Tristano Matta

»Orte der Erinnerung« an Judenverfolgung und Deportation:

Gedenkstättenrundbrief 98 S. 3-17

Überlegungen zum »Fall Italien«

Es ist nicht meine Absicht, Sie gewissermaßen auf eine Tour durch die einzelnen Gedächtnisorte zu führen, die in Italien an Ausgrenzung und Deportation erinnern: Ich werde mich auf einige kurze Hinweise auf die schon zu diesem Thema existierende Dokumentation beschränken, die man sich ja unschwer besorgen kann. Stattdessen werde ich versuchen, etwas Überblick über die unterschiedlichen Interpretationen des Begriffs »Gedächtnisort« zu verschaffen, die in letzter Zeit sowohl in der Forschung und in der wissenschaftlichen Diskussion als auch in der breiten Öffentlichkeit aufgekommen sind, um dann deren Auswirkungen in Italien näher in Augenschein zu nehmen.

Unter den zahllosen Zeitungsartikeln und Kommentaren, mit denen man uns anlässlich der Werbekampagne für Steven Spielbergs Film Der Soldat James Ryan überflutet hat, war auch eine kurze Pressemitteilung, die mir besonders aufgefallen ist und mich zum Nachdenken angeregt hat. Es hätten auf der Normandieküste schon öfters Reisende und Touristen nach dem Grab des im Film von Tom Hanks gespielten Offiziers gefragt und den Wunsch geäußert, es zu besuchen. Logischerweise existiert das Grab nicht, da ja der betreffende Offizier eine Schöpfung der Drehbuchautoren ist. Obwohl dieser Vorfall eigentlich bloß eine unterhaltsame, im gewissen Sinn auch komische Randnotiz darstellt, die noch dazu in ihrer Art nicht gänzlich neu ist, so bringt er doch zweierlei Phänomene ins Spiel, die uns hier interessieren und über die man sich Gedanken machen sollte.

Einerseits sehe ich darin auf geradezu sensationelle Weise bestätigt (wobei es nicht die erste Bestätigung dieser Art ist, und noch lange nicht die letzte sein wird), wie das mächtige Netz der Massenmedien, das unsere Existenz umspannt und beherrscht, binnen kürzester Zeit nicht nur neue Mythen, sondern sogar falsche Erinnerungen, in diesem Fall sogar einen inexistenten Gedächtnisort zu schaffen vermag.

Andererseits lässt dieser Vorfall erblicken, wie groß in der »Öffentlichkeit« – um sich der in den Medien üblichen Bezeichnung zu bedienen – das Bedürfnis nach konkreten, greifbaren Symbolen und Zeichen ist, durch die sich an die Erinnerung an jenen Zeitabschnitt um den Zweiten Weltkrieg herum anknüpfen ließe, als unsere jüngste Vergangenheit ihre entscheidende Prägung empfangen hat. Im Vergleich zu den Symbolen und Zeichen, die zum Beispiel in Westeuropa dem Andenken an den Ersten Weltkrieg (in Italien auch der »Große Krieg« genannt) gewidmet sind, sind diese auch tatsächlich bei weitem nicht so präsent, noch sind sie kodifizierte Bestandteile der »Zivilreligion« geworden. Dieses weit verbreitete Bedürfnis wird durch die eingangs erwähnte Täuschung doch wohl irgendwie – sozusagen ersatzweise – befriedigt.

Man kann daher nicht umhin, sich Gedanken über die Gefahr zu machen, die die Erinnerung an die Geschichte dieses Jahrhunderts nun läuft, infolge ihrer kommerziellen Ausbeutung durch die Massenmedien verzerrt oder gar manipuliert zu werden, – was doch im Grunde genommen nur eine modernere Variante jener »Erfindung der Tradition« ist, die von Hobsbawm und Ranger treffend als ein durchaus nicht zweitrangiges Moment beim Aufbau der Vorstellungswelt einer nationalkulturellen Identität erkannt und erforscht worden ist.1 Eine Gefahr, die keinem auch nur mäßig aufmerksamen Beobachter entgehen kann, und deren Tragweite weit über den von mir eingangs erwähnten, grundsätzlich harmlosen Vorfall hinausgeht.

Zwei noch wichtigere Aspekte sind hier hervorzuheben. Einerseits ist es eine bedeutungsvolle und unbestreitbare Tatsache, daß es eben dieses Verlangen nach historischem Gedächtnis und nach Symbolen gibt, die an die Ereignisse der Judenverfolgung und der Deportation erinnern. Andererseits wurde und wird in Italien – trotz der vielen materiellen Zeugnisse, der zahlreichen Standorte, die mit gutem Recht zu Symbolstätten dieses Gedächtnisses werden könnten – seitens der so genannten zivilen Gesellschaft und der Behörden kaum etwas unternommen (im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, getan wird)2, um deren Erhaltung zu sichern, deren Pflege zu fördern, deren Ressourcen zu vermehren – kurz gesagt, um sie in die Lage zu versetzen, ihrer Rolle als »Gedächtnisorte« in vollem Maße gerecht zu werden. Besonders heikel ist das Problem bei Gedächtnisorten, die an Judenverfolgung und Deportation erinnern. Und eben diese sind hier Gegenstand unserer Überlegungen.

