Ein KZ wird geräumt - Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung

Hertz-Eichenrode, Katharina
Eine Wanderausstellung über die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Aussenlager durch die SS im Frühjahr 1945

Am 26. März 1945 begann mit der Räumung der beiden Außenlager Meppen-Versen.und Dalum die Auflösung des Neuengammer Lagerkomplexes. Wie viele Häftlinge.zu diesem Zeitpunkt zu diesem KZ-Hauptlager - neben Ravensbrück dem größten.in Norddeutschland - zählten, ist durch den letzten Vierteljahresbericht des.SS-Standortarztes Dr. Alfred Trzebinski vom 25. März 1945 belegt: Dort wird.die Zahl mit 52 161 angegeben, davon 40 393 Männer und 11 768 Frauen..Allerdings befanden sich mit ca. 13000 nur ein Viertel der Häftlinge im.Stammlager in Neuengamme, mehr als 39000 waren in den zumeist erst im.letzten Kriegsjahr errichteten Außenlagern eingesetzt. Bis Mitte April war.die Mehrzahl der im Frühjahr 1945 noch bestehenden 57 Außenlager des KZ.Neuengamme aufgelöst, die Häftlinge in Bahntransporten und auf Fußmärschen.vor den herannahenden alliierten Truppen weggeführt worden. Die wenigsten.Häftlinge aus den Außenlagern wurden ins Sammellager zurückgeführt, die.meisten von ihnen erreichten eines der sogenannten Auffanglager.Bergen-Belsen, Sandbostel oder Wöbbelin. In diesen Lagern, in denen es kaum.noch eine Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten gab,.gingen innerhalb weniger Tage Tausende von Häftlingen zugrunde. Auch die.meist mehrtägigen Bahntransporte und Fußmärsche, die teilweise ziellos.herumzuirren schienen, kosteten unzähligen Häftlingen das Leben. An.einzelnen Stationen der Räumungstransporte kam es zu Massakern an.Häftlingen, wie z. B. in Gardelegen oder Lüneburg..Mit der Auflösung des KZ Neuengamme sind darüber hinaus zwei Ereignisse.verbunden, die verdeutlichen, wie eng für die Häftlinge in den letzten.Kriegswochen Vernichtung und Befreiung beieinander lagen. Dem.Vizepräsidenten des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, war.es in Verhandlungen mit SS-Führer Heinrich Himmler gelungen, die Erlaubnis.zur Rückführung aller skandinavischen Gefangenen zu erreichen. Das KZ.Neuengamme wurde ab März 1945 zum Sammelpunkt für über 6000 dänische und.norwegische Gefangene; in einem Lagerteil wurde ein eigenes, von den.Häftlingen anderer Nationen abgetrenntes »Skandinavierlager« eingerichtet,.zu dem die Mitarbeiter des Roten Kreuzes Zutritt erhielten. Am 20. April.1945 wurden die skandinavischen Häftlinge in einer großen Aktion mit über.100 Rot-Kreuz-Fahrzeugen, die in Dänemark bereitgestellt worden waren, aus.dem KZ Neuengamme herausgeholt und über Dänemark nach Schweden evakuiert..Mit der Abfahrt der Skandinavier begann die Räumung des Stammlagers in.Neuengamme. Noch in der Nacht vom 20. auf den 21. April ermordeten SS-Männer.20 jüdische Kinder, an denen zuvor im Krankenrevier medizinische Versuche.mit Tuberkuloseerregern durchgeführt worden waren, zwei Häftlingsärzte und.zwei Häftlingspfleger sowie 24 sowjetische Kriegsgefangene. Die über 10000.Häftlinge aus dem Stammlager ließ die SS in den folgenden Tagen per Bahn.nach Lübeck bringen und dort auf drei Schiffe verfrachten, die fortan als.schwimmende Konzentrationslager dienten. Wie auch in den Auffanglagern.vegetierten die Häftlinge in den Laderäumen der Schiffe unter.unbeschreiblichen Bedingungen vor sich hin. Am 3. Mai 1945 griffen Flugzeuge.der Royal Air Force die Schiffe, die die Briten für Truppentransporter.hielten, an. Zwei Schiffe, die »Cap Arcona« und die »Thielbek«, gerieten in.Brand und kenterten, über 7 000 Häftlinge verbrannten oder ertranken in der.kalten Ostsee. 