Michael Papendick, Jonas Rees, Franziska Wäschle, Andreas Zick

MEMO. Vorstellung eines Projekts zur empirischen Erforschung der gegenwärtigen deutschen Erinnerungskultur.

Gedenkstättenrundbrief 195 S. 5-17

1. Der Multidimensionale Erinnerungsmonitor

Der Multidimensionale Erinnerungsmonitor (MEMO) ist ein auf drei Jahre angelegtes wissenschaftliches Forschungsprojekt, das seit 2017 am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld durchgeführt und von der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (EVZ) gefördert wird. Ziel von MEMO ist es, die in der deutschen Bevölkerung er- und gelebte Erinnerungskultur empirisch zu dokumentieren und sich damit vor allem den Fragen zu nähern, woran, auf welche Art und Weise und mit welchen Konsequenzen Menschen in Deutschland historisch erinnern. Von besonderem Interesse sind dabei neben konkret erinnerten Ereignissen auch die Einstellungen in der Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, Faktoren, die historische Erinnerungen prägen oder verzerren können und Zusammenhänge zwischen der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und Haltungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.

Eine empirische Perspektive auf »die deutsche Erinnerungskultur«, insbesondere die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus, erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen nicht bloß theoretisch relevant. Folgt man etwa Jan Assmanns Konzeption eines kollektiven Gedächtnisses1, befinden wir uns aktuell in einer Phase des Umbruchs der kollektiven Erinnerung an die deutsche NS-Vergangenheit. Maurice Halbwachs2–3 prägte die später von Assmann aufgegriffene Idee des kollektiven Gedächtnisses als von Menschen(gruppen) geteilte Erinnerungen, die die relevanten und repräsentativen Erzählungen und geschichtlichen Ereignisse der jeweiligen Gruppe widerspiegeln, und, im Sinne einer sozialen Rahmung, Erinnern auch auf individueller Ebene prägen. Assmann ergänzte das Konzept des kollektiven Gedächtnisses um die Subkomponenten eines kommunikativen und eines kulturellen Gedächtnisses. In dieser Konzeption beschreibt das kulturelle Gedächtnis insbesondere die formalisierten und institutionalisierten Formen der Erinnerung, geprägt durch Traditionalisierung und normative Praktiken. Im Kontext der Erinnerungskultur können etwa Gedenkstätten, Gedenktage und formale geschichtliche Bildung als Repräsentationen des kulturellen Gedächtnisses verstanden werden. Das kommunikative Gedächtnis beschreibt in Abgrenzung dazu die nicht formalisierten Formen der Erinnerung, geprägt von mündlichen Überlieferungen und insofern veränderbar und abhängig von denjenigen, die das Erinnerte tradieren. Nach Assmann umfasst das kommunikative Gedächtnis eine Zeitspanne von drei bis vier Generationen, beziehungsweise 80 Jahren, und endet mit dem Tod der Trägerinnen und Träger. Da inzwischen fast all jene verstorben sind, die die Zeit des Nationalsozialismus persönlich erlebt haben und die ihre Erinnerungen in Narrationen hätten tradieren können, stehen wir nach Assmann vor dem Ende der kommunikativen Erinnerung an die NS-Zeit. Entsprechend sind die Fragen, wie es um die gegenwärtige Erinnerungskultur in Deutschland steht, wie Wissen und Erinnerungen von Zeitzeuginnen und -zeugen bewahrt und auf­bereitet werden können und wie ein Lernen von und aus der Geschichte, auch im Sinne einer historisch-politischen Bildung, trotz einer wachsenden zeitlichen Distanz zu den Ereignissen gelingen kann, zunehmend Teil eines öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Diskurses geworden4–7. Zudem wurde die Legitimation und Art und Weise der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland – traditionell auch ein Agitationsfeld der extremen Rechten – in den letzten Jahren wieder häufiger von Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten in Frage gestellt und angegriffen. Ein Blick darauf, wie in Deutschland »erinnert« wird, welche Ereignisse Menschen erinnerungswürdig finden, wie häufig in Familien über die Zeit des Nationalsozialismus gesprochen wird und ähnliche Fragen scheinen nicht zuletzt auch gesellschaftspolitisch relevant.

