Akim Jah und Michael Thoß

»Stumme Zeugen«

Gedenkstättenrundbrief 120 S. 3-13

Ein Erfahrungsbericht über historisch-politische Bildung zum Belower Wald

Jenseits der "klassischen" Gedenkstättenpädagogik in Form von Führungen, Gedenkstättenfahrten und Workcamps gibt es eine Vielzahl von Projekten in freier Trägerschaft, die sich der historisch-politischen Bildung zum Thema Nationalsozialismus widmen. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Zielsetzung, sondern auch in der Methodik zum Teil stark voneinander. In diesem Beitrag wird eine Seminarreihe mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Der Todesmarsch im Belower Wald vorgestellt, die zwischen Herbst 2002 und Frühjahr 2003 in der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin durchgeführt wurde. Am Ende stand eine Ausstellung, die bislang an fünf verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg gezeigt worden ist. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Konzeption und der Umsetzung des Projektes sowie in der Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, mit der Gedenkstätte und externen Partnern haben sich für uns grundsätzliche Überlegungen zur Projektarbeit in und mit Gedenkstätten ergeben. Diese werden wir – nach einer Darstellung des Projektes und seiner einzelnen Phasen - im Folgenden zur Diskussion stellen. Damit soll ein Beitrag zur Debatte über Ziele und Ausrichtung von historisch-politischer Bildung geleistet werden. Diese halten wir insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich bei einigen Projekten nur noch ein mittelbarer Bezug zum Nationalsozialismus erkennen lässt, für notwendig. 

 

Der historische Ort

Das Museum des Todesmarsches im Belower Wald befindet sich im Norden des Landes Brandenburg unweit der Kleinstadt Wittstock direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich zu den beiden großen brandenburgischen Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück spielt der Belower Wald in der Erinnerungskultur nur eine untergeordnete Rolle. Historisch betrachtet ist der Ort eng mit der Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen verbunden: Bedingt durch den Vormarsch der sowjetischen Truppen auf Berlin wurde die Auflösung des Lagers beschlossen und die Gefangenen am 21. April 1945 bis auf die todkranken Häftlinge in mehreren Kolonnen zu Fuß Richtung Schwerin getrieben. Verpflegungs- und bekleidungsmäßig völlig unzureichend ausgestattet, kamen sie einige Tage später in der Umgebung von Wittstock an und biwakierten völlig entkräftet im Belower Wald. Zum Schutz vor der Witterung dienten einzig selbsterrichtete Unterstände und Erdlöcher. Nach knapp einwöchigem Aufenthalt wurde der Großteil der Häftlinge weitergetrieben. Zwischen dem 3. und 6. Mai wurden die Überlebenden von Einheiten der US-amerikanischen und sowjetischen Armee im Raum Schwerin und Ludwigslust befreit.

In Erinnerung an die Opfer des Marsches wurde nach dem Krieg eine Stele und ein Ehrenhain errichtet und 1981 ein Museum eröffnet. Im Museum, das vom baulichen Zustand her einem Provisorium gleicht, sind Zeugnisse der ehemaligen Häftlinge zu besichtigen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gebrauchsgegenstände, die in den 90er-Jahren vor Ort gefunden worden sind. Die von den Häftlingen errichteten Unterstände im Wald wurden im Rahmen von Aufräum- und Säuberungsarbeiten zerstört, dagegen sind ihre an Bäumen eingeritzte Inschriften bis heute zu erkennen.

Ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangte dieser Ort, als in der Nacht vom 5. zum 6. September 2002 ein Brandanschlag verübt wurde, bei dem ein Ausstellungsraum sowie ein Teil der Exponate beschädigt worden sind. Zudem wurde das Mahnmal mit einem knapp ein Meter großen Hakenkreuz, SS-Runen und der antisemitischen Parole „Juden haben kurze Beine“ geschändet. Die durchgeführten Ermittlungen der Polizei zu Tätern und Tathintergrund sind bisher erfolglos verlaufen.

 

Das Projekt

Geplant war ein Seminar, in dem am Beispiel des Todesmarsches eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Rassenpolitik und –ideologie stattfinden sollte. Zudem sollte in einer Einheit über heutigen Rechtsextremismus auf Ideologie und Strategie der rechtsextremen Szene eingegangen werden. Ziel war hier die Frage, welche Faszination der Nationalsozialismus heute insbesondere auf junge Menschen ausübt. Zehn Tage vor Beginn des Seminars wurde der Anschlag auf das Museum verübt. Den Projektverantwortlichen war klar, dass die Thematisierung des Anschlags in den Ablauf des Seminars integriert werden musste. Unter Beibehaltung des Seminarziels wurde dazu der im Konzept angelegte Gegenwartsbezug vertieft. Die sichtbaren Folgen des Brandanschlages haben die Teilnehmenden1 stark beeindruckt und damit eine Dynamik hervorgerufen, die den weiteren Verlauf wesentlich beeinflusste.

