Sarah Grandke, Matthias Rittner

Geschichte zum Anfassen - Ein inklusives Vermittlungsformat der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Gedenkstättenrundbrief 196 S. 23-28

Der Wunsch, Geschichte zu be-greifen

In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg befinden sich im Ausstellungsbereich zu Zwangsarbeit im Steinbruch unter anderem Granitsteine unterschiedlicher Größe, Form und Bearbeitung. Häufig möchten gerade jüngere Besuchende diese Steine anfassen, gern auch hochheben oder sogar tragen. Die Steine gehören zu den wenigen Objekten, die sich nicht hinter Glas befinden. Sie wirken auf die Besuchenden viel unmittelbarer als die Objekte, die in den Vitrinen ausgestellt sind. Originalobjekte auch anfassen zu können, wünschen sich wohl die meisten. Dahinter steht der Wunsch nach Authentizität. Viele, die sich die Gedenkstätte ansehen, möchten den zumeist sachlich vermittelten historischen Fakten näherkommen. Sie möchten im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte »be-greifen«. Besuchende bedauern immer wieder das Nicht-Mehr-Vorhandensein des historischen Ortes und damit einhergehend das (vermeintliche) Nicht-Nachvollziehen-Können des dort Geschehenen. Die Enttäuschung darüber, lediglich bauliche Überreste zu sehen, wird vor allem von Jugendlichen artikuliert.

Besonders fordernd ist es für Besuchende mit Lernschwierigkeiten, sich heute der Geschichte der NS-Verfolgung und der Konzentrationslager anzunähern. Eine Reaktion ist, dass Wenige anfassen zu wollen, das noch vorhanden ist. Der Wunsch nach Haptik und damit nach Körperlichkeit und Emotionalität ist verständlich und sollte von Gedenkstättenmitarbeitenden ernst genommen werden.

Ausgehend von diesen Beobachtungen entwickelte die Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ein inklusives Vermittlungsformat mit Fokus auf Gegenständen des Lageralltags. Der Leitgedanke ist, Objekte als »door-opener« zum Oberthema »Konzentrationslager« zu nutzen und durch sie größere Aufmerksamkeit und ein tiefergehendes Interesse zu wecken. Über den lagerzeitlichen Gegenstand entsteht ein unmittelbarer Zugang. Mit Hilfe des Gegenstandes kann man sich der im Wortsinne unbegreifbaren Welt des Konzentrationslagers annähern.

 

Anknüpfend an Angebote anderer Gedenkstätten wie dem »Fundstückkoffer« aus Buchenwald[1], dem objektbasierten Rundgang der Gedenkstätte Vught in den Niederlanden, der »Gegenstandsgeschichte« aus Neuengamme sowie anderen Museumskoffern, arbeitete die Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg 2017/18 an einem Modul für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Grundgedanken von »Geschichte zum Anfassen« sind:

1             einen haptischen Zugang für Besuchende zu schaffen

2             die Objekte als Anlass für eine tiefer gehende Beschäftigung mit verschiedenen Themenaspekten des KZ Flossenbürg zu nutzen

3             die Besuchenden zu aktivieren, indem man ein ernst gemeintes Selbst-Entdecken ermöglicht, und somit

4             ihre Kompetenzen (z.B. Transfer-, Narrations- und Präsentationskompetenz) zu fördern.

 

Konzeptidee und Durchführung

Zu Beginn starten die Teamerinnen und Teamer mit einer knappen Einführung. Mithilfe von Piktogrammkarten[2] erhalten die Besuchenden eine zeitliche wie thematische Einordnung. Zur topografischen Orientierung folgt eine kurze Begehung des ehemaligen Lagergeländes. Anschließend finden sich die Teilnehmenden in Kleingruppen zusammen und wählen einen lagerzeitlichen Gegenstand aus. Die Gruppen beschäftigen sich mit dem Objekt unter der Fragestellung, was dies für ein Gegenstand ist und welche Bedeutung er für den Besitzenden gehabt haben könnte. Nach der Sammlung erster Vermutungen erhalten die Kleingruppen weiterführende Materialien. Dazu zählen etwa ein kurzer Einführungstext in Leichter Sprache, Zeichnungen ehemaliger Häftlinge, Fotos, Videos und Audios von Zeitzeugeninterviews. Die Einführungstexte stehen außerdem als eingesprochene Audios zur Verfügung.[3]