Gemessen an dieser gesellschaftlichen und politischen Relevanz ist die empirische Grundlage, auf der Diskurse über Gegenwart und Zukunft der deutschen Erinnerungskultur geführt werden können, jedoch oft lücken- oder bruchstückhaft und selten umfassend und zufriedenstellend. Ein Ziel des MEMO-Projekts ist es, zum Schließen dieser Lücken beizutragen, systematisch wissenschaftlich zu dokumentieren, welche Art von Erinnerungskultur in der deutschen Bevölkerung gepflegt wird und, ob und wie diese Erinnerungskultur sich womöglich wandelt. Welche historischen Ereignisse betrachten Deutsche als wichtig zu erinnern? Auf welchen Wegen setzen sie sich mit der Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus, auseinander? Wie werden institutionalisierte Zugänge der Auseinandersetzung, wie schulische Bildung und Gedenkstättenbesuche, wahrgenommen? Welche Rolle spielen Familiennarrationen und was wissen Deutsche über die Rolle ihrer eigenen Vorfahren? Inwiefern hängt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte mit einer wahrgenommenen Verantwortung und Handlungskompetenz für gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen zusammen? Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Methodik der MEMO-Studien, fasst in Auszügen zentrale Ergebnisse der beiden bisherigen repräsentativen Umfragen zusammen und schließt mit möglichen Implikationen dieser Ergebnisse. Es scheint dabei erwähnenswert, dass es sich an einigen Stellen um Interpretationen der Befragungsergebnisse handeln mag, die offen für andere Lesarten sind. Auch die Formulierung einzelner Fragen mag beim Lesen diskutabel erscheinen und spiegelt jeweils den aus unserer Sicht aktuellen Stand zum Zeitpunkt der Befragung wider, ohne dabei Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit zu erheben. Die umfassende Kartierung und Systematisierung der Erinnerungskultur in Deutschland – darin lässt sich wohl schnell Einigkeit herstellen – wäre ein Dauerprojekt.

 

2. Methodik der Studien

Ein zentraler Bestandteil des MEMO-Projekts ist die regelmäßige Einbindung von Expertinnen und Experten aus dem Arbeitsfeld der Erinnerungskultur, deren theoretische und praktische Perspektiven sowohl in der Konzeption der Umfragen als auch der kritischen Reflexion und Interpretation der Ergebnisse entscheidend zur Güte der Studien beitragen und diese über eine bloße wissenschaftlich-beschreibende Perspektive hinaus bereichern. Im Rahmen einer Arbeitssitzung im August 2017 wurde ein gemeinsames Arbeitsmodell für das Konzept der Erinnerungskultur formuliert, das die Grundlage für die Entwicklung der ersten Repräsentativbefragung bildete und durch die zentralen Dimensionen gekennzeichnet ist, was, wie und warum, beziehungsweise mit welcher Konsequenz historisch erinnert wird.

Ausgehend von den Ergebnissen von MEMO I wurde die Umfrage im August 2018, wiederum im Austausch mit einer Gruppe von Expertinnen und Experten, überarbeitet, vertiefende Fragen für bestehende Themenschwerpunkte definiert und neue, als erinnerungskulturell relevant erachtete Themengebiete ergänzt. So ergibt sich ein modular aufgebautes Erhebungsinstrument, das aufgrund der jährlichen Wiederholung von Fragen sowohl das Nachverfolgen von Entwicklungsverläufen als auch flexible Anpassungen zur Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher und theoretischer Entwicklungen ermöglicht. Beispielsweise wurden in MEMO II der Besuch von Gedenkstätten und die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der eigenen Familiengeschichte wesentlich differenzierter erfragt, weil diese sich in MEMO I als lohnenswerte Vertiefungsthemen ergeben hatten. Außerdem wurde die Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung zur Zeit des Nationalsozialismus als neues Modul ergänzt. Aktuell befindet sich die nächste Repräsentativbefragung in Vorbereitung. Diese wird Ende 2019 erhoben und ihre Ergebnisse werden im Frühjahr 2020 vorgelegt.

Um die Repräsentativität und Unabhängigkeit der erhobenen Daten zu gewährleisten, wurde die Durchführung der Befragung an spezialisierte Umfrageinstitute vergeben. In Form standardisierter telefonischer Interviews wurden 1 016 (MEMO I) beziehungsweise 1 000 (MEMO II) zufällig und repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus allen deutschen Bundesländern befragt. Die telefonischen Umfragen umfassten sowohl Fragen im offenen Antwortformat (»Zunächst interessieren wir uns dafür, was Ihrer Meinung nach das wichtigste Ereignis in Deutschland seit 1900 ist.«) als auch geschlossene Formate, bei denen Befragte das Ausmaß ihrer Zustimmung zu oder Ablehnung von vorgegebenen Aussagen angeben konnten (»Die Zeit des Nationalsozialismus ist ein Teil der deutschen Identität.« – »lehne stark ab, lehne eher ab, teils/teils, stimme eher zu, stimme stark zu«). Die Teilnahme an den Studien erfolgte freiwillig und anonym und Befragte hatten stets die Möglichkeit, Fragen nicht zu beantworten. Die vollständigen Ergebnisse der Repräsentativbefragungen wurden, gemeinsam mit dem jeweils verwendeten Fragebogen, in Berichtsform veröffentlicht und sind, auch in englischsprachigen Fassungen, über die Homepage der Stiftung EVZ abrufbar. Auf den Bericht der Ergebnisse statistischer Testverfahren wird in der vorliegenden Zusammenfassung zugunsten der Lesbarkeit verzichtet.