Im Mittelpunkt des ersten Seminars standen die Reflexion des eigenen Bezuges zum Thema Nationalsozialismus, die Vermittlung zentraler Ereignisse und Strukturen des NS, der Besuch des historischen Ortes sowie der Rückgriff von Rechtsextremisten auf ideologische Versatzstücke des Nationalsozialismus. Angelehnt an die biographische Methode von Gudjons/Pieper/Wagener2 wurde zu Beginn der Bezug der Teilnehmenden zum Thema Nationalsozialismus herausgearbeitet und die Faktoren zum Gegenstand der Betrachtung gemacht, die das eigene Bild vom NS geprägt haben. Ziel war dabei, eine Einschätzung zum Wissenstand der Teilnehmenden und zum Gruppengefüge zu bekommen und eine Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen.

In der folgenden Einheit wurde das Wissen zu zentralen Ereignissen und Strukturmerkmalen des Nationalsozialismus vertieft. Im Mittelpunkt stand dabei die Verknüpfung von rassistischer Ideologie und staatlichem Aufbau des Konzentrationslagersystems. Anhand einer Zeitleiste wurden entscheidende Ereignisse des Nationalsozialismus aus den Jahren 1933-1945 chronologisch problematisiert, um zentrale Phasen und Ziele nationalsozialistischer Politik aufzuzeigen und den Todesmarsch historisch einordnen zu können. Abhängig vom Wissensstand der Teilnehmenden wurden die Ereignisse in einer Gruppendiskussion erarbeitet oder als Input durch die Teamer erklärt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass das „Gesamtpanorama“ von 12 Jahren nationalsozialistischer Herrschaftspolitik gezeigt und allen Teilnehmern gleichzeitig zugänglich wird. Zudem ermöglicht diese Methode den Teilnehmenden, ihr Wissen einzubringen und offene Fragen zu klären.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Exkursion an den historischen Ort. Die Führung durch den Wald in Below zu den Spuren der Häftlinge wurde von den Jugendlichen mit Tonband, Video und Photo dokumentiert. Einige nutzen die Zeit nach der Führung, um noch einmal alleine in den Wald zu gehen und die Stimmung des Ortes auf sich wirken zu lassen. Anschließend teilte sich die Gruppe. Ein Teil der Jugendlichen fuhr nach Wittstock, um dort in einem Einkaufszentrum mit Bewohnern der Region Interviews zum Anschlag auf das Museum zu führen. Andere liefen einen kleinen Teil der Todesmarschstrecke in das Dorf Grabow nach, wo sich ein Notlazarett befunden hatte. Hier fand der zweite Teil der Führung statt. Einigen Schülerinnen war es möglich, ein Gespräch mit einer Zeitzeugin zu führen, die noch heute in Grabow lebt und den Zug der Häftlinge beobachtet hatte.

Am dritten Tag konnten die Teilnehmenden unter der Fragestellung „Was denke ich über meinen Besuch in der Gedenkstätte Belower Wald und was möchte ich anderen darüber mitteilen?“ den vorherigen Tag reflektieren und durch eine Produkterstellung kreativ bearbeiten. Den Jugendlichen wurde damit die Möglichkeiten gegeben, die rein kognitive Ebene zu verlassen und die eigenen Gefühle kreativ auszudrücken. Die Vorgaben waren dabei bewusst weit gefasst: Einzel- und Gruppenarbeiten waren zulässig, auch die Form konnte frei gewählt werden. Es entstanden einige kleine Texte, ein Gedicht, ein in Gruppenarbeit erstelltes Poster und diverse Collagen. Die Kreativität, die in den Arbeiten zum Ausdruck kam, gab einen Eindruck davon, wie intensiv die Jugendlichen sich auch emotional mit dem Thema beschäftigt hatten. Die Ergebnisse wurden anschließend in der gesamten Gruppe vorgestellt.

Am Nachmittag gab es einen Block zum Thema „Rechtsextremismus heute“, in dem Funktion und Bedeutung rechtsextremer Musik für die Strategie der extremen Rechten untersucht wurde. Zunächst in Kleingruppen, anschließend im Plenum wurden Liedtexte bekannter Rechtsrock-Bands unter verschiedenen Fragestellungen in Bezug auf Inhalte, Bilder und Anknüpfungspunkte an den Nationalsozialismus bearbeitet. Im Ergebnis wurde deutlich, dass sich in weiten Teilen Deutschlands eine Jugendkultur entwickelt hat, die inhaltlich an den Nationalsozialismus anknüpft und Nährboden für eine Ideologie ist, die Anschläge wie in Below als legitimes Mittel politischer Auseinandersetzung verherrlicht.