Aufgabe der Kleingruppen ist es, sich das Wichtigste und Interessanteste zum selbst gewählten Gegenstand aus den Materialien zu erarbeiten und anschließend das Objekt den anderen Teilnehmenden während eines gemeinsamen Rundgangs vorzustellen. Bei der Präsentation des Objekts und seiner Geschichte steht im Vordergrund, was die jeweilige Kleingruppe am Spannendsten fand. An die etwa einstündige Arbeitsphase schließt sich ein Rundgang an, den die Teilnehmenden selbst mitgestalten. Während des Rundgangs werden die Originale in der Ausstellung aufgesucht. Die Teilnehmenden stellen ihre Gegenstände und die damit verbundenen Erzählungen und Erkenntnisse vor. Im Kern geht es dabei um die Befähigung, die eigenen erarbeiteten Fragestellungen den Gruppenmitgliedern auf Augenhöhe, in einem ernst gemeinten peer-to-peer-Ansatz zu vermitteln. Die – im Idealfall zwei – begleitenden Teamenden stehen für weitergehende Fragen bereit und verbinden die einzelnen Stationen im Rundgang über Fragen. Zum Abschluss wird der Tag im Seminarraum mit einer Feedback-Runde ausgewertet und beendet.

 

Herausforderungen und eigener Anspruch

Bei der Konzeptionierung von »Geschichte zum Anfassen« standen die Mitarbeiter der Gedenkstätte Flossenbürg verschiedenen Herausforderungen gegenüber. Die erste Frage war: Welche Objekte sollen verwendet werden und woher bekommt man sie? Als Grundidee galt: Die Objekte, die bei dem Modul »Geschichte zum Anfassen« zum Einsatz kommen, sollen primär Gegenstände sein, die auch heute noch im Alltag verwendet werden und so nah wie möglich an der heutigen Lebenswelt sein. Relativ schnell war klar, was die ersten Objekte sind: ein Löffel, ein Schuh und eine Zahnbürste. Durch diese Dinge entsteht ein Link zu verschiedenen Themenbereichen, die von Relevanz für das Lagerleben waren: Löffel: Nahrung/Hunger, Schuh: Kleidung/fehlender Arbeitsschutz, Zahnbürste: Hygiene. Die Teilnehmer kennen diese Gegenstände und ihre jeweilige Alltagsfunktion. Sie halten diese Objekte nahezu täglich selbst in der Hand. Somit wird über die Gegenstände ein unmittelbarer Bezug zum persönlichen Heute hergestellt. Es erfolgt eine »sehr dichte Verknüpfung zwischen historischem Ort, einzelnen historischen Persönlichkeiten sowie den gegenwärtigen Besuchern«[4]. Mittels des Objekts als Gebrauchsgegenstand wird eine Brücke zwischen Heute und Damals geschlagen.

Die Verfügbarkeit des Objekts selbst stellte sich allerdings als fordernd heraus. Als eine der jüngeren KZ-Gedenkstätten mit einer erst in den 1990er-Jahren beginnenden Sammlung gestaltete sich die Objektsuche als schwierig. Zwar wurden archäologische Ausgrabungen in den letzten beiden Jahrzehnten unternommen, jedoch sind die Funde gering, da das ehemalige Lagergelände mehrfach umgenutzt und baulich überformt worden ist. Die wenigen lagerzeitlichen Gegenstände, die sich im Besitz der Gedenkstätte Flossenbürg befinden, haben damit ihren Platz in der Ausstellung sowie im Depot und sind für den Gebrauch in der Bildungsarbeit nicht geeignet. Originalobjekte konnten somit nicht genutzt werden. Handlungsleitend war daher, dass die zu erstellenden Kopien so originalgetreu wie möglich aussehen sollen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Haptik der zu reproduzierenden Gegenstände gelegt. Gleichzeitig musste beachtet werden, dass die ausgewählten zu kopierenden Gegenstände robust sind und nicht schnell verschleißen, auch und gerade wenn sie in regelmäßigem Seminargebrauch sind. Auch eine Verletzungsgefahr musste ausgeschlossen werden. So wurden beispielsweise spitzer Stacheldraht und Rasierklingen nicht als mögliche Objekte ausgewählt.