 

3. Zusammenfassung zentraler Befunde aus MEMO I (2018)

Ein grundlegender Befund der ersten Repräsentativbefragung ist, dass es in der deutschen Bevölkerung ein tendenziell ausgeprägtes Interesse an der deutschen Geschichte gibt – 60,2 % der Befragten in MEMO I geben an, sich »eher stark« oder »sehr stark« für die deutsche Geschichte zu interessieren, 31,7 % berichten teilweises Interesse und nur wenige berichten, sich »eher wenig« (7,2 %) oder »überhaupt nicht« (0,6 %) für die deutsche Geschichte zu interessieren. Bezogen auf den spezifischen Abschnitt der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland zeigt sich erwartungsgemäß die schulische Bildung als wichtiger Kontext zur Vermittlung von Perspektiven und Wissen – insbesondere jüngere Befragte berichten, in der Schule viel über die NS-Zeit gelernt zu haben.

Befragt nach der Bedeutsamkeit verschiedener Themen im Geschichtsunterricht, darunter die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung ebenso wie die Geschichte der DDR, beurteilen Befragte das Lernen über »die Vernichtung von Menschen in Konzentrationslagern« als wichtigsten Inhalt – 93,2 % der Befragten bewerten die Vermittlung dieses Wissens als »eher wichtig« oder »sehr wichtig«. Auch bezogen auf die übergeordneten Ziele des Geschichtsunterrichts zeigt sich Einigkeit über die Bedeutung der Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte – 93,5 % der Befragten geben es als »eher wichtiges« oder »sehr wichtiges« Ziel an, dass auch durch die Vermittlung von Wissen im Geschichtsunterricht verhindert wird, »dass der Nationalsozialismus zurückkommt«.

Bei aller Bedeutung, die der schulischen Bildung beigemessen wird, verdeutlichen die Ergebnisse von MEMO I zugleich, dass Befragte sich auch auf anderen Wegen mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzen und diese Auseinandersetzungen als prägend erleben. So geben 98,1 % der Befragten an, in Dokumentar-, Kino- und Fernsehfilmen mit der NS-Thematik konfrontiert gewesen zu sein. Nur 13,0 % der Befragten berichten, noch nie einen Ort besucht zu haben, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, etwa eine Gedenkstätte oder ein Mahnmal. Dem gegenüber stehen 86,5 % aller Befragten, die angeben, mindestens einmal, 39,3 % sogar vier Mal oder häufiger einen Ort zur Erinnerung an die NS-Opfer besucht zu haben, sodass von Gedenkstätten und Mahnmalen als zentralen Zugangswegen zur Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus ausgegangen werden kann.

Auch in Bezug auf die Eindrücklichkeit des Besuchs dieser Orte zur Erinnerung an die NS-Opfer ergeben sich in MEMO I erste Hinweise. So zeigt sich, dass viele derer, die angeben, schon mindestens einmal eine Gedenkstätte oder ein Mahnmal besucht zu haben, dies nachdrücklich in Erinnerung behielten – 64,0 % der Befragten stimmen der Aussage »eher stark« oder »sehr stark« zu, ihr letzter Besuch eines Ortes der Erinnerung habe sie anschließend noch lang beschäftigt. Im direkten Vergleich mit der erwarteten Eindrücklichkeit derjenigen Befragten, die angeben, noch nie eine Gedenkstätte oder ein Mahnmal besucht zu haben, zeigt sich eine auffällige Diskrepanz: Befragte, die noch nie einen solchen Ort besucht haben, schätzen den Eindruck, den dieser Besuch bei ihnen hinterlassen würde, als geringer ein. Eine mögliche Lesart dieser Ergebnisse: Orte der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, Gedenkstätten oder Mahnmale, bleiben vielen Menschen noch nachhaltiger und langfristiger in Erinnerung, als sie es vor ihrem Besuch erwartet hätten. Diese Ergebnisse wurden zum Anlass genommen, in MEMO II ausführlicher und differenzierter nach Orten der Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte und deren möglicher Wirkung zu fragen, wobei der Fokus explizit auf den Besuch von Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager gelegt wurde.