Bevor ich aber näher auf dieses Problem eingehe, möchte ich noch kurz die Diskussion erwähnen, die sich in letzter Zeit um den Komplex Erinnerung/Geschichte/ Gedächtnisorte entfaltet hat.

Es könnte der Verdacht aufkommen – und einige recht oberflächliche, in der Presse erschienene Rezensionen könnten diesen Verdacht rechtfertigen –, dass die in den letzten Jahren um die problematischen Beziehungen zwischen Erinnerung und Geschichte stattfindende Diskussion und das Florieren von Schriften und Veranstaltungen zum Thema der Erinnerung, sowie um die Gedächtnisorte selbst, lediglich das Produkt einer momentanen, an Jahresfeiern und besonderen kalendarischen Anlässen gebundene Mode sei, z.B. den fünfzigsten Jahrestag seit Kriegsende oder die bis zum Überdruss ins Feld geführte »Bilanz zum Ende des Millenniums«. Oder auch, dass alles auf den Einfluss der Medien zurückzuführen sei, nachdem diese das Publikum »mittleren Alters« und die »Senioren« als finanzkräftige Zielgruppen entdeckt und daher beschlossen haben, sich in allen Gebieten des Infotainment (wie mit hässlichem Neologismus die Fusion von Entertainment und Information in der neuen Mediensprache genannt wird) zunehmend der Aktion Nostalgie/Erinnerung zu widmen.

Unzweifelhaft ist, dass »Ort der Erinnerung« zu einem Modebegriff geworden ist. Dass mit dieser weiten Verbreitung auch die Gefahr von Missbrauch und Missverständnissen verbunden ist, liegt auf der Hand: Da veröffentlicht zum Beispiel eine vielgelesene Zeitschrift eine Serie unter diesem Titel – und widmet einen dieser Artikel der alten Eisenbahn der Pariser petite ceinture. Oft geht es um Orte, die ich eher als »Orte der Nostalgie« bezeichnen würde, die – wie schon gesagt – in der heutigen Medienwelt guten Absatz finden, aber mit Gedächtnisorten kaum etwas gemeinsam haben. Die Gefahr, dass in der gegenwärtigen Massenkultur die Vorstellung, die sich mit den »Orten der Nostalgie« verbindet, schließlich den Begriff »Ort der Erinnerung«, von dem die Historiker sprechen, verdrängt, ist reell und muss im Auge behalten werden.3

Demgegenüber möchte ich hervorheben, wie gewichtig die Überlegungen sind, die unter Historikern zu dem Thema angestellt werden. Den Anlass dafür gab unleugbar ein besonderes historisches Ereignis, und zwar das Ende des Kalten Krieges und der Teilung des Kontinents nach 1989, das Europa zum Nachdenken über Geschichte und Identität angeregt hat. Gleichzeitig entspringen diese Überlegungen aber auch – und vielleicht in sogar größerem Maße – dem wachsenden Bedürfnis nach einer Ausdehnung der historischen Forschung und Diskussion auf die Frage der Beteiligung der Zivilbevölkerung – der so genannten »kleinen Leute« – an den großen historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts und insbesondere an denen um den Zweiten Weltkrieg. So kommt die Erinnerung der Protagonisten – Opfer, Täter, Zuschauer (um frei nach dem Titel von Hilbergs berühmten Werk zu zitieren) – wieder zur Geltung: Eine Dimension, die gerade in der Forschung über Ausgrenzung, Judenverfolgung und Deportation eine überaus wichtige Rolle spielt, und die, wie Anna Rossi-Doria in einem bedeutenden Aufsatz hervorgehoben hat4, lange Jahre hindurch als Ersatz für das – wie die Autorin es nennt – »Schweigen der Historiker« gedient hat.