2000 Häftlinge auf dem dritten Schiff, der »Athen«, entgingen.dem Angriff, weil dieses zu diesem Zeitpunkt den Hafen von Neustadt in.Holstein angelaufen hatte..Dieses sind - in aller Kürze - die Ereignisse, die die Auflösung des.Konzentrationslagers Neuengamme begleiteten. In der Gesamtgeschichte des.Lagers stellt diese letzte Phase der Räumung nur einen sehr kurzen Abschnitt.dar: Etwa sechs Wochen von Ende März bis Anfang Mai 1945. Betrachtet man.diese Zeitspanne jedoch intensiver, so entdeckt man, dass innerhalb.kürzester Zeit sehr viele Ereignisse zeitlich und geographisch parallel.verliefen, dass über 50000 Menschen auf den Straßen und Schienenwegen.Norddeutschlands unterwegs waren und dass sich in der Erinnerung vieler.überlebender Häftlinge diese letzten Tage vor der Befreiung als die.schrecklichsten ihrer gesamten Gefangenschaft eingeprägt haben. In der Tat.ist davon auszugehen, dass in diesen letzten sechs Wochen etwa 15000.Häftlinge des KZ Neuengamme ihr Leben verloren..In der ständigen Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie in den.Ausstellungen, die in zahlreichen norddeutschen Orten an die Geschichte der.jeweiligen Außenlager erinnern, ist der Auflösung der Lager jeweils ein.eigener Abschnitt gewidmet. Was bisher jedoch fehlte, war eine.zusammenfassende Darstellung der unterschiedlichen Ereignisse dieser Phase..Insbesondere waren die Räumungstransporte aus den fast 60 einzelnen.Außenlagern mit ihren jeweiligen Routen und Zielorten bisher noch nicht in.einer Zusammenschau dargestellt sowie die Geschehnisse insgesamt in einen.Zusammenhang mit dem übrigen Kriegsgeschehen (Frontverläufe) gestellt.worden..Hier liegt der Ausgangspunkt zu dem Ausstellungsprojekt »Ein KZ wird.geräumt«, das der Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e. V. in enger.Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme realisiert hat. Die Idee,.die Auflösung des Haupt- und der Nebenlager sowie die damit im Zusammenhang.stehenden Ereignisse intensiver zu erforschen und in einer eigenen.Ausstellung zu präsentieren, bestand bereits seit Mitte der 90er Jahre,.jedoch war es zuvor nicht gelungen, die für ein solches Projekt nötigen.finanziellen Mittel zu requirieren. Der bevorstehende 55. Jahrestag des.Kriegsendes und der Befreiung im Jahr 2000 bot Anlass, die Ausstellungsidee.erneut aufzugreifen. Zu den Gedenkveranstaltungen im Mai 2000 wurden.nochmals über 400 ehemalige Häftlinge und Angehörige aus dem Ausland.erwartet. Außerdem sollte die Ausstellung beim Übergang in das neue.Jahrtausend signalisieren, dass die Erinnerung an die Verbrechen des.Nationalsozialismus auch an der Schwelle zum 21. Jahrhunderts nichts an.ihrer Bedeutung und Aktualität eingebüßt hat..Von Anfang an war geplant, die Ausstellung als Wanderausstellung zu.konzipieren, um sie an all den Orten zeigen zu können, die in Verbindung mit.der Geschichte des KZ Neuengamme stehen. Ein zentrales Anliegen war, die.Komplexität des Lagerkosmos Neuengamme aufzuzeigen und die Ereignisse im.Stammlager und die in den Außenlagern in Relation zu einander zu setzen..Zudem sollten (und sollen) die BesucherInnen der Ausstellung auf die vielen.regionalen Ausstellungen und Gedenkstätten aufmerksam gemacht werden. Ziel.war es außerdem, an den Orten, an denen die Ausstellung später gezeigt.werden sollte, lokale Forschungen und Projekte zu initiieren, um so einzelne.Ereignisse im Zusammenhang mit der Räumung des KZ Neuengamme noch näher zu.erforschen. Die Ausstellung sollte eine Möglichkeit beinhalten, die.Ergebnisse solcher lokalen Recherchen und regionale Gesichtspunkte zu.integrieren..Vor diesem Hintergrund wurde ein Projektentwurf erstellt, der im Frühsommer.1998 bei mehreren Stiftungen eingereicht wurde, da die KZ-Gedenkstätte.Neuengamme das Projekt aus ihren Mitteln nicht realisieren und der.Freundeskreis aus seinem Spendenaufkommen von den veranschlagten 270000 DM.nur 10% aufbringen konnte. Somit war klar, dass etwa eine Viertel Million an.Fördermitteln eingeworben werden musste. Das Erhoffte traf tatsächlich ein:.Im Spätherbst 1998 trafen Zusagen der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.