Neben diesen Ergebnissen zu Wegen der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit brachte MEMO I einen weiteren zentralen Befund hervor: Die Daten bestätigen die Studienergebnisse von Harald Welzer, Sabine Moller und Karoline Tschuggnall (2002) in Bezug auf die familiäre Tradierung von Narrativen über die Rolle der eigenen Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs. Um diese Narrative abzubilden, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in MEMO I gefragt, inwiefern sie um Täter-, Opfer- und Helferschaft ihrer Vorfahren während des Zweiten Weltkriegs wissen. Die Begriffe Täter, Opfer und Helfer wurden hierbei bewusst nicht genauer definiert, sondern sollten in ihrer alltagssprachlichen Formulierung den Befragten auch einen gewissen Interpretationsspielraum anbieten. Die Ergebnisse deuten auf eine selektive Tradierung spezifischer Narrative in deutschen Familien hin: Während über die Hälfte der Befragten (54,4 %) von Opfern während des Zweiten Weltkriegs unter den eigenen Vorfahren weiß, berichten anteilig etwa gleich viele Befragte von Helfern (18,0 %) wie von Tätern (17,6 %). Inwiefern diese Angaben historisch zutreffend sind, kann und soll an dieser Stelle nicht bewertet werden. Wir nehmen allerdings an, dass Befragte die Fragen nach ihrem persönlichen Wissensstand beantwortet haben und sich in diesem Wissensstand eine Verschiebung in der Tradierung von Narrativen widerspiegelt. Auch der Themenkomplex der Familiennarrative und des Wissens um die Rolle der eigenen Vorfahren wurde in MEMO II differenzierter erfragt.

 

4. Zusammenfassung zentraler Befunde aus MEMO II (2019)

Nachdem mit MEMO I ein erster Überblick über die Wege der Auseinandersetzung mit der Geschichte in der deutschen Bevölkerung vorgelegt wurde, lag der Fokus von MEMO II spezifischer auf der Auseinandersetzung mit und der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Menschen und Menschengruppen in Deutschland.

Zunächst bestätigen die Ergebnisse von MEMO II, dass die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus in der deutschen Bevölkerung weiterhin als bedeutsam erachtet wird. Auf die offen gestellte Frage, an welches Ereignis aus der deutschen Geschichte zukünftige Generationen in Deutschland am ehesten erinnern sollten, antworten 42,7 % der Befragten mit Ereignissen aus dem Kontext Nationalsozialismus und 35,4 % der Befragten mit Ereignissen aus dem Kontext Wiedervereinigung. Dieses Votum für eine bewusste Erinnerung an die deutsche NS-Vergangenheit geht mit Sorgen und einer wahrgenommenen Bedeutung dieser Vergangenheit für die Gegenwart einher. So stimmen beispielsweise 65,6 % der Befragten der Aussage »eher zu« oder »stark zu«, dass Menschen heute zu ähnlichen Taten fähig wären wie solchen während der Zeit des Nationalsozialismus. 35,9 % der Befragten sehen Parallelen zwischen aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland und der Zeit des Nationalsozialismus, 66,3 % sind »eher« oder »stark« der Meinung, dass die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder anderer Gruppenzugehörigkeiten in Deutschland wieder zunehme. Und auch in Bezug auf die Erinnerungskultur selbst wird eine spezifische Sorge geäußert: 62,7 % der Befragten sind besorgt, dass die deutsche Erinnerungskultur zu sehr von Rechtspopulisten vereinnahmt wird.

Gefragt nach spezifischen Wegen und Orten der Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus bestätigen sich Befunde aus MEMO I. Zum einen zeigt sich, dass Zugänge in der »alltäglichen« Auseinandersetzung eine zentrale Rolle spielen: 93,7 % der Befragten berichten, schon einmal einen Dokumentarfilm zur NS-Thematik geschaut zu haben, 75,7 % der Befragten sogar viermal oder häufiger. Einen Spielfilm zum Thema haben 91,2 % der Befragten schon mindestens einmal gesehen und 59,6 % aller Befragten geben an, im Internet Texte zu lesen oder Videos zu schauen. Andere Wege der Auseinandersetzung werden vergleichsweise selten berichtet. So berichten etwa 65,6 % der Befragten in MEMO II, »noch nie« einen Vortrag zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus besucht zu haben und eine Veranstaltung mit Zeitzeuginnen oder Zeitzeugen haben 68,3 % der Befragten »noch nie« besucht.