Eben weil man sich dieses Nachholbedarfs in der Forschung bewusst geworden ist, und nicht etwa, um einem Modetrend zu folgen, ist meiner Meinung nach unter Historikern die Diskussion über den Erinnerungskult in Angriff genommen worden, an der sich dann auch Laien beteiligt haben. In dieser Debatte, die man hier nur in großen Zügen skizzieren kann, standen sich zwei unterschiedliche Auffassungen gegenüber. Da wurde von der einen Seite die grundsätzliche Andersartigkeit von Erinnerung und Geschichte betont, wobei das Übermaß an Erinnerung und die Verbreitung des Erinnerungskults als eine Flucht aus dem Politischen, ein Verzicht auf Zukunftsvision gesehen wurde, oder zum anderen auch als ein bewusst eingesetztes, künstliches Mittel, um ausgrenzende Identitäten (seien sie nun lokal, ethnisch oder national) aufzubauen oder neu zu definieren. Von der anderen Seite wurde dagegen zwar auch berücksichtigt, dass Geschichte und Erinnerung unterschiedliche Dimensionen sind, jedoch eher die Frage nach deren Zusammenspiel in den Vordergrund gerückt, wobei der ersteren die Rolle des einzig wirksamen Gegenmittels gegen Vergessen und Manipulierung der Vergangenheit zukommt, die letztere aber das Fundament für ein authentisches, gegenwartsbezogenes, in der Übernahme der Verantwortung für die eigene Vergangenheit und nicht in deren Mythisierung und/oder Kaschierung wurzelndes ziviles Bewusstsein ist.5

Das hier behandelte Thema der »Gedächtnisorte« ist logischerweise Teil dieser Diskussion. Selbstverständlich können auch Gedächtnisorte zu nicht ganz lauteren Zwecken missbraucht werden: Sie sind es in der Vergangenheit gewesen, sind es heute noch und werden es wahrscheinlich auch in Zukunft sein. Zum Beispiel werden sie wegen ihrer Symbolträchtigkeit, die sich bestens dazu eignet, starke Emotionen hervorzurufen, oft als Waffe im politischen Konflikt eingesetzt (es sei hier ein italienisches Beispiel genannt, der Streit um das Gedenken an das Lager der Risiera di San Sabba und an die berüchtigten karsischen Schluchten, die »foibe«6, und ein europäisches, der Fall Kosovo7); andere Formen des Missbrauchs sind die Neuerfindung/Manipulierung der Geschichte (wie 1995 in Frankreich bei den völlig aus dem geschichtlichen Zusammenhang gerissenen Gedenkfeiern zum Jahrestag des D-Day), die manchmal ausgrenzenden Sichtweisen (eine Gefahr, die laut einiger Kritiker in manchen Holocaust Memorials in den USA gegenwärtig ist)8, der Versuch der Besetzung/Vereinnahmung (wie es – in besonders extremer Form – in Auschwitz 9 erst mit dem Karmelitinnenkloster und jetzt noch mit der Kreuze-Affäre geschehen ist), und schließlich die krasse Banalisierung und Vermarktung.10 Mit diesen Gefahren muss man sich auseinandersetzen: Es gilt, wachsam zu sein, jeden Missbrauch aufzudecken und öffentlich zu verurteilen und zu verhindern, dass kritischer Umgang mit der Erinnerung mit Business der Erinnerung oder Erfindung der Erinnerung verwechselt wird.

Der bekanntlich von Pierre Nora schon in den achtziger Jahren in Frankreich geprägte Begriff »lieux de mémoire«11 hat nun in alle großen Lexika Aufnahme gefunden. Im Robert lautet die Definition: »ein signifikantes, materielles oder immaterielles Ganzes, das Menschenwille oder der Lauf der Zeit in symbolisches Element einer Menschengemeinschaft verwandelt haben«12. Laut Nora ist die Entstehung der Gedächtnisorte auf die unsere Epoche kennzeichnende Entritualisierung zurückzuführen: Gedächtnisorte sind Überreste, Fragmente der Vergangenheit, die in einer Gesellschaft, die keine Rituale mehr kennt, zu Riten geworden sind. So verstanden tragen zwei Elemente entscheidend zu ihrer Entstehung bei: erstens der Wille der Menschen, einen Raum einzugrenzen, um darin ein Fragment der eigenen Vergangenheit aufzustellen und ihm eine sakrale Dimension zu geben, und zweitens der Lauf der Zeit, der einerseits das Fortleben der Erinnerung an jene Vergangenheit gefährdet, andererseits aber unter den verschiedenen Vergangenheitsfragmenten eine Auswahl trifft, so dass sich diejenigen erhalten, deren Fortbestehen als Monument mit sakraler Dimension sich für die Identität einer bestimmten Menschengemeinschaft als unabdingbar erweist. Etwas enger wurde der Begriff in jüngster Zeit wieder einmal in Frankreich mit dem Terminus lieux du souvenir definiert – Ersilia Alessandrone Perona hat in ihrem 1998 veröffentlichten, sehr aufschlussreichen Aufsatz darauf hingewiesen13 –, um jene Orte der Erinnerung zu bezeichnen, die noch nicht Bestandteil des großen kollektiven Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg geworden sind.14 Und zwar sind dies in Frankreich die Orte, wo das eine oder das andere der zahlreichen Fragmente erhalten ist, in denen sich – infolge der Komplexität der französischen Teilnahme am Kriegsgeschehen und der damit verbundenen Problematik – das Gedächtnis an den Krieg in der Nachkriegszeit sowohl räumlich als auch inhaltlich aufgesplittet hat. Diese »Orte des Andenkens« könnten zwar im Laufe der Zeit zu »Orten der Erinnerung« in dem von Pierre Nora definierten Sinn werden – und nach Meinung der Urheber dieser Definition könnte dies gerade bei den Memorials der Deportation der Fall sein –, es ist aber noch nicht gesagt, dass sich dies auch tatsächlich ereignen wird. Damit diese Umwandlung stattfindet, möchte ich hinzufügen, müssen noch die beiden im Robert genannten Elemente, die Zeit und insbesondere der Wille der Menschen ihre Wirkung ausgeübt haben.

