen oder Einzelpersonen erarbeitete .Biografien jederzeit eingespeist werden können. Hierfür wurde von Beginn an .in technischer Hinsicht Sorge getragen, indem ein komplexes Redaktionssystem .entwickelt wurde, das einen dezentralen Einsatz in einzelnen Gedenkstätten, .Archiven oder Schulen ermöglicht, wobei die dort erarbeiteten Ergebnisse .dann über eine Export-/Importroutine in die Hauptdatenbank übernommen .werden. Die Kommunikation mit der Endredaktion erfolgt zeitgemäß über eine .eigens hierfür eingerichtete website, über die auch interne Informationen, .Datenbank-Updates, Handbuch-Ergänzungen sowie Bild-, Audio- oder .Videodateien ausgetauscht werden...Alle an einer solchen Mitarbeit Interessierten müssen allerdings mit einer .Einschränkung leben, die aber nicht Wermutstropfen, sondern Motivation sein .sollte: Die neuen Lebensgeschichten müssen in Form und Inhalt in das .vorhandene Netz passen (die entsprechenden inhaltlichen und redaktionellen .Kriterien sind im Handbuch skizziert und können auf Nachfrage jederzeit .präzisiert werden) und daher eine gewisse Qualität haben. Darüber .entscheiden in Absprache mit den jeweiligen *Produzenten" Lehrer, .Gedenkstätten- oder Stadtarchivmitarbeiter und Projektredaktion. Sollte es .hier und da einen kleinen Mangel geben, ist der problemlos auszubügeln, da .das Redaktionssystem es jederzeit erlaubt, Korrekturen, aber auch .Ergänzungen (z.B. die Integration neuer Abbildungen oder Quellen) vornehmen .zu können. (Erste Erfahrungen mit einem schulischen Einsatz liegen vor; auf .Wunsch kann hierüber am 14. November berichtet werden.)..Insgesamt wird so angestrebt, Jugendlichen (aber natürlich nicht nur ihnen) .Kompetenz auf verschie-denen Gebieten zu vermitteln. Neben der kritischen .Arbeit mit historischen Quellen und Zeitzeugeninterviews wird eine Datenbank .(be)nutzt, ohne dass man *Computerfreak" sein muss, die Abfassung .fundierter, dabei aber kurzer und gut verständlicher Texte geübt, .Bildbearbeitung und Interviewtechnik angewendet - dies nur einige der .zahlreichen potentiellen Lehr- und Lernfelder...Als allgemeine, jedem zugängliche Kommunikationsplattform steht zudem ein .*moderiertes Forum" zur Verfügung, in dem ohne jegliche Berührungsängste .Fragen gestellt, Anregungen gegeben und Wünsche auf eine konkrete .Projektbeteiligung geäußert werden können...Angesichts aller dieser Voraussetzungen steht zu hoffen, dass das .*Lebensgeschichtliche Netz", das ab dem 14. November 2005 unter..www.lebensgeschichten.net..im Internet zugänglich sein wird, zahlreiche Besucher anziehen und viele .Interessierte zur aktiven Mitarbeit animieren wird..

Kontakt
Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in NRW e.V.
Prof. Dr. Alfons Kenkmann
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel.: 0251/492-7048
Fax: 0251/492-7918
eMail: kenkmann@stadt-muenster.de
Homepage: www.lebensgeschichten.net