Für das Seminar lassen sich zusammenfassend vier Phasen festhalten:

- Einstiegs- und Gruppenbildungsphase

- Wissensfundierung zu Nationalsozialismus und Rechtsextremismus

- Besuch des historischen Ortes und Interviews

- kognitive und emotionale Verarbeitung des Erlebten

Durch den Einsatz der verschiedenen Methoden wurden die Jugendlichen von unterschiedlichen Gesichtspunkten aus an das Thema herangeführt. Das Setting führte dazu, dass sie sich intensiv mit dem Thema auseinander setzten und eigenständig nach Möglichkeiten suchten, ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Am Abend nach der Exkursion trafen sich spontan einige Teilnehmende, um sich bei laufender Kamera über ihre Erfahrungen in Wittstock und in Grabow auszutauschen. Daraus entstand ein Text, der über den Todesmarsch, den Anschlag und die Reaktionen der Wittstocker Bevölkerung Auskunft gibt, aber auch Gefühle und Stimmungen der Jugendlichen widerspiegelt. Im gegenseitigen Erzählen verarbeiteten sie ihre Erfahrungen und konnten eigene Positionen zu den erlebten Ereignissen austauschen.

Die Dokumentation des Besuchs am historischen Ort, die Umfrage in Wittstock, der Zeitzeugenbesuch und das Selbstinterview am Abend waren im ursprünglichen Seminarkonzept nicht vorgesehen. Sie entwickelten sich spontan vor dem Hintergrund der aktuellen Situation. Zum Abschluss des Seminars wurde von den Teilnehmenden der Wunsch geäußert, weiterzuarbeiten und – als Reaktion auf den Anschlag - das erarbeitete Material in die Öffentlichkeit zu tragen. Verschiedene Möglichkeiten (Website, Film und Ausstellung) wurden diskutiert. Gemeinsam einigten sich Teilnehmende und Team schließlich darauf, auf Grundlage der Einzel- und Gruppenarbeiten eine Ausstellung zu entwickeln. Ganz entscheidend für diesen Prozess war, dass kein Produktzwang bestand. Erst vor dem Hintergrund der Aktualität des Brandanschlages und der im Seminar entstanden Arbeiten entstand die Idee eines Endprodukts.

Im Mittelpunkt des zweiten Seminars standen die Konzeption der Ausstellung, die Überarbeitung und Diskussion der verfassten Texte sowie die Vertiefung des Themas und die Reflexion der Arbeitsergebnisse vom letzten Seminar. Das Seminar wurde arbeitsteilig organisiert. Die Jugendlichen konnten sich einer von vier Kleingruppen zuordnen. Neben einer für den Arbeitsprozess sinnvollen Arbeitsteilung war die Idee der Gruppenarbeit, dass sie sich jeweils das Medium und den Inhalt suchen konnten, der sie besonders ansprach. So bestand die Möglichkeit, Texte zu schreiben, zu recherchieren, sich kreativ, konzeptionell oder handwerklich zu betätigen:

1. Die Arbeitsgruppe zum Thema Häftlingsbiographien/Todesmarsch recherchierte in Häftlingsberichten, zeitgenössischen Quellen und Sekundärliteratur über den Todesmarsch.

2. Die Arbeitsgruppe zum Thema Rechtsextremismus sammelte Informationen über mögliche Hintergründe des Anschlags.

3. Die Medien-AG sichtete und bearbeitete Video-, Ton- und Fotomaterial. Zudem wurde das Selbstinterview transkribiert und editiert.

4. Die Konzept-AG entwickelte ein Konzept für die Ausstellung. Ihre Arbeit umfasste sowohl die inhaltlichen als auch die gestalterischen Aspekte der Ausstellung und die Erstellung von Modellen.

Die Arbeit in den Kleingruppen erfolgte jeweils unter professioneller Anleitung: Die Betreuung der ersten beiden AGs wurde durch das Team (ein Historiker und ein Politologe) realisiert, die sowohl bei der inhaltlichen Recherche als auch beim Verfassen der Texte Unterstützung leisteten. Die technische Betreuung der dritten AG erfolgte durch einen Medienpädagogen der Bildungsstätte und die Konzept-AG arbeitete mit einem Ausstellungsdesigner zusammen.