Diese von den französischen Wissenschaftlern vorgeschlagene begriffliche Unterscheidung ließe sich meiner Meinung nach mit nur geringfügigen Änderungen auch auf Italien übertragen, insbesondere da, wo es um »Orte der Erinnerung« an Rassendiskriminierung und Deportation geht.

Der erste der drei von Mario Isnenghi herausgegebenen Bände über die Gedächtnisorte des vereinigten Italiens enthält zwar einen Aufsatz von Paola Di Cori über die Rassengesetze.15 Es besagt aber viel, dass in dem gesamten Werk kein einziges Stichwort auch nur einem der Standorte gewidmet ist, in denen Spuren und Gedächtnis der Verfolgung und Deportation erhalten sind. Während einzelne Kapitel sich mit den zum Teil auch künstlich errichteten Stätten befassen, die anderen Erinnerungen geweiht sind (wie das Vittoriano, Redipuglia, Monte Grappa), fehlt dagegen jeder Hinweis auf Standorte wie das Lager in Fossoli, die Risiera di San Sabba, das Internierungslager in Ferramonti, oder auch auf andere Orte, die an tief in unserem kollektiven Bewusstsein eingegrabene Ereignisse erinnern, wie zum Beispiel die von Nationalsozialisten verübten Massaker (es werden weder die Ardeatinischen Höhlen noch Montesole erwähnt). Ich bin mir sicher, dass diese Auslassungen durchaus nicht von Missachtung oder Mangel an Sensibilität seitens der Autoren gegenüber jenen Stätten und den damit verbundenen Ereignissen herrühren. Die Ursache dafür liegt wohl eher darin, dass diese Stätten im Grunde genommen doch nicht als »Gedächtnisorte« aller Italiener betrachtet werden: Daher konnten sie in einem Werk, dessen Vorhaben es ist, eine in der kollektiven Vorstellungswelt der Italiener schon getroffene Auswahl zu protokollieren und nicht die bestmögliche Auslese zu empfehlen, kaum Aufnahme finden. Vermutlich sind diese Stätten und Orte an Segmente eines geteilten Gedächtnisses gebunden, gehören daher eher in die schon erwähnte Kategorie des »Andenkens« – d.h. sie sind keine Orte, die das kollektive Gedächtnis der Italiener als ein bedeutungsvolles Element ihrer Vergangenheit empfindet. Wenn Isnenghi mit seiner Auswahl eine Art Bestandsaufnahme jener Stätten gemacht hat, in denen real existierender Standort und gedankliche Geographie der kollektiven Vorstellungswelt zusammenfallen, dann ist auch die Nichterwähnung dieser Stätten in seinem Werk nichts anderes als eine nüchterne Zur-Kenntnis-Nahme, dass dieser Zusammenhang zwischen Rassengesetzen und Standorten wie Ferramonti, Fossoli und die Risiera immer noch nicht hergestellt ist.

Diesen Zusammenhang haben sich dagegen die Organisatoren der hervorragenden, vom Centro Furio Jesi 1994 in Bologna veranstalteten Ausstellung La menzogna della razza (Die Rassenlüge)16, die in den darauffolgenden Jahren auch in zahlreichen anderen Städten Italiens gezeigt wurde, durchaus gegenwärtig gehalten. In dem der Verfolgungspraxis gewidmeten Teil der Ausstellung wurde veranschaulicht, dass es in Italien ebenfalls wichtige Gedächtnisorte gibt, die an Ausgrenzung und Verfolgung erinnern, und damit auf kluge Art – auch auf geschichtswissenschaftlicher Ebene – zumindest ansatzweise ein Zusammenhang zwischen faschistischer Verfolgungspraxis und nationalsozialistischer Vernichtungspolitik hergestellt. So beschränkte sich die Dokumentation nicht auf die Lager unter nationalsozialistischer Leitung (von denen die vier wichtigsten Fossoli, Bozen-Gries, die Risiera di San Sabba, und Borgo San Dalmazzo waren), sondern erstreckte sich auch auf jene, öffentlich bisher kaum bekannte italienische Besonderheit, d.h. die faschistische Internierung, deren Symbolstätte, soweit es die Juden betrifft, zweifelsohne das Lager in Ferramonti-Tarsia ist.