Deutlich wird in MEMO II erneut die besondere Rolle, die der Besuch von Gedenkstätten in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit für die deutsche Bevölkerung einnimmt. Neben den vergleichsweise niedrigschwelligen medialen und digitalen Zugängen werden Gedenkstätten von Befragten als vierthäufigster Weg angegeben, sich mit dem Thema zu beschäftigen. 77,9 % der Befragten berichten, schon mindestens einmal, 29,8 % der Befragten sogar viermal oder häufiger eine Gedenkstätte besucht zu haben. Um die Wirkung solcher Besuche besser zu verstehen, wurde denjenigen Befragten, die schon mindestens einmal eine Gedenkstätte besucht hatten, eine Reihe von Folgefragen gestellt. Zunächst wurden sie gefragt, welche Gedenkstätte sie bei ihrem ersten Besuch besucht hatten. Um Antworttendenzen oder -verfälschungen zu vermeiden, wurde diese Frage offen und ohne Vorgabe von Antwortmöglichkeiten gestellt. Bei der Auswertung der offenen Antworten wurden Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager separat codiert, um sie von anderen Gedenkorten wie Mahnmalen oder Denkmalen differenzieren zu können. Berücksichtigt wurden bei dieser Codierung nur eindeutige Nennungen spezifischer Gedenkstätten. Trotz dieser eher strengen Auswertungsstrategie zeigt sich, dass KZ-Gedenkstätten für die Befragten eine wichtige Rolle als Orte der Auseinandersetzung mit Geschichte spielen – 47,4 % aller Befragten in MEMO II haben schon mindestens einmal eine KZ-Gedenkstätte besucht und können ihren ersten Besuch einer solchen auch mit einer spezifischen Nennung hinterlegen. Die Häufigkeiten der genannten Gedenkstätten sind auf dieser Seite oben dargestellt.

Zusätzlich wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Umständen und dem subjektiven Erleben ihres ersten Gedenkstättenbesuchs befragt. Dabei zeigt sich, dass der erste Gedenkstättenbesuch von vielen Befragten vor allem als emotional erinnert wird – 85,9 % der Befragten geben an, ihr erster Gedenkstättenbesuch habe sie »eher stark« oder »sehr stark« emotional berührt. Aber auch auf anderen Ebenen berichten Befragte nachhaltige Eindrücke. So geben 67,3 % der Befragten an, der Besuch der Gedenkstätte habe ihnen neues Faktenwissen vermittelt, 50,1 % fühlten sich anschließend motiviert, sich intensiver mit aktuellen gesellschaftlichen Themen, 44,0 % sich intensiver mit dem Thema Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Erwartungsgemäß berichten viele Befragte (47,3 %), ihr erster Gedenkstättenbesuch habe gemeinsam mit einer Schulklasse stattgefunden, 28,8 % geben an, die Gedenkstätte im Kreis der Familie besucht zu haben, 13,0 % berichten vom Besuch gemeinsam mit Freundinnen und Freunden. Trotz des hohen Anteils an Gedenkstättenbesuchen im Schulkontext gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, der erste Gedenkstättenbesuch sei »voll und ganz« (54,9 %) eine eigene, freiwillige Entscheidung gewesen. Erwähnenswert scheint, dass die subjektiv erlebte Wirkung des ersten Gedenkstättenbesuchs systematisch mit den Umständen des Besuchs zusammenhängt: Diejenigen Befragten, die angeben, sich »voll und ganz« selbst für den Gedenkstättenbesuch entschieden zu haben, berichten sowohl, stärker emotional berührt worden als auch, im Anschluss motivierter gewesen zu sein, sich mit dem Thema Nationalsozialismus und aktuellen gesellschaftlichen Themen intensiver zu befassen.

Ebenfalls differenzierter erfragt wurde in MEMO II das Wissen der Befragten über die Rolle der eigenen Vorfahren, wobei diese Fragen in MEMO II spezifisch in den Kontext der Zeit des Nationalsozialismus gesetzt wurden. In Bezug auf das in Familien tradierte Wissen bestätigt sich das in MEMO I beobachtete Muster: Auch im konkreten NS-Kontext berichten Befragte von Wissen um Opfer unter den eigenen Vorfahren (35,9 %) deutlich häufiger als solchem um Vorfahren, die zu den Tätern in der Zeit des Nationalsozialismus zählten (19,6 %). Häufiger als in MEMO I berichten Befragte, dass ihre Vorfahren potenziellen Opfer geholfen hätten (28,7 %), was sicherlich auch der leicht geänderten Frage zuzuschreiben ist. Diejenigen Befragten, die um die Rolle ihrer Vorfahren wissen, können dieses Wissen in der Regel auch mit spezifischen Angaben darüber hinterlegen, in welcher Form ihre Vorfahren Täter, Opfer oder Helfer im NS-Kontext waren (diese Ergebnisse werden im vollständigen Ergebnisbericht ausführlich berichtet). Erwähnenswert scheinen auch die Antworten der Befragten auf die neu erfragte Kategorie der »Mitläufer«: 39,3 % aller Befragten bejahen, Vorfahren von ihnen seien Mitläuferinnen oder Mitläufer in der NS-Zeit gewesen, während die Hälfte aller Befragten (50,0 %) dies explizit verneint.

