Corry Guttstadt

Muestros Dezaparesidos

Gedenkstättenrundbrief 197 S. 42-47

Gedenkbuch für die aus Frankreich deportierten sephardischen Juden

Bis zu Beginn der Deutschen Besetzung Frankreichs 1940 lebten etwa 35 000 Judéo-Espagnols, in Frankreich - sephardische Juden, die aus den Gebieten des ehemaligen Osmanischen Reiches vom Balkan und der Levante nach Frankreich immigriert waren. Durch ihre Sprache, das Judéo-Espagnol oder Judezom[1], das sie sich seit ihrer Vertreibung aus Spanien erhalten hatten, sowie durch ihre gemeinsame Geschichte, Traditionen und ihren eigenen Ritus bildeten sie eine eigene Gemeinschaft. Rein zahlenmäßig entsprach ihre Größe allein in Frankreich in etwa der gesamten jüdischen Bevölkerung von Italien (etwa 35 000 in 1938). Während der Shoah wurden mehr als 5 300 Judéo-Espagnols von den Deutschen aus Frankreich deportiert und ermordet. Doch da die Historiografie des Holocaust häufig der Logik der nationalstaatlichen Geschichtsschreibung folgt[2] und die Verfolgung der Juden eines Landes (also z.B. der "französischen Juden") erforscht, wurde das Schicksal dieser Gruppe lange Zeit nicht als gemeinsame Geschichte wahrgenommen und blieb eines der unerforschten Kapitel der Shoah. Diese Lücke schließt das von der Vereinigung Muestros Dezaparesidos ("Unsere Verschwundenen")[3] erstellte Mémorial des Judéo-Espagnols déportés de France. Das Buch enthält die Namen der 5 300 aus Frankreich deportierten Judéo-Espagnols, sowie die der Erschossenen und der in den Lagern in Frankreich Verstorbenen, ergänzt durch einzelne Erinnerungsberichte.

Vom Osmanischen Reich...

Doch das Buch ist weit mehr als ein reines Gedenkbuch. Der etwa 350 Doppelseiten umfassende historische erste Teil zeichnet die besondere Geschichte dieser Gruppe nach. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten die etwa 350 000 Juden des Osmanischen Reiches weltweit eine der größten jüdischen Gemeinden, von denen die große Mehrheit Judéo-Espagnols waren[4], Nachfahren der Juden, die durch die Reconquista von der iberischen Halbinsel vertrieben worden waren. Doch obwohl sich das Osmanische Reich um 1900 noch über drei Kontinente erstreckte, lagen die meisten der großen Gemeinden dieser Gruppe in dem Raum rund um das ägäische Meer: in Saloniki, Edirne, Istanbul, Izmir, Magnesie (dem heutigen Manisa), Bursa, auf Rhodos und Kreta, um nur einige zu nennen. In Saloniki, das bis 1912 zum Osmanischen Reich gehörte, stellten Juden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Mehrheit der Bevölkerung. Auch in Bulgarien (bis 1908 osmanisch) und in den ehemals osmanischen Gebieten des späteren Jugoslawiens existierten zahlreiche namhafte sephardische Gemeinden. Über mehr als vier Jahrhunderte war diese Region das kulturelle und religiöse Zentrum der Judéo-Espagnols gewesen.

Während die Juden des Osmanischen Reiches lange Zeit eine im Verhältnis zu den christlichen Minderheiten der Armenier und Griechen deutlich schlechtere Position einnahmen, erlebten sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg, der sich in der Gründung von Schulen, dem Zugang einiger Juden zu Positionen in Wirtschaft und Verwaltung (wobei die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung weiterhin bettelarm war), aber auch in der Gründung zahlreicher jüdischer Zeitungen in Judezmo oder Französisch niederschlug. Allerdings verlief dieser relative Aufstieg simultan zum Niedergang und schließlich Ende des Osmanischen Reiches: Die Nationalbewegungen auf dem Balkan und eine Reihe von aufeinanderfolgenden Kriegen zwischen 1912 und 1922 (Balkankriege, Erster Weltkrieg, türkisch-griechischer Krieg) verwüsteten die Wohngebiete der Sepharden und zerschnitten die Gebiete, in denen sich die größten sephardischen Gemeinden befanden und die bis dahin in regem Austausch zueinander standen, durch zahlreiche neue Grenzen. In den meisten der Nachfolgestaaten des Osmanischen Reiches, die sich nun als Nationalstaaten konstituierten, waren die Juden mit einem extremem Nationalismus konfrontiert, der ihre kulturellen, wirtschaftlichen und zum Teil religiösen Rechte einschränkte.