Ein ähnliches Bestreben lag dem Projekt des Istituto regionale per la storia del movimento di liberazione nel Friuli-Venezia Giulia zugrunde, welches aber sämtliche Standorte der nationalsozialistischen und faschistischen Gewaltherrschaft in Italien mit einbezog und dann zur Veröffentlichung des Bandes Un percorso della memoria17 geführt hat, dessen erstes Kapitel nicht zufällig dem Lager in Ferramonti gewidmet ist. Das Projekt ging auch von einer anderen Feststellung aus: Obwohl die kollektive Erinnerung der Italiener zu diesem Thema offensichtlich immer noch eine Lücke aufweist, so macht sich doch in jüngster Zeit ein Wiedererwachen des Interesses für einige Orte bemerkbar – wie Marzabotto-Montesole, die Risiera, Ferramonti, Fossoli, das Mahnmal-Museum der Deportation in Carpi. Zwar sind die betreffenden Projekte unterschiedlicher Qualität, oft episodenhaft, nicht untereinander koordiniert und befinden sich noch dazu in verschiedenen Entwicklungsstadien – sie haben dennoch Aufmerksamkeit erregt und die aktive Teilnahme nicht nur einzelner Stadtverwaltungen, sondern auch von Historikern, Forschern und Pädagogen bewirkt. Es galt daher, diese Anzeichen eines neu erwachten Interesses nicht zu vernachlässigen und binnen kurzer Zeit eine – vorerst zwar nur auf die erwähnte Publikation beschränkte – Verbindung zwischen den verschiedenen sich abzeichnenden Initiativen herzustellen, mit dem Ziel, als ersten Schritt einen Parcours der Erinnerung zu gestalten und in Zukunft auch eine Föderation der Gedenkstätten aufzubauen.

Es waren gewiss hochgesteckte Ziele, auch weil man sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht hatte, den Begriff »Gedächtnisreisen« (auf italienisch oft »Wallfahrten zu den Gedenkstätten« genannt) neu zu überdenken, d.h. über die insbesondere von Deportiertenverbänden gepflegte Tradition hinauszugehen, in der das Symbolische und Rituelle Vorrang hat, und stattdessen der pädagogischen und erzieherischen Tätigkeit von verschiedenartigen, an einzelne Standorte gebundenen Institutionen (ob Museum, Friedenspark, Friedensschule oder Kulturstiftung) eine entscheidende Rolle bei der Aufarbeitung der Erinnerung zu übertragen. Auf diese Weise erhalten Gedenkstätten neben dem herkömmlichen rituellen Aspekt noch eine zusätzliche Aufgabe und lassen sich konkret als Mittel zur Bewusstseinsbildung einsetzen, sowohl durch eine bessere Kenntnis der Geschichte, als auch auf der Ebene der Zivil- und Bürgerschaftswerte. Wenn einerseits Selbstverherrlichung und zum Selbstzweck gewordene Rituale auf die jüngeren Generationen eher abstoßend wirken, andererseits aber die Begegnung mit dem Gedächtnis, das diesem Ritus zugrundeliegt, für diese Generationen eine unverzichtbare Erfahrung ist, so muss man diese Begegnung eben anders gestalten.

Überaus wichtig ist auch die Frage des Zusammenhangs zwischen Gedächtnis und Stätte, zwischen Vorstellungswelt und Erhaltung des materiellen Standorts.

Zwar lässt es sich nicht leugnen, daß »Gedächtnisorte« sich in einigen Fällen auch ohne konkreten Ortsbezug kristallisieren können, doch ist es ebenso unbestreitbar, dass das Vorhandensein eines »authentischen« und nicht nur symbolisch-evokativen »Standorts« die Erhaltung der Erinnerung um ein Vielfaches erleichtert. Umgekehrt sind auch die Nationalsozialisten grundsätzlich von der gleichen Überzeugung ausgegangen, als sie daran gingen, soweit wie möglich die Spuren der Konzentrationslager zu tilgen. Dass die Täter versucht haben, die Beweise der von ihnen begangenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit zu vernichten, ist allerdings verständlich. Weitaus schwieriger ist es, Verständnis für diejenigen aufzubringen, deren Interesse es eigentlich gewesen wäre, auch durch diese Standorte die Erinnerung an jene Verbrechen wach zu halten, und die sie stattdessen in der Nachkriegszeit vielerorts haben verfallen, wenn nicht sogar abreißen lassen.