Spezifisches Nachfragen zu den familiären Gesprächen über die NS-Zeit zeigt: In rund der Hälfte aller deutschen Familien wird »nie« (15,7 %) oder nur »selten« (34,4 %) über die Zeit des Nationalsozialismus gesprochen, wobei als Hauptgrund dafür neben fehlendem Interesse innerhalb der Familie (35,7 %) die Sorge angegeben wird, das Thema könne emotional zu belastend sein (23,9 %). Der Aussage, es sei sinnvoll, sich mit der Geschichte der eigenen Familie während der NS-Zeit auseinanderzusetzen, stimmen 65,9 % aller Befragten »eher« oder »sehr« zu. Gleichzeitig berichtet über die Hälfte der Befragten (51,6 %) nicht zu wissen, wo oder wie man sich über die eigene Familiengeschichte informieren könnte. Zahlreiche weitere Ergebnisse der Studie, die Erinnerung spezifischer Opfergruppen des Nationalsozialismus, die Einschätzung der deutschen Bevölkerung während der NS-Zeit durch die Befragten, die vermuteten Gründe für das (Nicht)Handeln der deutschen Bevölkerung, die Einschätzung der Befragten, wie sie selbst sich womöglich verhalten hätten und die Wahrnehmungen von und Einstellungen zu heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen sowie der eigenen Verantwortung im aktiven Entgegenwirken gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen heute sollen in der vorliegenden Zusammenfassung aus Platzgründen nicht ausführlich berichtet werden. Erwähnenswert scheinen auszugsweise aber zwei Befunde: Die Befragten in MEMO II wurden gebeten, aus einer Reihe möglicher Gründe diejenigen auszuwählen, die sie als ausschlaggebend dafür erachten, dass Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus nichts gegen die systematische Ermordung von Menschengruppen unternommen haben, etwa die Sorge vor einer Bestrafung durch das NS-Regime oder fehlendes Wissen über diese Morde. Hierbei zeigen sich zwei zentrale Zusammenhänge: Befragte, die sich intensiver mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt haben, nennen eine höhere Anzahl von Gründen für die Untätigkeit der Deutschen, scheinen also ein differenzierteres Bild von den gesellschaftlichen Umständen der NS-Verbrechen zu haben. Zum anderen zeigt sich ein Alterseffekt: Ältere Befragte stimmen häufiger den Aussagen zu, die Bevölkerung habe nichts von der systematischen Ermordung von Menschen gewusst und keine Möglichkeit gehabt, etwas dagegen zu unternehmen. Jüngere Befragte hingegen stimmen häufiger der Aussage zu, die deutsche Bevölkerung habe die Ansichten des NS-Regimes geteilt.

Auf heutige gesellschaftliche Zustände bezogen verdeutlichen die Ergebnisse unter anderem, dass die Befragten sich besorgt um die Zunahme der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen in Deutschland zeigen. So stimmen 66,3 % der Befragten »eher« oder »stark« der Aussage zu, die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen(gruppen) aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder anderer Gruppenzugehörigkeiten nehme in Deutschland wieder zu. Zugleich zeigen die Befragten sich zivilcouragiert: So berichten je knapp zwei Drittel, sich verantwortlich zu fühlen, diese Diskriminierung und Ausgrenzung zu verhindern (61,3 %), zu wissen, was sie selbst aktiv dagegen tun können (64,7 %) und bereit zu sein, sich aktiv gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen in Deutschland einzusetzen (63,3 %). Setzt man die in MEMO II erfragten Konstrukte in Zusammenhang, so zeigt sich unter anderem, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die gefühlte Verantwortung für die Gegenwart korreliert sind: Menschen, die angeben, sich intensiver auf verschiedenen Wegen mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt zu haben, berichten nicht nur eine kritischere und differenziertere Perspektive auf die deutsche Bevölkerung in der NS-Zeit, sondern auch ein größeres Ausmaß an Zivilcourage in Bezug auf das Engagement gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen heute.

 

5. Zusammenfassung, Implikationen und Ausblick

Grundsätzlich dokumentieren die Ergebnisse der bisherigen MEMO-Studien ein ausgeprägtes und weiterhin bestehendes Interesse in der deutschen Bevölkerung, sich mit der eigenen Geschichte und insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Viele Deutsche beschäftigen sich eigeninitiativ mit der NS-Geschichte – niedrigschwellig, indem sie Filme oder Dokumentationen schauen oder aufwendiger, indem sie Gedenkstätten besuchen. Die Schule spielt dabei als Quelle der Wissensvermittlung eine wichtige, aber nicht erschöpfende Rolle. Alternative Wege der Auseinandersetzung mit der NS-Thematik entstehen, etwa online, wohingegen andere bisher bestehende Zugänge verschwinden und jüngere Befragte immer seltener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen treffen.