über 200000 DM, der Axel-Springer-Stiftung über 25000 DM und der Hamburger.Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur über 10000 DM ein. Mit.der konkreten Arbeit konnte dann zu Beginn des Jahres 1999 begonnen werden,.was jedoch bedeutete, dass bis zur geplanten Ausstellungseröffnung im Mai.2000 nicht einmal mehr 18 Monate verblieben. Ein umfangreiches.Forschungsprojekt konnte somit nicht mehr durchgeführt werden, vielmehr ging.es darum, in den vorhandenen Beständen der verschiedenen in- und.ausländischen Archive, Gedenkstätten und Institutionen nach Material zu.suchen, das im Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme noch nicht bekannt war.und dieses zusammenzutragen. Für die gesamte Projektleitung.und -koordination wurde eine feste Stelle im Rahmen eines befristeten.Beschäftigungsverhältnisses eingerichtet (Katharina Hertz-Eichenrode), auf.Werkvertragsbasis recherchierten vier Wissenschaftler vor allem in.Norddeutschland und Skandinavien (Michael Grill, Bernd Horstmann, Wolfgang.Richter und Dr. Friedrich Stamp). Für weitere Aufgaben standen.glücklicherweise Partner zur Verfügung, mit denen bereits eine bewährte.Zusammenarbeit bestand: die Ateliergemeinschaft »grafische werkstätten.feldstraße«, die bereits die Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.1995 grafisch gestaltete, und ein Videofachmann (Jürgen Kinter), der seit.mehreren Jahren im Auftrag der Gedenkstätte und des Freundeskreis Interviews.mit ehemaligen Häftlingen aufzeichnet. Arbeitsplätze und vielfältige.fachliche Unterstützung bot die Gedenkstätte Neuengamme..Um die überregionale Bedeutung des Ausstellungsprojektes zu unterstreichen.sowie wissenschaftlichen Fachverstand anderer Institutionen einzubinden,.wurde ein Beirat gebildet, der die Erarbeitung der Ausstellung begleitete..Ihm gehörten die folgenden Personen an: Elke Zacharias (Dokumentationsstätte.Salzgitter-Drütte), Prof. Herbert Obenaus (Universität Hannover), Dr. Thomas.Rahe (Gedenkstätte Bergen-Belsen), Prof. Matthias Pfüller (Politische.Memoriale e.V., Schwerin), Dr. Hartmut Müller (Staatsarchiv Bremen), Prof..Franklin Kopitzsch (Universität Bremen), Prof. Arnold Sywottek.(Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg), Wilhelm Lange (Stadtarchiv.Neustadt/Holstein), Dr. Klaus Volland (Dokumentationsstätte Sandbostel), Dr..Albrecht von Kalnein (ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius) sowie Dr..Detlef Garbe (KZ-Gedenkstätte Neuengamme). Der Fachbeirat trat zwischen März.1999 und Februar 2000 viermal zusammen und wurde über den Fortgang der.Arbeiten und die Weiterentwicklung des Gestaltungskonzeptes informiert. Wie.erhofft lieferten die Mitglieder des Beirates wichtige Hinweise und.Informationen, die die Projektarbeit bereicherten; außerdem wurden so.bereits Kontakte zu Orten geknüpft, die als potentielle Ausstellungsorte.galten..Der inhaltliche Rahmen der Ausstellung war von Anfang an relativ fest.umrissen: Im Mittelpunkt sollten die sechs Wochen der Auflösung des KZ.Neuengamme und seiner Außenlager stehen; allgemeine Informationen über.Neuengamme sowie die Auflösung der Konzentrationslager ab Sommer 1944.sollten nur insoweit Aufnahme finden, wie sie für das Verständnis.erforderlich schienen. Sämtliche Räumungstransporte