All diese Faktoren - sowohl die neuen Bildungschancen und der relative Aufstieg, als auch die andauernde Kriegssituation sowie die anschließende nationalistische Ausgrenzung - beförderten die Emigration von Juden, die gleichzeitig durch neue Kommunikations- und Transportwege erleichtert wurde. Zehntausende emigrierten in die USA oder nach Lateinamerika. In Europa wurde Frankreich das Hauptziel sephardischer Immigration vom Balkan und aus den Gebieten des ehemaligen Osmanischen Reiches und so in der Zwischenkriegszeit zu einem neuen Zentrum sephardischen Lebens.

... nach Frankreich

In zahlreichen Städten Frankreichs gründeten sie eigene Gemeinden und riefen soziale, religiöse und kulturelle Vereinigungen ins Leben. Allein in Paris gab es mehrere Vereinigungen, die sich wie die landsmanshaftn ihrer aus Osteuropa eingewanderten Glaubensbrüder zunächst nach Herkunftsregion organisierten und ihre jeweils eigenen Synagogen oder Bethäuser betrieben, bis es in den 1930er-Jahren zur Gründung einer gemeinsamen Gemeinde und der Berufung eines eigenen sephardischen Oberrabbiners kam.[5]

Dabei bildeten sie keineswegs eine homogene Gruppe. Die sozialen Unterschiede zwischen den schon zu Ende des 19. Jahrhunderts eingewanderten wohlhabenden Kaufleuten oder den Bankerfamilien Amar und Camondo[6] einerseits und den Tausenden sephardischer Immigranten der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die sich als fliegende Händler oder Textilarbeiter durchschlugen, hätten größer nicht sein können. Das Spektrum ihrer Berufe reichte vom Teppichstopfer bis zum Opernsänger und vom Ingenieur bis zum Schriftsteller oder Musiker: So setzte sich das Ensemble Ray Ventura et ses collégiens, eines des damals beliebtesten Unterhaltungsorchester Frankreichs, überwiegend aus ex-osmanische Sepharden und Armeniern zusammen. Der in dem Buch geschilderte Prozess ihrer Integration in die französische Gesellschaft zeugt von der Energie und dem Mut dieser Migrantengeneration, aber auch von ihrer Vielfältigkeit.

Auch weltanschaulich unterschieden sich die Judéo-Espagnols zum Teil fundamental: Von religiös bis atheistisch und von konservativ bis zu Anhängern der Kommunistischen Partei. Bei all diesen Unterschieden einten sie die positiven Erwartungen und Hoffnungen, die sie an ihr neues Aufenthaltsland Frankreich als Land der Aufklärung und der Menschenrechte knüpften, wie in der Kapitelüberschrift Illusions et Désillusions Françaises zum Ausdruck kommt.

Diese Verbundenheit mit Frankreich drückte sich auch darin aus, dass sich nach der Kriegserklärung 1939 Tausende von Judéo-Espagnols als Freiwillige zur französischen Armee meldeten. Ihrem Los ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Erfahrung nach der deutschen Besetzung des Landes sollte diese Erwartungen an das neue Heimatland Frankreich jedoch bitter enttäuschen, da sie wie andere ausländische Freiwillige von der Vichyregierung in Lagern interniert und später großenteils an die Deutschen ausgeliefert wurden.

Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung während der Shoah

Gestützt auf detaillierte Berichte und Schilderungen Überlebender bzw. Angehöriger und die Auswertung von Egodokumenten, wie z.B. Briefen von Gefangenen vor oder sogar während ihrer Deportation, beschreiben die folgenden Kapitel die speziellen Bedingungen der Judéo-Espagnols während der deutschen Besatzung und der Shoah. Ihre Position als ausländische Juden war dabei widersprüchlich. Einerseits richtete sich die Kollaboration der Vichybehörden mit der deutschen Verfolgungsbürokratie in besonderer Weise gegen ausländische Juden: bereitwillig organisierte das Vichyregime die Internierung der ausländischen Juden und lieferte sie an die Deutschen aus. Etwa 90 % der aus Frankreich deportierten Juden waren MigrantInnen oder Kinder von Migranten! Gleichzeitig konnte eine ausländische Staatsangehörigkeit auch einen Schutz bedeuten, da sich das NS-Regime aus außenpolitischen Gründen gezwungen sah, Juden neutraler oder mit NS-Deutschland verbündeter Staaten für eine Zeitlang von Verhaftungen und Deportationen zurückzustellen. Dies galt nicht für die Juden aus Jugoslawien oder die mehr als Zehntausend griechischen Juden[7] und erst recht nicht für die vielen Sepharden, die ihre Staatsbürgerschaft verloren hatten und die ersten Opfer der Verfolgung waren.

Doch ein sehr großer Teil der Judéo-Espagnols kam aus der Türkei, aus Bulgarien, Rumänien oder besaß die Staatsangehörigkeit Spaniens, Portugals oder Italiens. Einige der Konsuln dieser Staaten setzten sich sehr engagiert - und in einigen Fällen im Widerspruch zur politischen Linie ihrer Regierungen - für den Schutz von Juden ein.

Obwohl die Deutschen die von ihnen selbst formulierten "Regeln" immer wieder durchbrachen und auch Juden neutraler oder verbündeter Staaten deportierten, die eigentlich noch davon ausgenommen waren und auch wenn mehrere der betroffenen Staaten die Staatsangehörigkeit vieler ihrer jüdischen Bürger in Frankreich nicht anerkannten, verschafften diese "Rücksichtnahmen" vielen Judéo-Espagnols eine (relativ) günstigere ­Position als der Mehrheit der ausländischen Juden in Frankreich. So wurden prozentual weniger Judéo-Espagnols deportiert als aus der gesamten jüdischen Bevölkerung Frankreichs und auch der Anteil der Überlebenden unter den Deportationen lag etwas höher, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass der ­Großteil der Judéo-Espagnols erst 1943 und 1944 deportiert wurde, und damit eine geringfügig bessere Überlebenschance hatte.

Andererseits zeigen die Schilderungen einiger der wenigen Überlebenden auch, dass sie sich in Auschwitz oder anderen Lagern als Judéo-Espagnols gegenüber mittel- und osteuropäischen Juden als im Nachteil empfanden, da sie kein Deutsch (oder Jiddisch) sprachen und Schwierigkeiten hatten, die auf Deutsch geschrienen Befehle oder ihre Häftlingsnummer zu verstehen, was dort über Leben und Tod entscheiden konnte.