Während in Bezug auf deren Wissen bereits Bemühungen um Bewahrung und Weitervermittlung unternommen werden, deren Wirkung es wissenschaftlich zu evaluieren gilt, erscheinen andere der persönlicheren Zugangswege zur deutschen NS-Geschichte für viele Befragte weniger greifbar zu werden. So zeigt sich zum einen eine gewisse »Sprachlosigkeit« in deutschen Familien angesichts des Themas, also, dass Gespräche über den Nationalsozialismus selten sind und es an Wissen um objektivere Zugänge zur Geschichte der eigenen Vorfahren fehlt. In den Familien selbst scheint sich eine Tendenz zur selektiven Tradierung von Narrationen aus der NS-Zeit zu bestätigen, in der Geschichten von Opfern und Helfern unter den eigenen Vorfahren eher weitergegeben werden als solche von Tätern und Mitläufern, die durch Passivität zu den Verbrechen des NS-Regimes beigetragen haben. Gerade bei jüngeren Befragten scheinen sich dadurch Lücken im kollektiven Gedächtnis zu ergeben: Sie antworten auf Fragen nach der Rolle ihrer Vorfahren häufiger als ältere Befragte mit »weiß nicht«. Zugangswege zum Wissen über die eigene Familiengeschichte präsenter oder leichter zugänglich zu machen, könnte eine Möglichkeit darstellen, sowohl eine objektivere Perspektive auf die Vergangenheit als auch Wege einer persönlicheren, intrafamiliären Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte zu sichern und solche »Gedächtnislücken« zu vermeiden, die ansonsten zu Einfallstoren für rechtspopulistische oder -radikale Agitation werden können.

MEMO verdeutlicht auch die besondere Rolle von Gedenkstätten als Orte der Auseinandersetzung oder »Berührungspunkte« mit der Geschichte und der historisch-politischen Bildung. Auffallend viele Befragte berichten, schon mindestens einmal eine Gedenkstätte zur Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit besucht zu haben. Diese Besuche finden oftmals freiwillig und häufig, aber längst nicht ausschließlich, im Schulkontext statt. Im Gegenteil ist zu vermuten, dass viele der Befragten, die angeben, mehrfach Gedenkstätten besucht zu haben, dies intrinsisch motiviert tun und ein erster Gedenkstättenbesuch, zum Beispiel gemeinsam mit der Schulklasse, einen Zugang schaffen kann, der in der Folge eigeninitiativ weiter genutzt wird. Die potenzielle Wirkung von Gedenkstätten, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern, scheint dabei vielfältig. Neben einer großen emotionalen Eindrücklichkeit, die vielen Befragten besonders in Erinnerung geblieben ist, dienen Gedenkstättenbesuche offensichtlich sowohl der Wissensvermittlung als auch der Motivation zur weiteren Auseinandersetzung sowohl mit der Geschichte als auch mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Welche spezifischen Aspekte der Gedenkstättenbesuche oder ihrer Vor- und Nachbereitung dies bewirken, wie man diese Aspekte in der Gedenkstättenarbeit, auch als Orte der politischen Bildung, weiter stärken kann und inwiefern die Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher sich mit ihren Fragen und Erwartungen an den Besuch von Gedenkstätten decken, kann anhand der vorliegenden Daten nicht abschließend beantwortet werden, erscheint aber als eine große Chance, Gedenkstätten als Orte nicht nur historischer Erinnerung, sondern auch gesellschaftspolitischer Bildung weiter zu stärken. Aufgrund der methodischen Grenzen von Repräsentativbefragungen, denen auch das vorliegende Forschungsprojekt unterliegt, erscheint eine weitere empirisch fundierte, auch qualitative Erforschung und Evaluation spezifischer Wege der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Geschichte, sowohl von Gedenkstätten9 als auch von neuen medialen und digitalen Zugängen, als zentraler Bestandteil der Entwicklung nachhaltig wirksamer Bildungskonzepte.