Gewiss lässt sich die Erinnerung auch dann erhalten, wenn nichts weiter als Trümmer bleiben, spärliche Reste, die sich nur noch mit der Akribie des Archäologen deuten lassen. Man denke nur an die intensive Tätigkeit der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, aus Trümmern die Erinnerung an einen in der deutschen Zeitgeschichte überaus bedeutenden Standort wiederherzustellen, und zwar an das Areal an der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße, wo die Terrorzentralen des Dritten Reichs ihren Sitz hatten18 oder, in Italien, an das späte (aber vielleicht gerade deswegen lobenswertere) Engagement der Stadtverwaltung Bozen, um die Erinnerung an das ehemalige Lager in Bozen-Gries wiederaufleben zu lassen, nachdem jahrzehntelang die dortigen Behörden die Lagerbauten hatten abtragen lassen.19 Es ist aber zweifelsohne ein äußerst schwieriges Unterfangen, das im Endergebnis bestenfalls zur Dokumentation dienen kann.

Im pädagogischen Aufsatz Educa il luogo20, einem Beitrag im Sammelband II percorso della memoria, der sich sehr ausführlich mit dem Thema auseinandersetzt, haben Cova und Baiesi als denkbare Form des Umgangs mit den Gedächtnisorten, neben der der Umwandlung in ein Monument oder der Wiederherstellung, auch die Alternative der Vernachlässigung in Betracht gezogen. Demgegenüber lautet ihr Vorschlag »appaesamento«, was soviel bedeutet wie »strukturelles« Einbinden der Gedächtnisorte in die Stätten, in denen sich das soziale und zivile Leben abspielt, da nur unter dieser Voraussetzung diese Orte auch im Alltag als eine authentische Friedensbotschaft erlebt werden können. So oder so ist die Entscheidung eine politische: Im letzteren Fall überwiegt eine Politik der Erinnerung, im ersteren eine Politik des Vergessens.

Ein schmerzliches Beispiel dieser Politik des Vergessens ist die totale Vernachlässigung, die das Museum und die Gedenkstätte in Lipa durch den neuen kroatischen Staat erfahren haben. Dieses Dorf in der Nähe von Rijeka, das 1944 Schauplatz eines der grausamsten von Nationalsozialisten und Faschisten verübten Massakers war, wurde Anfang der achtziger Jahre vom jugoslawischen Staat als Gedenkstätte, teilweise nach dem Muster von Oradour in Frankreich, errichtet, befindet sich aber jetzt in völlig verwahrlostem Zustand.

Solcherlei geschieht aber nicht nur in Ländern, die – wie Kroatien – gerade extrem schnelle Änderungsprozesse durchmachen und dabei sind, ihre Identität neu zu definieren. Mit großer Bitterkeit muss man zur Kenntnis nehmen, daß auch in Italien – obwohl gerade in letzter Zeit die bedeutende Rolle, die den Gedenkstätten zukommen sollte, intensiv und in immer breiteren Kreisen diskutiert wird, und die Debatte selbst von der breiten Öffentlichkeit mit zunehmender Aufmerksamkeit verfolgt wird – die Unwissenheit, Versäumnis und mangelnde Wachsamkeit der Behörden einen weiteren gravierenden Anschlag auf das schon gefährdete Erbe der Gedächtnisorte, die an die Internierung der Juden in Italien erinnern, möglich gemacht haben: Anfang 1998 wurde gesetzeswidrig eine der letzten Originalbaracken in Ferramonti abgerissen.21