und -routen sollten -.soweit bekannt - dargestellt und in Verbindung mit dem Vorrücken der Fronten.gebracht werden. Dabei war es wichtig, eine Darstellungsform zu finden, die.das Geschehen zeitlich und geografisch visualisiert. Weiterhin stand fest,.dass Erinnerungsberichte einen zentralen Platz in der Ausstellung haben.sollten. Neben den Erinnerungen ehemaliger Häftlinge sollten möglichst.gleichwertig die Erinnerungen von SS-Leuten und anderen Wachmannschaften,.von deutschen Zivilisten, die mit den Häftlingskolonnen in Kontakt gekommen.waren, von Angehörigen der alliierten Streitkräfte, die Häftlinge befreiten.sowie von Angehörigen des Roten Kreuzes, die die skandinavischen Häftlinge.aus Neuengamme evakuierten, stehen. Natürlich hing es von den Ergebnissen.der Materialrecherche ab, inwieweit sich welche anfänglichen Überlegungen.realisieren lassen würden..Die ersten Rechercheergebnisse zeigten, dass das vorhandene Material zum.einen sehr textlastig war, dass es nur wenige Originaldokumente und so gut.wie keine Originalobjekte gab, dass zwar viele Fotos (vor allem von der.Befreiung) vorhanden waren, bestimmte thematische Bereiche (wie z.B..die »Todesmärsche«) jedoch nicht per Foto dokumentiert waren, ferner dass.bei den Erinnerungsberichten diejenigen von ehemaligen KZ-Häftlingen den.weitaus größten Teil stellten, gefolgt von Berichten ehemaliger alliierter.Soldaten, während von »Tätern« fast nur Prozessaussagen vorlagen und.Erinnerungen aus der deutschen Zivilbevölkerung nur vereinzelt zu finden.waren. Die Quellenlage war also nicht gerade einfach, zumal unter.gestalterischen Gesichtspunkten. Im Laufe der Diskussionen mit den.GrafikerInnen kristallisierte sich folgendes Gestaltungskonzept heraus:..1. Als Eingangssituation eine Diagroßprojektion: Auf eine Karte.Norddeutschlands, in die alle Außenlager des KZ Neuengamme im Frühjahr 1945.eingezeichnet sind, werden in vier zeitlichen Abschnitten die Frontverläufe.und die Räumungsrouten zwischen März und Mai 1945 projiziert..2. In einem inneren Bereich die wesentlichen Grundinformationen: Eine.Einführung zum KZ Neuengamme, eine zeitliche Übersicht über die Räumung der.KZ ab Sommer 1944, allgemeine Strukturen bei der Räumung eines Lagers sowie.die Verantwortlichen für die Räumung des KZ Neuengamme. Ergänzt wird der.einführende Bereich durch eine Computerstation mit Informationen zu den.Außenlagern und Evakuierungszielorten des KZ Neuengamme sowie zwei Atlanten.mit Karten für die Räumungsrouten jedes Außenlagers..3. Der Hauptteil gliedert sich wiederum in vier Kapitel:.»Weiße Busse nach Schweden« - die Rettung der skandinavischen Häftlinge.durch das Rote Kreuz;.Räumung der Lager - »Todesmärsche« und Zugtransporte;.Die Auffanglager Sandbostel, Wöbbelin und Bergen-Belsen;.»KZ-Schiffe auf der Ostsee« - die Verbringung der Häftlinge auf die drei.Schiffe und deren Bombardierung..4. Zum Abschluss ein Denkanstoß zu den Themen Gedenken und Erinnerung..5. Die Möglichkeit zu lokalen Ergänzungen an den jeweiligen.Ausstellungsorten durch bereitstehende freie Ausstellungselemente...Der einführende Bereich und die vier Kapitel des Hauptbereiches setzen sich.durch ihre räumliche und farbliche Gestaltung voneinander ab: der.einführende Bereich bildet durch die Anordnung der übermannsgroßen.Ausstellungselemente einen eigenen Raum, der hell ausgeleuchtet ist - die.Assoziation »im Lager« ist gewollt. Der Hauptbereich symbolisiert durch.seine Gestaltung und Anordnung die zunehmende Erosion der vorherigen.Lagerordnung: die Auflösung. Die Ausstellungselemente sind dunkel gehalten,.sie werden zu den Außenbereichen des Ausstellungsraumes hin immer niedriger.und symbolisieren damit auch den