 

Die Objekte »zum Sprechen bringen«

Um die Objekte auch tatsächlich »zum Sprechen zu bringen« und das enthaltene Potenzial auszuschöpfen, erstellte die Bildungsabteilung der Gedenkstätte ergänzende Materialien. Über Texte, Zeichnungen ehemaliger Häftlinge, Zitate, Fotos und Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews erhalten die Teilnehmenden mehr Informationen über die Gegenstände. Ein einleitender kurzer Text in Leichter Sprache ermöglicht eine erste Einordnung: Was ist das für ein Gegenstand? Wie sieht er aus? Wie fühlt sich das Objekt an? Wird es heute noch verwendet? Wozu wurde es damals verwendet? Welche Bedeutung hatte es für die ehemaligen Häftlinge/für seinen Besitzer? Diese Texte entstanden in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Lehrkräften des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth[5]. Mit Hilfe von Fragen werden die Besuchenden dazu befähigt, sich an ihren Gegenstand näher heranzutasten und gewissermaßen Expertinnen und Experten für ihr jeweils selbst gewähltes Objekt zu werden. Abgerundet werden die Materialien durch Zeichnungen und Fotografien sowie Audio- und Videodateien ehemaliger Häftlinge, die eine weitere eingehendere Auseinandersetzung mit dem »Ding aus einer anderen Zeit« ermöglichen.

Die Suche nach passendem ergänzendem Bildmaterial sowie Audio- und Videoausschnitten erwies sich ebenfalls als eine Herausforderung. So konnten konkrete Alltagsgegenstände nur bedingt in Selbstzeugnissen (etwa Zeichnungen, Zeitzeugenberichte) ehemaliger Häftlinge wiedergefunden werden. Für die Praxis bedeutet das, dass bei der Durchführung manchmal gezielte Fragestellungen der Teamerinnen und Teamer nötig sind, um beispielsweise beim Betrachten von Zeichnungen den Blick auf Details zu lenken. Die Gegenstände sind zum Teil so alltäglich, dass sie auch in Zeitzeugeninterviews nicht erwähnt werden. Die Interviewenden stellten natürlich auch nur sehr selten explizit Fragen nach Dingen wie einer Essschüssel oder den Häftlingsschuhen. Wenn die Zeitzeugen nicht von selbst eine Begebenheit zu einem konkreten Gegenstand erzählten, weil es sich ihnen ins Gedächtnis gebrannt hatte – z.B. dass ihnen die Schuhe eines Tages gestohlen worden sind –, sind die Chancen eher gering, dass in aufgezeichneten Zeitzeugengesprächen von Objekten die Rede ist. Im Vordergrund stehen zumeist das persönliche Schicksal und drastische Erlebnisse während der Verfolgung und Inhaftierung.

Trotzdem konnten vereinzelt sehr passende Interviewausschnitte gefunden werden. Ein Beispiel: Helena Bohle-Szacki, die im Flossenbürger Außenlager Helmbrechts inhaftiert war, berichtet in einem Interview davon, dass sie einer Mitgefangenen den Löffel gestohlen hat.[6] Um ihn für die frühere Besitzerin unkenntlich zu machen, hat sie den Stiel des Löffels abgebrochen. Helena Bohle-Szacki erzählt, dass es ihr erster und einziger Diebstahl gewesen sei. Anhand dieses relativ kurzen Ausschnitts lässt sich über die Wichtigkeit des Besitzes eines Löffels im Lager sprechen, aber auch über Eigentum, Diebstahl zur Selbsterhaltung und damit einhergehendem moralischem Dilemma. Abstrakte Sachverhalte lassen sich in diesem Beispiel wie in einem Brennglas auf den Punkt bringen.

Zusätzlich führten die Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte vereinzelt weitere Interviews mit ehemaligen Häftlingen mit expliziten Fragen zu den Objekten, deren Gebrauch und (persönlicher) Bedeutung. Die Videos und Audios können mithilfe eines freizugänglichen Kurzlinks oder QR-Codes über die Endgeräte der Teilnehmenden abgerufen werden.