Judéo-Espagnols im Widerstand

In einem längeren Kapitel behandelt das Buch ein bislang unerforschtes Thema, die Beteiligung von Judéo-Espagnols am Widerstand gegen die Nazis. In Frankreich wurde die herausragende Beteiligung junger, überwiegend jüdischer MigrantInnen im Kampf gegen die deutsche Besatzung und französische Kollaborateure durch Bücher wie L'affiche Rouge[8] oder Die Parias der Résistance[9] schon früh thematisiert. Da die Bekanntesten (und die Mehrheit) dieser AktivistInnen dem Milieu osteuropäischer Einwanderer entstammten, wurden diese migrantisch-jüdischen Widerständler in der öffentlichen Wahrnehmung generell als aus Osteuropa stammend angesehen. Die Recherche von Muestros-Dezaparesidos zeigt nun erstmalig die Beteiligung sephardischer Juden am Widerstand. So stammt Claude Lévy, der Autor des autobiografischen Romans Die Parias der Résistance, in dem er seine Beteiligung und die seines Bruders Raymond an einer militanten Widerstandsgruppe in der Gegend von Toulouse schildert, aus einer Familie, die aus Izmir nach Frankreich eingewandert war. Ihr Großvater Nesim Bayraklı Levy war eine der bekanntesten jüdischen Persönlichkeiten Izmirs, Erbauer des berühmten Asansör[10] und Gründer zahlreicher religiöser und wohltätiger Einrichtungen der Stadt. Auch wenn diese Herkunft für die Beteiligung der damals jugendlichen Claude und Raymond Levy an der Résistance vermutlich keine Rolle spielte, ist die ausführliche Darstellung der vielfältigen Beteiligung von Judéo-Espagnols auf den verschiedensten Ebenen des Widerstandes ein wichtiges Verdienst des Buches. Dieser Widerstand reichte von praktischer Solidarität - der Organisierung einer Kantine für die Mittellosen und der Sendung von Lebensmittelpaketen an die in Drancy inhaftierten über das Organisieren von Verstecken von Kindern oder Untergetauchten, die Herstellung gefälschter Ausweise und Lebensmittelkarten bis zum bewaffneten Widerstand. Beteiligt waren Geistliche, wie der Rabbiner Cassorlo in Toulouse oder der Kantor Papo in Paris, Arbeiter, wie der Bahnarbeiter Andrée Sephiha, Studenten und besonders viele Angehörige der jüdischen Pfadfinder Eclaireurs israélites de France.

Kern des Buches und ursprünglich Ausgangspunkt der Arbeit von Muestros Dezaparesidos ist die Namensliste der mehr als 5 300 aus Frankreich deportierten Judéo-Espagnols sowie der Erschossenen oder in Lagern in Frankreich verstorbenen. Die Angabe der letzten bekannten Wohnadressen erleichtert die Zuordnung der einzelnen Opfer zu ihren Familien. Ergänzt werden diese Listen durch die Schilderungen einiger Überlebenden sowie durch die Lebens und Verfolgungsgeschichten von 85 der Deportierten. In der Einleitung dieses Kapitels heißt es hierzu: "von vielen der Verschwundenen blieb nur der Name ... Manchmal ein Foto, das niemand mit Sicherheit zuordnen kann" und in Anlehnung an Marcel Cohen "Dieses Buch ist somit aus Erinnerungen gemacht, und viel mehr noch aus Schweigen, aus Lücken, aus Vergessen."[11]

Das Werk ist das Resultat einer mehr als zehnjährigen kollektiven Arbeit einer Gruppe von Freiwilligen und Historikerinnen und Historikern, die Zeugenaussagen und Erinnerungen Überlebender aufgezeichnet und archivarische Quellen zusammengetragen hat, um die Geschichte und das Schicksal dieser spezifischen dem Vergessen zu entreißen. Die Transkripte der Interviews sowie zahlreiche der Egodokumente und Quellen sind im Archiv des Mémorial de la Shoah in Paris hinterlegt und für weitere Forschung einsehbar.

Corry Guttstadt ist Turkologin und Historikerin, Mitarbeiterin beim Verein ­Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin, und Co-Geschäftsführerin des TEZ (Türkei­EuroaZentrum) am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Minderheitenpolitik der Türkei, die Politik der neutralen Staaten und das Schicksal der sephardischen Juden während der Shoah. Im Oktober erscheint ihr Buch Zwischen Aufbruch und Verfolgung - Migrationsgeschichten türkischer Juden im 20. Jahrhundert (Assozation A). Sie ist Mitherausgeberin des Mémorial des Judéo-Espagnol déportés de France.


