30. Juni 2018

NS-Verfolgtenorganisation: Negativpreis für Alexander Gauland

Am 30. Mai 2018 verleiht der BUNDESVERBAND INFORMATION & BERATUNG FÜR NS-VERFOLGTE e.V. seine "Haselnuss des Monats" an Alexander Gauland. Die virtuelle Auszeichnung wird seit März 2018 von der NS-Verfolgtenorganisation verliehen und mit feinen Karikaturen des Zeichners Dimitri Furman illustriert. Der Preis zeichnet Personen aus dem rechten Spektrum aus, die sich durch besonders entlarvende und hetzerische Aussagen hervorgetan haben.

Alexander Gauland hatte in einer Pressmitteilung behauptet: "Die eigentliche Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland ist die Masseneinwanderung radikaler Muslime". Er reagierte damit auf die Feststellung von Annegret Kramp-Karrenbauer, dass die AfD den Antisemitismus nicht nur in die Parlamente bringt, sondern auch jüdisches Leben in Deutschland gefährdet. "Herr Gauland möchte mit seiner Äußerung vom kernig-deutschen Antisemitismus ablenken, der in seiner schlimmsten Zeit zu sechs Millionen Morden geführt hat und auch noch heute viel zu oft seine hässliche Fratze zeigt", sagt Dr. Jost Rebentisch, Geschäftsführer des Bundesverbands für NS-Verfolgte.

Wie wenig er vom mörderischen deutschen Antisemitismus wissen will, hatte Gauland bereits im Herbst letzten Jahres gezeigt. Damals behauptete er, dass "wir das Recht (haben), stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen". Eine ungeheuerliche Aussage, wenn man bedenkt, dass die deutsche Wehrmacht nicht nur die SS bei der Ermordung der Juden in Osteuropa logistisch unterstützt hat, sondern auch selbst unzählige jüdische Männer, Frauen und Kinder bei Massakern ermordet hat.

"Wer heute noch die Legende von der sauberen Wehrmacht verbreitet, hat entweder überhaupt keine Ahnung von deutscher Geschichte oder ist schlicht ein rechter Hetzer", erklärt Dr. Jost Rebentisch. Und ergänzt: "Mit Dackelkrawatte, Tweed-Jackett und Professorenbrille gibt Alexander Gauland zwar gerne den kultivierten Opa. Doch dahinter verbirgt sich ein knallharter Rechtsaußen, der sich nicht scheut, die dumpfesten rechten Klischees zu bedienen. Herr Gauland hat sich schon so oft als Sprachrohr rechter Ressentiments geoutet, dass wir ihm die Haselnuss des Monats ohne Zögern oder Bedenken verleihen. Wir gratulieren."