Thomas Lutz

Vorbemerkung

Gedenkstättenrundbrief Nr. 190 S. 3

Der GedenkstättenRundbrief Nr. 190 hat den Schwerpunkt »Gedenkstättenpädagogik«. Die inhaltliche Struktur lehnt sich stark an die bundesweite Gedenkstättenkonferenz an, die im Dezember 2017 in Halle stattfand. Veranstaltende waren die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt/Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, die Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland, das FORUM der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen sowie die Stiftung Topographie des Terrors, Berlin.

Vortragende sowie Leitungen von Arbeitsgruppen wurden im Nachhinein gebeten, ihre Berichte niederzuschreiben. Vor allem die Zusammenfassungen der Arbeitsgruppen sollten keine Nacherzählungen der Diskussionen darstellen, sondern knappe, problemorientierte Aufrisse in dem jeweiligen Arbeitsfeld bieten.

Im ersten Kapitel »Bildungsarbeit in Gedenkstätten« wird die Breite der Anforderungen und Arbeitsmöglichkeiten in Gedenkstätten in Deutschland exemplarisch vorgestellt. Der erste Beitrag über die Gedenkstätte des KZ-Außenlager Kaltenkirchen beschreibt die Bildungsangebote, wenn ausschließlich ehrenamtliche Tätige vor Ort engagiert sind. Das zweite Beispiel aus der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg verdeutlicht die großen Chancen, aber auch Grenzen, die in einer Institution mit wenigen hauptamtlichen Kräften vorhanden sind. Der dritte Artikel beschreibt anhand der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen die vielfältigen Angebote, die von jährlich 700 000 Besuchenden erwartet werden – und wie weit die Bildungsabteilung in der Lage ist, diese zu erfüllen sowie neue Angebote zu generieren.

Im zweiten Kapitel werden mit Schule, universitärer Ausbildung und Museen die angrenzenden pädagogischen Gebiete, mit denen sich die Gedenkstättenpädagogik austauscht, beleuchtet. Im Bezug zur Lehrerinnen- und Lehrerausbild an den Hochschulen sowie in der Referendariatsphase werden die klassischen Felder beleuchtet, aus denen sich auch die Gedenkstättenpädagogik zu großen Teilen speist. Mit dem Hinweis auf die Museumspädagogik und dem Bericht über professionelle Formen der Aus- und Weiterbildung in anderen Museumssparten werden Wege aufgezeigt, wie man durch Austausch Synergieeffekte erzielen kann.

Im dritten Kapitel dieses GedenkstättenRundbriefs werden anhand von Überlegungen zu einzelnen inhaltlichen Themen Herausforderungen in der Bildungsarbeit von Gedenkstätten problematisiert:

In wie weit machen Vergleich mit anderen Regimeverbrechen Sinn?


Wie können Gegenwartsbezüge und Aktualisierungen bis hin zu der im Moment immer wieder geforderten Demokratieerziehung aussehen?


Wie können Menschen mit eigenen Erfahrungen von Flucht und Gewalt heute in Gedenkstätten an die NS-Verbrechensgeschichte herangeführt werden.

 

Aus aktuellen Anlass wurde noch eine Replik auf politische Forderungen, alle jungen Menschen in Schulklassen in Deutschland sollten mindestens einmal eine Gedenkstätte aufsuchen, in dieses Heft aufgenommen.