Die Konzept-AG entwickelte ein zweigeteiltes Ausstellungskonzept, das später in leicht modifizierter Form wie folgt umgesetzt wurde: Im ersten Teil der Ausstellung werden ausschließlich Texte und Fotos zur Geschichte des Todesmarsches und zum Anschlag gezeigt, die auf stilisierten Bäumen angebracht wurden. Dieser angedeutete Wald wird von schwarzen Stellwänden, die trichterförmig zusammenlaufen, umfasst. Am Ende des Trichters steht eine blaue Wand, die das Licht am Ende des Tunnels und die Hoffnung der Häftlinge auf Befreiung symbolisieren soll. Erst danach gelangt der Besucher zu den Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Auf sogenannten Gästebäumen wurde den Betrachtern die Möglichkeit gegeben, die Ausstellung zu kommentieren. Der reflexive und bewertende Teil wurde bewusst vom darstellenden Teil getrennt. Die arbeitsteilige Vorgehensweise erforderte eine ständige Rückkopplung mit der gesamten Gruppe, die schließlich in einer gemeinsamen Diskussion die endgültige Entscheidung über Form und Inhalt der Ausstellung getroffen hat.

Die Ergebnisse dieses Seminars waren bestimmend für die Umsetzung der Ausstellung, die den Namen "Stumme Zeugen - eine Ausstellung über den Belower Wald“ erhielt. Nachdem wichtige konzeptionelle Entscheidungen getroffen und ein großer Teil des Rohmaterials (Fotos, Tonbandaufzeichnungen, Texte) aufbereitet worden war, konnte mit der Realisierung begonnen werden. Die finanzielle Förderung durch das Respektabel-Programm machte es möglich, einen Großteil der technischen Umsetzung der Ausstellung als Auftragsarbeiten zu vergeben (z.B. die Anfertigung der Holzaufsteller als Träger der Exponate). In der Zwischenzeit wurden auf einem Planungstreffen Details der Ausstellung in Absprache mit dem Ausstellungsdesigner besprochen. Eine Woche vor Ausstellungsbeginn wurde während eines dritten Seminars unter Anleitung des multiprofessionellen Teams die Ausstellung in den Räumen des Museums im Belower Wald aufgebaut. In Vorbereitung auf die Ausstellungseröffnung wurde eine Ansprache diskutiert, die von zwei Jugendlichen vorbereitet worden war. Außerdem erfolgte, gemäß des Seminarkonzepts, eine inhaltliche Vertiefung zum Thema Rechtsextremismus.

Während der jährlichen Gedenkveranstaltung zum Todesmarsch im April 2003 eröffneten zwei Jugendliche schließlich die Ausstellung mit der vorbereiteten Rede. Die Resonanz gerade auch unter den jüngeren Besuchern auf die Ausstellung war hoch. Die Exponate blieben zunächst vier Monate im Belower Wald und wurden danach an weiteren Orten in Oranienburg und Berlin gezeigt. Im Oranienburger Runge-Gymnasium wurde ein Exponat gestohlen und Geld aus der Spendenkasse entwendet. Durch den Diebstahl, aber vor allem durch die Kommentare der Besucher auf den „Gästebäumen“ bekommt die Ausstellung ihrerseits eine eigene Geschichte und sorgt für Diskurse, die weit über die Seminargruppe hinausgehen. Abgerundet wurde das gesamte Projekt durch eine informelle Auswertungsrunde, bei der die Jugendlichen die Möglichkeit hatten, Kritik am Gesamtprojekt zu äußern.

 

Überlegungen zu Kriterien in der historisch-politischen Bildung mit Jugendlichen

Das hier beschriebene Projekt fand unter geradezu idealen Bedingungen statt. Neben der Infrastruktur der Jugendbildungsstätte, der – wenngleich auf recht niedrigem Niveau – abgesicherten Finanzierung und der reibungslosen Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure spielte auch die überdurchschnittlich hohe Motivation der Jugendlichen für das Gelingen des Projekts eine entscheidende Rolle. Diese günstige Ausgangssituation und der Erfolg der Seminarreihe laden dazu ein, Rückschlüsse zu ziehen, welche methodische Vorgehensweisen sich positiv auf Projektarbeit an historischen Orten auswirken und die inhaltlichen Zielsetzungen zur Diskussion zu stellen.