[1] Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Judenspanisch oder Djudío. Die Sprache basiert auf dem kastilianischen Spanisch des 15. Jahrhunderts, angereichert durch hebräischer Wörter (v.a. im religiösen Kontext) und türkische, griechische oder südslawische Vokabeln in der Alltagssprache. Der im englischsprachigen Gebiet gebräuchliche Begriff Ladino bezeichnet im engeren Sinne eine rein liturgische Sprache, die auf der wörtlichen Übersetzung des Hebräischen unter Beibehaltung der hebräischen Syntax beruht und sich von der Alltagssprache - dem Judezmo -stark unterscheidet.

[2] Da der Begriff Sepharden (vom hebräischen Sefarad= iberische Halbinsel), der ursprünglich nur die von der iberischen Halbinsel stammenden Juden bezeichnete, in Israel und Teilen der englischsprachigen Welt für alle nicht-aschkenasischen Juden verwendet wird, also auch für arabische oder persische Juden, verwendet Muestros Dezaparesidos für diese Gruppe die Eigenbezeichnung Judéo-Espagnols, die hier im Artikel ebenfalls benutzt wird.

[3] Muestros Dezaparesidos ist ein Dachverband von sieben sephardischen/judéo-espagnol Vereinigungen in Frankreich.

[4] Die relative Besserstellung der sephardischen Immigranten im Osmanischen Reich gegenüber den bereits dort ansässigen Juden führte zur kulturellen "Sephardisierung" auch der übrigen jüdischen Gemeinden vor allem im Westen des Reiches. Diese betraf nicht allein die Übernahme der Sprache sondern auch die Adaption der kollektiven historischen Erinnerung, so dass sich nun die übergroße Mehrheit der ehemals osmanischen Juden und ihrer Nachfahren als Sepharden begreifen, auch wenn ihre Namen auf eine romaniotische oder aschkenasische Herkunft hindeuten.

[5] 1929 wurde der renommierte Rabbiner Dr. Nissim Ovadia, der zuvor in Wien Oberrabbiner war, nach Paris berufen und führte nun auch in Paris den Titel Oberrabbiner (der Sepharden), was starke Kritik der im Konsistorium als Einheitsgemeinde organisierten franzosischen Juden auslöste. Ovadia erreichte die Vereinigung der zuvor nach Herkunftsstädten (insbes. Saloniki und Istanbul) getrennt organisierten Sepharden.

[6] Der Familie Amar aus Saloniki gehörte eine der größten Banken Griechenlands, die in Frankreich eigene Niederlassungen betrieb, wo ein Teil der Familie sich niederließ. Die Istanbuler Familie Camondo betrieb eine wichtige Bank, ihre Mitglieder sind vor allem als bedeutende Kunstmäzene bekannt.

[7] Anfang November organisierte das deutsche Besatzungsregime in Paris und Umgebung speziell zur Festnahme der griechischen Juden zwei gigantische Razzien, bei der mehrere Tausend Personen festgenommen wurden, von denen die meisten bereits wenige Tage später nach Auschwitz deportiert und ermordet werden.

[8] Originaltitel Französisch: Stéphane Courtois, Denis Peschanski, Adam Rayski: Le Sang de l'étranger - Les Immigrés de la M.O.I. dans la Résistance, Paris, 1989; die deutsche Übersetzung erschien 1994 unter dem Titel L'Affiche rouge im Verlag Schwarze Risse /Rote Straße. 1976 erschien auch ein Film mit Titel "L'affiche Rouge".

[9] Claude Lévy: Les Parias de la Résistance, Paris, 1970; in deutscher Übersetzung 1997 bei Assoziation A, Berlin/Hamburg.

[10] Der Asansör ist ein öffentlicher Aufzug im Stadtteil Karataş in Izmir, der den schmalen Küstenstreifen mit dem höher am Berg gelegenen Stadtteil verbindet, in welchem sich mehrere Synagogen befinden.

[11] Marcel Cohen: Raum der Erinnerungen - Tatsachen, Berlin 2014. Die französische Originalausgabe erschien 2013 in Fankreich (Paris) unter dem Titel Sur la scène intérieure.