Wie schon erwähnt, hängt das Los der Gedächtnisorte unweigerlich von einer politischen, besser gesagt von einer kulturpolitischen Entscheidung ab. Es ist dies ein Punkt, auf den ich nun näher eingehen möchte. Wenn ich hervorhebe, wie wichtig eine Politik der Erinnerung ist, die der Politik des Vergessens Einhalt gebietet, so bedeutet dies keineswegs, dass ich mir ein von oben her, d.h. von der politischen Macht aufgezwungenes, integrationsstiftendes Gedächtnis herbeiwünsche: eine gefestigte Demokratie, glaube ich, bedarf zur eigenen Identitätsbildung keiner solcher Mittel. Ich denke dabei vielmehr an den von Maurice Halbwachs geprägten Begriff Wiederherstellung eines Gedächtnisses, d.h. die Art, wie gewisse Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart, in unserer Gesellschaft neu aktiviert werden können, indem man sie strukturell in ein legitimes und zusammenhängendes Darstellungssystem einfügt und dadurch den jüngeren Generationen, die sie dann neu aufarbeiten werden, in der richtigen Weise zur Verfügung stellt22. In dieser Hinsicht, würde man meinen, müsste eine konsequente und konstante Tätigkeit zur Wahrung der materiellen Standorte, die in Italien an Ausgrenzung und Vernichtung erinnern, eine Selbstverständlichkeit und eine entscheidende Voraussetzung sein. Leider ist dem nicht so. Die Verankerung in einem authentischen, materiellen Ort, in welcher Form er auch immer bis zu uns gelangt ist (ob in Monument umgewandelt, wiederhergestellt oder verwahrlost), ist doch bei der Überlieferung des Gedächtnisses an Verfolgung und Deportation eine grundsätzliche, fast würde ich sagen unverzichtbare Ergänzung zu den Zeugnissen der Überlebenden. Claude Lanzmann hat dies hervorragend verstanden, und hat daher in seinem Meisterwerk Shoah, das wichtigste filmische Dokument zur Vernichtung der Juden Europas (Dokument und nicht Dokumentarfilm, da es keine historischen Dokumente zeigt), den Großteil der Interviews mit Überlebenden in den kahlen, nüchternen Standorten, so wie sie dem Zuschauer heute erscheinen, inszeniert23 – wohl wissend, dass diese Orte trotz vergangener Zeit und fortschreitendem Verfall noch zu dem Besucher sprechen, der für ihre Stimme empfänglich ist. Von daher kommen auch die spezifische Rolle und das außerordentliche Potential jener Formen von aktiver Erhaltung und Überlieferung des Gedächtnisses, die eben dort entstanden sind, wo sich die Ereignisse, an die sie erinnern, tatsächlich abgespielt haben – Formen die, wie schon erwähnt, unterschiedlich sein können. Unter den italienischen Stätten der Verfolgung und der Deportation sei zum Beispiel Carpi erwähnt: In diesem Städtchen, zu dem auch der Ortsteil Fossoli gehört, sind seit Jahren eine Stiftung und ein Mahnmal-Museum der Deportation tätig, die sich besonders der Fortbildung von Lehrern und der Veranstaltung von Studienreisen widmen.24 In Triest wurde in den siebziger Jahren die Risiera selbst als Mahnmal inszeniert; in deren Innerem wurde aber ein Historisches Museum errichtet, das auch über einen effizienten, von der Stadtverwaltung errichteten pädagogischen Dienst verfügt, und sich die Verbreitung der Erinnerungskultur unter den Museumsbesuchern und insbesondere in den Schulen zur Aufgabe gemacht hat.25 In Ferramonti ist trotz unzähliger Schwierigkeiten, die von der noch ungelösten Frage des Umgangs mit den Überresten des ehemaligen Lagers herrühren, eine rege und nunmehr etablierte Stiftung tätig, die »Fondazione internazionale Ferramonti di Tarsia per l’amicizia tra i popoli« (Internationale Stiftung Ferramonti di Tarsia für Völkerfreundschaft).26 Dieses Modell hat sich als erfolgreich erwiesen und war Anregung für ähnliche Unternehmungen, wie zum Beispiel die »Casa della Resistenza«, die vor einigen Jahren auf dem Areal in Fondotoce di Verbania errichtet worden ist.27

In Bozen, wo das ehemalige Lager mit Ausnahme weniger Überreste der Umfassungsmauer verschwunden ist, gestaltet sich die Aufgabe logischerweise viel schwieriger.

Eine eingehende Darstellung der Literatur zu den erwähnten Standorten ist an dieser Stelle nicht möglich. Wer Näheres erfahren möchte, sei neben den schon öfters genannten Un percorso della memoria, auch auf den ausführlichen, den verschiedenen Standorten gewidmeten Teil des schon erwähnten Katalogs der Ausstellung La menzogna della razza sowie auf den Aufsatz von Laura Federzoni La geografia dei Lager in Italia. I punti di raccolta28 verwiesen.