Klare Zielsetzung

Zunächst müssen von den Projektverantwortlichen klare thematische Ziele formuliert werden. Diese sollten nicht nur der vorbereitenden und begleitenden Lehrkraft, sondern auch den Teilnehmenden bekannt sein. Die Vielschichtigkeit der Herangehensweisen und das Ziel, auch die Kompetenzen der Jugendlichen zu stärken, befreien das pädagogische Team nicht davon, das Thema im Auge zu behalten. Mit Markus Köster plädieren wir dafür, den historischen Themen einen starken eigenwertigen Platz einzuräumen und auf den "expliziten Transfer (...) historischer Themeneinheiten auf die politische Gegenwart" zu verzichten.3 Entgegen einem schon seit längerem beobachteten Trend in der historisch-politischen Bildung sollte die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus u.E. nicht darauf abzielen, einfache Analogien zu aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen und Problemlagen zu bilden, sondern den historischen Gegenstand zu durchdringen und das Geschichtsbild zu präzisieren.

Klaus Bergmann beschreibt Geschichte als "gegenwärtiges Nachdenken über vergangenes menschliches Denken, Handeln und Leiden"4. Demnach kann erst aus dem Spannungsfeld von Gegenwart und Vergangenheit ein Begriff von Politik und Ideologie der NS-Zeit entwickelt werden. Ein Begreifen der NS-Geschichte erachten wir nicht nur wegen des unermesslichen Leids, das Menschen im Nationalsozialismus erfahren haben, für ein eigenständiges Bildungsziel, sondern auch im Hinblick auf das Verstehen der heutigen Gesellschaft, deren Strukturen, öffentliche Diskurse, Werte und Unbewusstheit durch die NS-Zeit entscheidend geprägt worden sind.

Das Herausgreifen einzelner historischer Ereignisse als Richtschnur und Beispiel für gegenwärtiges moralisches Handeln birgt dagegen die Gefahr von "unterkomplexen Analogieschlüssen"5, die weder zum Begreifen von Geschichte und Gegenwart beitragen noch der Förderung von kritischem Denken und der Entwicklung von neuen Fragen dienlich sind. Auf die Gefahr, die Geschichte zu benutzen wie der Betrunkene den Laternenpfahl, nämlich als Stütze und nicht als Erhellung, haben schon in den 80er Jahren die Kritiker der Alltagsgeschichte hingewiesen. Eine unreflektierte, d.h. in die Gegenwart projizierte Übernahme der Opferperspektive und eine unkritische Identifizierung mit "Idolen und Vorbildern für das eigene politische Handeln"6 läuft Gefahr auf einer identitätsstiftende Ebene zu verharren und zu einem verzerrten Bild sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart zu führen.

Vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich recht umfangreichen regionalen bzw. lokalen Forschungen zu unterschiedlichen Aspekten des Holocausts und des Nationalsozialismus können die thematischen Schwerpunkte und die lokalen Bezugspunkte bei einem Projekt über die Geschichte des Nationalsozialismus stark variieren. Doch auch bei Projekten mit lokaler Schwerpunktsetzung ist der Rückbezug auf den historischen Gesamtkontext, insbesondere auf den rassistischen Kern der nationalsozialistischen Politik, essentiell. Das Ziel, die Geschichte zu begreifen, darf nicht verdrängt werden durch das Bestreben, möglichst viele lokale Details und Einzelschicksale als Bestandteil einer „Heimatgeschichte" zu präsentieren, die Zusammenhänge ignoriert und in der alle "irgendwie“ als Opfer von Makrostrukuren betrachtet werden.

Fragen nach dem Umgang mit Verantwortung und Schuld in der Aufarbeitung nach 1945 gehören ebenso zur Geschichte des NS wie die "Kultur" des Gedenkens. Im unmittelbaren Zusammenhang damit stehen auch Ideologie und Praxis rechtsextremistischer Gruppen in der Bundesrepublik, die sich einem Ursprungsmythos gleich explizit auf die Zeit des Nationalsozialismus beziehen und damit nicht nur auf die gleichen gesellschaftlichen "Lösungsmodelle" zurückgreifen, sondern dieses Gedankengut offensiv verbreiten. Da die rechtsextreme Szene oft mit ideologischen Versatzstücken arbeitet und diese zeitgemäß modifiziert, ist auch hier ein Gesamtverständnis nationalsozialistischer Herrschaftspraxis für die Auseinandersetzung unerlässlich.