Während die Ergebnisse von MEMO zeigen, dass die deutsche Erinnerungskultur sich im Wandel befindet und vor Herausforderungen steht, verdeutlichen sie auch Chancen: Gerade auch jüngere Befragte berichten ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Geschichte und eine Bereitschaft zur kritischen Perspektive sowohl auf die deutsche Bevölkerung zur NS-Zeit, deren Involvierung und Untätigkeit während der Verbrechen des NS-Regimes, als auch potenziell auf die Rolle der eigenen Vorfahren. Die positive Selbsteinschätzung der Befragten, etwa in Bezug auf die berichtete Zivilcourage für heutige gesellschaftliche Herausforderungen, und deren Zusammenhänge mit der Auseinandersetzung mit der Geschichte, können als »Lernen« aus Geschichte interpretiert werden und die Einschätzung der Befragten widerspiegeln, heute tatsächlich weniger anfällig für menschenverachtende Ideologien zu sein. Zugleich spielen vermutlich Überschätzungen der eigenen Courage und Handlungskompetenzen und die Unterschätzung des Einflusses gesamtgesellschaftlicher Prozesse auf das eigene Handeln eine Rolle. Dieser Interpretationsspielraum kann als Chance der historisch-politischen Bildung betrachtet werden, Menschen mit einem couragierten Selbstbild auf Grundlage historischen Geschehens für gesellschaftliche, politische und (sozial)psychologische Prozesse und Hürden in der tatsächlichen Umsetzung zivilcouragierten Handelns zu sensibilisieren. Gedenkstätten als zentrale Orte der deutschen Erinnerungskultur erscheinen hier von besonderer Bedeutung für die Vermittlung solcher Inhalte.

Die hier dargestellten Ergebnisse stellen, ebenso wie die veröffentlichten Berichte, nur einen Teil der auf Grundlage der Daten möglichen Analysen dar. MEMO bietet sowohl die Möglichkeit der Beantwortung weiterer spezifischer Fragen auf Grundlage der vorhandenen Daten als auch die Möglichkeit der Ableitung weiterführender Fragestellungen, die in zukünftigen Umfragen und Forschungsprojekten untersucht werden können. Die kommenden Jahre werden für die Erinnerungskultur in Deutschland und Europa, etwa durch die Digitalisierung von Erinnerung, neue mediale Zugänge, aber auch den endgültigen Verlust von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, also des kommunikativen Gedächtnisses, grundlegende Neuerungen und Umbrüche mit sich bringen. Diese Entwicklungen durch Befragungen wie MEMO zu begleiten, sollte nicht nur wissenschaftlich-theoretisch interessant sein, sondern auch wertvolle Hinweise für die praktische Erinnerungsarbeit liefern. Wie jedes wissenschaftlich-empirische Projekt kann MEMO dabei aber nur der Anfang und nicht das Ende eines Erkenntnisprozesses sein, der uns weiterhin beschäftigen wird.

 

Alle Autorinnen und Autoren sind im Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld (IKG), tätig.

Michael Papendick ist Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, seit 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter im MEMO-Projekt am IKG in Bielefeld.

Dr. Jonas Rees ist Psychologe, promovierte 2015 zur Sozialpsychologie kollektiven Handelns, seit 2017 Forschungskoordinator am IKG.

Franziska Wäschle ist Psychologin (BSc), seit 2017 wissenschaftliche Hilfskraft im MEMO-Projekt am IKG.

Prof. Dr. Andreas Zick ist Psychologe und Theologe, promovierte 1996 zur Sozialpsychologie von Vorurteilen und Rassismus, habilitierte 2009 zur Sozialpsychologie der Akkulturation, seit 2013 leitender Direktor des IKG.

 

1    Assmann, J. (1992). Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in         frühen Hochkulturen. München: Beck’sche.

2    Halbwachs, M. (1966). Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen. H. Luchterhand.

3    Halbwachs, M. (1992). On collective memory. Chicago: University of Chicago Press.

4    Ehmann, A., & Rathenow, H. F. (2000). Nationalsozialismus und Holocaust in der historisch-politischen Bildung. Lernen aus der Geschichte. Projekt zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schulen und Jugendarbeit. Bonn: ARCult-Media.

5    Cornelißen, C. (2015). Remembrance: From collective to cultural memory. Online verfügbar unter:

      www.goethe.de/en/kul/ges/20542299.html

6    Knigge, V. (2010). Zur Zukunft der Erinnerung. Online verfügbar unter:

      www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39870/zukunft-der-erinnerung

7    Körber-Stiftung (2017). Deutsche wollen aus Geschichte lernen. Online verfügbar unter:

      www.koerber-stiftung.de/deutsche-wollen-aus-geschichte-lernen-1143

8    Dieses sowie die nachfolgend dargestellten Ergebnisse (Abbildungen 3 bis 13) sind den publizierten Studien »MEMO I/2018« (April 2018) und »MEMO II/2019« (Febr. 2019) entnommen, in denen die Studienergebnisse in Gänze abgebildet sind. Die Studien sind über die Homepage der Stiftung EVZ abrufbar:

      MEMO I/2018: www.stiftung-evz.de/presse/pressemitteilungen-2018/pm-studie-erinnerungskultur.html
MEMO II/2019: www.stiftung-evz.de/presse/pressemitteilungen-2019/pm-memo-2019.html

9    Pampel, B. (2007). »Mit eigenen Augen sehen, wozu der Mensch fähig ist«: Zur Wirkung von Gedenkstätten auf ihre Besucher. Frankfurt a.M.: Campus Verlag.