 

In der Praxis

»Geschichte zum Anfassen« wurde als Pilotprojekt entwickelt und im Rahmen einer von der Stiftung EVZ unterstützten inklusiven Begegnung von Menschen mit und ohne geistigen Einschränkungen im Oktober 2017 erprobt. Seitdem wurde das Vermittlungsangebot vielfach mit Teilnehmenden mit geistigen Einschränkungen sowie Lernschwierigkeiten durchgeführt und weiter optimiert.

Bei der Durchführung ergaben sich verschiedene Herausforderungen. So beispielsweise in der Zusammenstellung der Kleingruppen. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich die Stärken der Teilnehmenden gut ergänzen. Während der Arbeitsphase bedarf es außerdem eines guten Gespürs der Teamerinnen und Teamer für die Gruppe. Einerseits ist es wichtig, den Teilnehmenden in den Kleingruppen den Raum für selbstbestimmtes Lernen zu geben, andererseits aber müssen die Teamleitenden wissen, wann sie den Gruppen unter die Arme greifen, indem sie zum Beispiel beim Vorlesen und Verstehen der Texte Hilfe anbieten. Manchmal kann es auch hilfreich sein, Zeichnungen gemeinsam zu interpretieren. Wichtig dabei ist, sich trotz allem zurückzuhalten, die Teilnehmenden als Akteure in der Arbeit mit den Materialien zu unterstützen. Außerdem können sie durch gezielte Fragen auf die eine oder andere Fährte gesetzt und die Neugier am Objekt wach gehalten werden. Es zeigt sich jedoch, dass einige Objekte und die damit verbundenen Themenaspekte zu abstrakt und schwer zugänglich sind. So ist es für die Teilnehmenden beispielsweise schwer, eine Verknüpfung zwischen Nummer und Winkel und dem Thema Entindividualisierung herzustellen. Auch heimlich versteckte Zeichen- und Schreibutensilien als ein »Überlebensmittel« im KZ sind oft nur schwer zu verstehen. Die entsprechende Einordnung und »Interpretation« der Objekte stellt also manchmal eine enorme Aufgabe dar.

 

Aus einem inklusiven Ansatz wird ein Ansatz für alle

Sehr bewusst wurde »Geschichte zum Anfassen« zuerst als ein Format für Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. In einem weiteren Schritt konnte das Modul auch auf Regelklassen und Studierende ausgeweitet werden. Damit wurde der übliche Weg, bereits bestehende Bildungsmaterialien, die für Regelklassen ausgelegt sind, für Förderschulklassen zu vereinfachen, umgekehrt. Handlungsleitend war der Gedanke, dass Inklusion und Barrierefreiheit nicht nur bedeuten, einigen wenigen Menschen Zugang und Teilhabe zu ermöglichen, sondern eine Vielzahl von Zugängen zu eröffnen, so dass letztlich alle Teilnehmern davon profitieren. Bei den erstellten Materialien für Regelschulklassen wurde überlegt, die Objektauswahl zu erweitern. Können neben den Alltagsgegenständen auch Dinge, die den Blick auf die umgebende Gesellschaft sowie die Täter und Täterinnen des Lagerkomplexes freigeben, aufgenommen werden? Dies erwies sich als aufwendig. Bislang wurde ein privates Fotoalbum des SS-Wachmanns Ludwig Buddensieg reproduziert. Es thematisiert die Normalität des Lebensalltags des SS-Mannes. Ein handschriftlicher Brief einer Bäuerin an den Kommandanten, in dem sie um KZ-Häftlinge als Erntehelfer bittet, hat Öffentlichkeit und Mehrheitsgesellschaft zum Thema. Diese Objekte jedoch unter Zuhilfenahme von Audio- oder Videoausschnitten zum Sprechen zu bringen, konnte bisher nicht umgesetzt werden.