 

Teilnehmerorientierung

Die Bedürfnisse, die Interessen und das Vorwissen der Teilnehmenden sollte Orientierungspunkt bei der Planung und Durchführung von Seminaren sein, ohne dabei Seminarziele, methodische Gesichtspunkte und die Unterschiedlichkeit der Seminarphasen aus dem Blick zu verlieren. Die Rücksichtnahme auf individuelle Zugänge bildete einen zentralen Bestandteil unserer Konzeption, und schaffte so unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern. Die Orientierung an den Teilnehmenden heißt auch, deren Realität und ihren Bezug zum Thema zu berücksichtigen. Dies bezieht sich nicht nur auf den familiären und kulturellen Hintergrund, sondern auch auf das konkrete Interesse der Teilnehmenden und ihre Fragestellungen an das Thema NS. Es geht also darum, einen individuellen Zugang zum Thema zu eröffnen und Möglichkeiten zu bieten, sich aktiv in den Lernprozess einzubringen. Eine Voraussetzung dafür sind Arbeitsphasen, in denen die Jugendlichen explizit von sich und ihrem Bezug zum Thema Nationalsozialismus erzählen können.

Teilnehmerorientierung kann auch bedeuten, inhaltlich an die Lebenswelt und die Erfahrungen der Jugendlichen anzuknüpfen, etwa durch das Thema "Jugend im NS" oder durch Bezugnahme auf den Ausbildungsberuf, wie dies beispielsweise seit Jahren in der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz Praxis ist.7 Gleichwohl scheint uns dieser Ansatzpunkt nicht zwingend bei Teilnehmenden, die ein großes Vorwissen haben und sich "quer" zur eigenen Situation für Aspekte der NS-Geschichte interessieren.

Eine Orientierung an den Realitäten der Teilnehmenden kann auch bedeuten, sich der Geschichte des Nationalsozialismus über Fragestellungen zu nähern, die sowohl in der NS-Zeit, als auch in der Gegenwart virulent sind. In einem Projekt über das Arbeitserziehungslager Fehrbellin haben wir den thematischen Einstieg über die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit/Zwangsarbeit gewählt. Im Konfrontationen-Konzept des Fritz-Bauer-Instituts wird der thematische Einstieg über die Themen "Identität" und "Gruppe" vorgeschlagen.8 Auch bei Konfrontationen bleibt – trotz des expliziten Bezugs zur Menschenrechts- und Demokratieerziehung – die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus das primäre Ziel. 

 

Stärkung der Kompetenzen

Die Orientierung auf die Teilnehmenden schließt die Stärkung ihrer Kompetenzen ein. Die Jugendlichen sollen dabei unterstützt werden, die Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit Geschichte im Allgemeinen und dem Nationalsozialismus im Besonderen zu entwickeln. Dazu gehört die Erschließung und Bearbeitung von Quellen, die Strukturierung von Informationen und die Fähigkeit, die Ergebnisse in Gruppen zu reflektieren. Diese Kernkompetenzen bilden eine Grundlage dafür, dass sich die Beschäftigung mit der Geschichte nicht nur auf das Seminar bzw. Projekt bezieht, sondern auch nachhaltige Wirkung entfalten kann.

Einerseits sollen also die Jugendlichen so viel wie möglich selbst erarbeiten, andererseits müssen sie eine ausreichende professionelle Unterstützung erfahren. Neben inhaltlichen Zielen ist so auch die Vermittlung von methodischen Kenntnissen von Bedeutung. So gehörte das Verfassen von Texten und die qualifizierte Kritik daran ebenso zum Ziel des Projektes wie die Moderation von Arbeits- und Diskussionsprozessen durch die Jugendlichen bei der Planung der Ausstellung. Diese Kompetenzstärkung geht über die im Konfrontationen-Konzept vorgeschlagenen pädagogischen Ziele hinaus, wie "gegenseitige Anerkennung", "Einfühlvermögen" und "Kenntnis von Asymetrien".9 Während diese als Voraussetzung, sich überhaupt auf die Erfahrungen der Opfer – und damit auf die Geschichte – einzulassen, verstanden werden können, bilden die von uns thematisierten Kompetenzen die Voraussetzung, sich eigenständig mit historischen Themen auseinander zusetzen. Welche Kompetenzen in einem Seminar gezielt gefördert werden, hängt von der Gruppenkonstellation und der Bereitschaft der Lernenden ab, sich in das Thema zu vertiefen.

Eine weitere Ebene der Kompetenzstärkung bildet die Unterstützung dafür, das erworbene Wissen an andere weiter vermitteln zu können. Dies kann sich, wie im Fall der Ausstellung geschehen, an eine Öffentlichkeit richten, oder sich wie im Konzept Führeinander der Wannseevilla10 auf die lernende Gruppe selbst beziehen. 