Eine Entwicklung unserer heutigen Welt lässt das, was ich etwas grob als Verankerung in dem jeweiligen Ort, d.h. in der räumlichen und baulichen Dimension, bezeichnet habe, für die Erhaltung der Erinnerung noch aktueller und notwendiger erscheinen, und zwar ist dies die ständige Vermehrung jener identitätslosen, sich immer gleich wiederholenden, völlig künstlichen Orte (ob Flughäfen, Kaufhäuser, Autobahnraststätten oder Hotelketten); vielfach nichts als virtuelle Reproduktionen, die Antonella Tarpino in Anlehnung an Marc Augé »nicht-Orte« (non-lieux) nennt, weil sie keine Erfahrung vermitteln, keine Anregung zu einer authentischen Bewusstseinsbildung geben, sondern ganz im Gegenteil ein Gefühl von Verwirrung hervorrufen, in dem Dimensionen wie Geschichte und Gedächtnis jeden Sinn zu verlieren scheinen.29 Es ist dies ein in hohem Maße beunruhigender Aspekt unserer Zeit, in der alles in einer ewigen Gegenwart zu verflachen droht. Weder eine sorgsame Kulturpolitik noch die Schule können unter diesen Umständen das »mnemagogische« Potential der Gedächtnisorte – d.h. deren Fähigkeit, die Erinnerung zu wecken, um den von Primo Levi geprägten und von Alberto Cavaglion30 wiederaufgenommenen Ausdruck zu verwenden – außer Acht lassen. Dass vom Unterrichtsministerium im Rahmen der Aktion »II ‘900. I giovani e la memoria« (Das 20. Jahrhundert. Die jüngere Generation und das Gedächtnis) Geldmittel für Studienreisen zu einem nationalsozialistischen Vernichtungslager zur Verfügung gestellt worden sind, wobei die Reisen nicht als flüchtiges Erlebnis, sondern als Höhepunkt eines großangelegten Bildungsprojekts gedacht sind, ist gewiss ein wichtiger erster Schritt; und doch wünscht man sich, daß den italienischen Gedächtnisorten eine ähnliche Aufmerksamkeit entgegengebracht werde. Auch wäre es an der Zeit, den Streit um das Datum eines Gedenktags der Deportation, der bisher die Verabschiedung des betreffenden, von Furio Colombo vorgeschlagenen Gesetzes verhindert hat, zu beenden31. Es wäre gut, wenn im Gesetz selbst die Orte, die dazu bestimmt sind, die Erinnerung an die Deportation auch durch Gedenkfeiern zu erhalten und zu überliefern, namentlich genannt wären. Und zwar müssten es, denke ich, wenn schon nicht alle vier vorhin erwähnten Lager, d.h. Borgo San Dalmazzo, Bolzano, Fossoli und die Risiera di San Sabba, so doch zumindest abwechselnd all diejenigen sein, deren Wiederherstellung schon beendet oder geplant ist.

Abschließend möchte ich einige kurze, aber bedeutungsvolle Sätze von Paolo Rossi zitieren. Am Ende eines seiner Aufsätze schreibt er: Wenn »der Abgrund des Vergessens das Menschenleben in eine Reihe von Augenblicken zersplittern kann, die so jeglichen Sinnes entbehren«, so gilt dies nicht nur für den Einzelnen, »sondern auch für Menschengemeinschaften und Menschengruppen. Ich weiß wohl – fährt Rossi fort – dass das gegenwärtige, fast krampfhafte Interesse für das Gedächtnis eng mit unserer Angst vor der Vergesslichkeit verbunden ist, mit unserer Unfähigkeit, zwischen Vergangenheit und Gegenwart einen Zusammenhang herzustellen. Und doch hoffe ich, dass dieses Interesse auch mit dem Bedürfnis verbunden ist, durch jenen Zusammenhang unsere kollektive Identität zu bestärken« 32.

Unsere schwierige Aufgabe ist es, die »Gedächtnisorte« an dieser Bestärkung mitwirken zu lassen.

 

Dr. Tristano Matta unterrichtet Geschichte und Philosophie in Triest. Freigestellt vom Schulunterricht hat er als Mitarbeiter des Instituto regionale per la storia del movimento di liberazione nel Friuli-Venezia Giulia in Triest zu den Gedenkstätten faschistischer und nationalsozialistischer Gewalt in Italien gearbeitet und publiziert (Un percorso della memoria, Mailand 1996).

Übersetzung: Loredana Melissari.

 

Anmerkungen:

1 E. Hobsbawm/T. Ranger (Hrsg.), The Invention of Tradition, Cambridge University Press, Cambridge 1983.

2 S. E. Collotti, Le rappresentazioni della memoria: mostre e luoghi monumentali, in E. Traverso (Hrsg.), Insegnare Auschwitz. Questioni etiche, storiografiche, educative, della deportazione e dello sterminio, Istituto Regionale di Ricerca, Sperimentazione, Aggiornamento Educativi del Piemonte/Bollati Boringhieri, Torino 1995, S. 78–96; sowie D. Hoffmann (Hrsg.), Das Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, Campus Verlag, Frankfurt/New York 1998. Einige bedeutende Beispiele auch in T. Lutz (Hrsg.), Gedenkstätten für die Opfer des NS-Regimes – Eine Übersicht, »GedenkstättenRundbrief«, Sondernummer, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 1995.

3 Diese Gefahr macht sich oft bei den in Zeitungskiosken erhältlichen Publikationen, Videofilmen und CD-ROM bemerkbar, die sich mit Gegenwartsgeschichte befassen.

4 A. Rossi-Doria, Memoria e storia: il caso della deportazione, Rubbettino, Soveria.

Artikel als PDF verfügbar
(GedenkstaettenRundbrief98-03-17.pdf)