»Geschichte zum Anfassen« ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Bildungsangebots der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Die Rückmeldungen sowohl von Lehrkräfte als auch Teamleitende sind durchweg positiv. Teilnehmende finden vor allem gut, dass sie mit Gegenständen »von damals« in Berührung kommen. Dass es sich lediglich um Kopien von Originalobjekten handelt, spielt für sie dabei keine große Rolle. Besonders heben sie hervor, wie gut ihnen das selbstständige Arbeiten gefällt und sie sich so eigenverantwortlich Aspekte des Lageralltags erschließen können. Als wichtig bewerten die Mitwirkenden, dass sie selbst den anschließenden Rundgang durchführen. Es ist ihre Narration, es sind ihre Akzentsetzungen, es ist ihr Blick auf die Geschichte. Sie eignen sich durch eigenes Agieren die Geschichte des Ortes selbst an. Vor allem Jugendliche aus dem Förderschulbereich empfinden es als Wertschätzung und eine Art Empowerment, sich während des Rundgangs als »Experten« für ihre jeweiligen Gegenstände zu erleben. Die begleitenden Lehrerkräfte heben vor allem das entdeckende Lernen und die Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler hervor. Besonders Betreuende von Förderschulklassen zeigen sich überrascht, wie interessiert und konzentriert sich die Jugendlichen im Umgang mit den Objekten zeigen. Darüber hinaus sind die Lehrkräfte positiv überrascht, wie kurzweilig das auf insgesamt vier bis fünf Stunden ausgelegte Programm von ihren Schulklassen wahrgenommen wird. Offensichtlich gelingt es mit diesem Vermittlungsformat, Interesse und Neugier der Teilnehmenden zu wecken und ihr Vorstellungsvermögen anzuregen. So wurde aus einem Angebot, das ursprünglich für inklusive Gruppen und Menschen mit Einschränkungen entwickelt wurde, »Geschichte zum Anfassen« für Alle. Das Angebot findet auch in internationalen Begegnungen großen Zuspruch.

 

Sarah Grandke arbeitet seit Ende 2018 als Kuratorin am entstehenden Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof/KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Sie ist hier thematisch für die Zielorte der Deportationen und Verfolgung von Sinti und Roma sowie den Bereich Vermittlung zuständig. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg für das Vermittlungsformat »Geschichte zum Anfassen« tätig.

 

Dr. Matthias Rittner arbeitet seit 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der KZ-­Gedenkstätte Flossenbürg. Er entwickelte maßgeblich den Dokumentationsort Hersbruck/Happurg mit. Er ist derzeit in der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg beschäftigt und hier auch für internationale und inklusive Begegnungsprogramme zuständig.



[1]    Vgl.: www.buchenwald.de/fileadmin/buchenwald/download/bildungsarbeit/seminarbroschueren/Fundstueckkoffer.pdf [4.5.2019].           Kalinna, Yvonne: Auf Spurensuche vor Ort?! Objekte, Dinge, Überreste in der Gedenkstättenarbeit, in: Ulbricht, Justus H. (Hg.): Schwierige Orte. Regionale Erinnerung, Gedenkstätten, Museen. Magdeburg 2013, S.43–59.

 

[2]    Die Piktogrammkarten und der Zeitstrahl sind nach kollegialem Austausch mit dem Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg, angelehnt an das inklusive Programm »Der Nationalsozialismus. Gemeinsam lernen. In leicht verständlicher Sprache« entstanden.

 

[3]    Die Audios wurden von einer FSJ-Freiwilligen der KZ-Gedenkstätte eingesprochen. Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass eine »junge« Stimme den Teilnehmenden das Geschriebene näher bringt.

 

[4]    Kalinna, Yvonne: Auf Spurensuche vor Ort?! S.o., S.43–59. (S.49).

 

[5]    Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Irchenrieth betreibt seit 2015 das zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gehörende Museumscafé. Sowohl in der Küche als auch im Service arbeiten Menschen mit und ohne geistige Beeinträchtigung zusammen. Das Café ist auch ein Ort des Austauschs zwischen den Gedenkstättenmitarbeitern und den Mitarbeitern des HPZ Irchenrieth. Nach der Fertigstellung des Konzepts Geschichte zum Anfassen entstand deshalb auch die Idee, die erste Durchführung der Objektkiste in Kooperation mit dem HPZ im Rahmen einer inklusiven Begegnung durchzuführen.

 

[6]    Vgl.: www.zwangsarbeit-archiv.de/bildung/flossenbuerg/bohle-szacki/index.html [3.7.2019].