 

Methodenwechsel

Der Methodenwechsel gehört zum Handwerkszeug aller außerschulischen politischen Bildung. Dieser darf jedoch nicht mit Beliebigkeit der Methodenwahl verwechselt werden. Der Wechsel von intensiven Inputphasen, Vertiefung des Themas am historischen Ort und Reflexionsphasen, in der das eigenständige Arbeiten im Mittelpunkt steht, ist notwendig für die Wissensaneignung und -vertiefung. Raum für Reflexion zu bieten, gehört dabei genauso zu den Kriterien einer erfolgreichen historisch-politischen Bildung, wie fachlich qualifizierte Inputs. Auch innerhalb der einzelnen Programmpunkte sollten unterschiedliche Möglichkeiten der Auseinandersetzung angeboten werden: So hatten die Teilnehmenden in der Reflexionsphase die Wahl zwischen Textarbeit und künstlerischer Tätigkeit. Gleiches galt bei der Vorbereitung der Ausstellung, wo die Möglichkeiten vom Verfassen von Texten über die Entwicklung eines Ausstellungsentwurfs bis zum Bau von Modellen reichte. 


Notwendigkeit von Auswertungs- und Reflexionsphasen

Oben haben wir vier unterschiedliche Seminarphasen beschrieben: Die Einstiegsphase stellt die Arbeitsfähigkeit der Gruppe her. Die Wissensfundierung dient der kognitiven Vermittlung von Wissen, Bearbeitung von inhaltlichen Fragen und der Vorbereitung auf die Exkursion. Der Besuch des historischen Ortes macht abstrakte Ereignisse begreifbar. In der Reflexionsphase werden schließlich Erfahrung und Wissen strukturiert, bearbeitet und nachhaltig gefestigt.

Die emotionale und kognitive Verarbeitung des erfahrenen und erlernten Wissens sind dabei wichtige Bestandteile längerfristiger historisch-politischer Bildung. Gerade die kognitive Verarbeitung bildet die Voraussetzung, aus dem Erfahrenen zu lernen und Offenheit und Neugierde für die weitere Beschäftigung mit dem Thema zu entwickeln und nicht auf der Ebene emotionaler Betroffenheit zu verharren. Jürgen Kocka hat dies folgendermaßen formuliert: „Die ehrlichste Betroffenheit, das eindrucksvollste Mahnmal und die angestrengteste Trauerarbeit können das Begreifen, die Erklärung, die Einordnung des historischen Phänomens nicht ersetzen.“11 Insofern bilden die im Seminar erstellten Produkte keinen Endpunkt der Auseinandersetzung, sondern dienen dazu, Gefühle und Gedanken auszudrücken, die wiederum als Ausgangspunkt für die weitere Beschäftigung dienen.

Die Verarbeitung des Erfahrenen und Gelernten kann dabei unterschiedliche Formen annehmen. In unserem Projekt haben wir die Form bewusst offen gelassen, so dass die Möglichkeit der gestalterischen Auseinandersetzung wie Collagen und Poster ebenso bestand, wie die Erstellung von unterschiedlichen Textgattungen. Dies berücksichtigt die Erfahrung, dass Menschen sich durch verschiedene Medien unterschiedlich gut ausdrücken können.

 

Multiprofessionalität

So wie die Möglichkeiten des Machbaren und Wünschenswerten innerhalb eines Seminars begrenzt sind, so sind auch die Fähigkeiten von Teamern begrenzt. Aus diesem Grund wurde bei der Seminarumsetzung Wert darauf gelegt, in "sachfremden" Bereichen professionelle Unterstützung zu suchen. Vor allem durch die Beteiligung des Ausstellungsdesigners war nicht nur ein produktiveres bzw. effektiveres Arbeiten gewährleistet, sondern auch ein qualifiziertes Lernen auf der Methodenebene. Zu einer Multiprofessionalität gehört auch die Vergabe derjenigen Arbeiten an Dritte, die realistischerweise in einem außerschulischen Projekt selbst nicht umgesetzt werden können und die nicht Bestandteil der gesetzten pädagogischen oder inhaltlichen Ziele sind. Dabei muss jedoch gewährleistet sein, dass alle Entscheidungen, in unserem Fall z.B. über Design und Form der Ausstellung, von den Teilnehmenden selbst getroffen werden. Dies stärkt zudem die Fähigkeit, gemeinsame Entscheidungen zu treffen und nach außen zu vertreten. Für Projekte, die einen Gedenkstättenbesuch einschließen, bedeutet Multiprofessionalität auch Absprachen mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte und die Inanspruchnahme ihres Fachwissens. Auch hier sind langfristige Kontakte wünschenswert, die eine inhaltlich aufeinander abgestimmte Arbeitsteilung ermöglichen.

 

Kein Produktzwang

Auch wenn sich in diesem Projekt die öffentliche Präsentation eines Produkts als wirkungsvoll erwies, kann dies nicht die Meßlatte für den Erfolg historisch-politischer Bildung sein. Bei einer Fixierung auf das Produkt besteht die Gefahr, dass die Inhalte in den Hintergrund treten. Wir sahen uns z.B. ab einem gewissen Zeitpunkt auf Grund der beantragten Mittel dem Druck ausgesetzt, die Ausstellung fertig zu bekommen. Trotzdem haben wir darauf geachtet, dass in allen Phasen, selbst am Wochenende vor der Ausstellungseröffnung, thematische Einheiten fester Bestandteil des Seminarablaufs waren. Außerdem ist oft aufgrund der knapp bemessenen Zeit in der außerschulischen Bildung die Arbeit an einem Produkt schlichtweg nicht möglich. Aus diesen Erwägungen plädieren wir für einen Prozess, bei dem eine Vertiefung des historischen Gegenstandes im Mittelpunkt steht, das Ergebnis aber offen ist. Mit den Autoren des Konfrontationen-Konzeptes gehen wir davon aus, dass nicht die sichtbaren Ergebnisse eines Lernprozesses entscheidend sind, sondern die Erfahrungen, die dabei gemacht wurden.

 

Resümee

Unsere Erfahrungen mit dem Ausstellungsprojekt „Stumme Zeugen" sehen wir als Plädoyer für langfristig angelegte und methodisch reflektierte historisch-politische Bildung: Nur so können Lernprozesse über einen längeren Zeitraum begleitet, das Programm spezifischer auf die Teilnehmer ausgerichtet und die Themen differenzierter bearbeitet werden. Im Unterschied zu kurzzeitigen Gedenkstättenbesuchen bieten Seminare die Möglichkeit eine reflexive Distanz zu erzeugen, die Informationen zu verarbeiten und historisch einzuordnen.

Im vorgestellten Projekt war die Zeit und der Rahmen für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Rassenideologie und die Politik der Ausgrenzung und Ermordung gegeben. Inputphasen über die Geschichte wurden ergänzt durch Einheiten, in denen Fragen nach dem Gedenken und dem Umgang mit dieser Geschichte nach 1945 sowie die rechtsextremistischen Bedrohungspotentiale heute im Mittelpunkt standen. In verschiedenen Phasen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit ihr eigenes Wissen einzubringen, Fragen zu entwickeln und das Gelernte und Erfahrene zu verarbeiten. Während des gesamten Projektes wurde Wert darauf gelegt, die Kompetenzen der Jugendlichen bei der Erarbeitung des historischen Themas zu stärken und sie dabei zu unterstützen, sich und ihre Arbeit – z.B. ihre eigenen Texte – kritisch zu hinterfragen. Insofern war das Ziel des Projektes nicht nur die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte zu fördern, sondern das Interesse an einer eigenständigen Auseinandersetzung mit dem Thema zu erhöhen und dadurch eine Nachhaltigkeit von Bildungsprozessen zu unterstützen. Die Vermittlung von methodischem Handwerkszeug zielte zudem auf eine Stärkung derjenigen Jugendlichen, die sich in ihrem Alltag mit (geschichts-)politischen Themen beschäftigen, um deren gesellschaftliche Wirkungsmacht zu verstehen, insbesondere in Regionen, in denen rechtsextremistische Übergriffe an der Tagesordnung sind. Durch die Präsentation der Ausstellung zielte das Projekt schließlich direkt auf die Einmischung in den vergangenheitspolitischen Diskurs.

Die oben dargestellten Kriterien, die sicher noch erweitert werden können, betrachten wir als Parameter für die projektbezogene historisch-politische Bildung. Dies gilt sowohl für die interne Diskussion über Methodik und Ziele als auch für die Vermittlung nach außen. Nicht zuletzt ist eine Transparenz von Bildungszielen, Methoden und Selbstverständnis nicht nur für die eigene (politische) Verortung und die Verständigung mit externen Partnern und "Nutznießern" der Seminare wichtig, sondern auch im Hinblick auf potentielle Geldgeber. Schließlich wird gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen der politischen Bildung besonders leicht ihr gesellschaftlicher Wert abgesprochen. Dabei kann sie Menschen befähigen, gesellschaftspolitische Diskurse zu verstehen und an ihnen teilzunehmen, in dem sie das Begreifen von Geschichte und Gesellschaft fördert, zur politischen Einmischung motiviert und selbstbestimmtes, reflektiertes und solidarisches Handeln unterstützt.

 

Die Autoren:

Michael Thoß ist Historiker und Mitarbeiter des Mobilen Beratungsteams der RAA, MV.

Akim Jah ist Politologe und freiberuflicher Referent in der politischen Bildung.

Artikel als PDF verfügbar
(GedRund120_3-13.pdf)