Kräfteverlust der Häftlinge, das.zahlenmäßige Abnehmen der Häftlingskolonnen. Innerhalb der vier thematischen.Kapitel des Hauptbereiches sind immer die gleichen gestalterischen Formen zu.finden:.L Eine Bild-Text-Tafel mit den wichtigsten Informationen zum jeweiligen.Themenbereich..L Eine »Zitat-Collage« - hierbei handelt es sich um eine Installation, in.der jeweils vier oder fünf kurze Zitate aus Erinnerungsberichten von.unterschiedlichen Beteiligten (Häftlinge, SS-Leute, Alliierte, deutsche.Zivilisten, Rot-Kreuz-Mitarbeiter) nacheinander kurz aufleuchten. Die.BesucherInnen erhalten so einen ersten Eindruck über die unterschiedlichen.Sichtweisen und Empfindungen der Beteiligten..L Ein »Assoziationsobjekt« - ein alltäglicher Gegenstand wird in Beziehung.gesetzt zu einem Bericht eines ehemaligen Häftlings, in dem dieser.Gegenstand erwähnt wird. So illustriert eine Handvoll roher Nudeln den.Bericht einer polnischen Frau, die erzählt, dass sie während eines.mehrtägigen Zugtransportes lediglich einmal eben eine Handvoll trockener.Nudeln zu essen bekam. An diesen Assoziationsobjekten wird deutlich, woran.sich Erinnerungen festmachen können und wie gegenwärtig das damalige.Geschehen für die ehemaligen Häftlinge heute noch sein muss: so wird diese.Überlebende sich sicherlich oft beim Nudelnkochen an die Situation während.des Zugtransports erinnern (müssen)..L Leseordner - in den insgesamt 25 Leseordnern sind die meisten.Informationen über die einzelnen Ereignisse enthalten. Diese Mappen umfassen.im Durchschnitt zehn großzügig gestaltete Seiten mit Erinnerungsberichten,.Fotos und Dokumenten. Jeweils ein Ordner ist exponiert auf einem Stehpult.präsentiert, die übrigen Ordner sind in kleinen Leseecken angeordnet, wo.sich die BesucherInnen hinsetzen können, um in aller Ruhe in den Ordnern zu.blättern und zu lesen..L Eine Videopräsentation mit einem Zusammenschnitt aus Interviews mit.ehemaligen Häftlingen, die sowohl in der fremdsprachigen Version (d.h. in.der jeweiligen Sprache, in der das Interview geführt wurde) wie auch in.einer deutsch-synchronisierten Fassung zu hören ist. Die Zusammenschnitte.haben eine eigene Dramatik, die dem Ablauf der Ereignisse folgt, d.h. der.Schnitt erfolgte nach inhaltlichen Gesichtspunkten, so dass die Personen in.den Filmen mehrfach zu Wort kommen..Die Ausstellungselemente sind robust aus Holz gebaut, alle dreidimensional,.so dass sie beliebig im zur Verfügung stehenden Raum angeordnet werden.können. Der Auf- und Abbau erfordert aufgrund der Vielzahl der.Ausstellungselemente einige Kraftanstrengung, andererseits entspricht die.Ausstellung in ihrer Gestaltung dadurch wenig den gängigen Vorstellungen.einer Wanderausstellung, sie ist in sich so vielseitig, dass die Neugier der.BesucherInnen auf jeden Fall geweckt wird. Die abwechslungsreiche Gestaltung.verhindert auch eine Überforderung der BesucherInnen, die sich womöglich.durch die Fülle an Material und Informationen abgeschreckt fühlen könnten,.wenn alles auf den ersten Blick wahrnehmbar wäre. So aber gibt es beim.Rundgang immer wieder etwas Neues zu entdecken und letztendlich kann sich.jede oder jeder das an Informationen herausziehen, was er oder sie möchte..Parallel zur Ausstellung wurde ein zweibändiger Katalog erstellt1, der mit.Ausnahme der Filmtranskriptionen alle Texte, Fotos, Dokumente und Karten der.Ausstellung enthält. Zusätzlich bietet er neben einer Einleitung von Detlef.Garbe einen Überblicksbeitrag zur Räumung des KZ Neuengamme von Katharina.Hertz-Eichenrode und eine Darstellung des Gestaltungskonzeptes von Nina.Holsten. Im Auftrag der Körber-Stiftung (Schülerwettbewerb Deutsche.Geschichte) erstellte Klaus Möller eine Unterrichtshilfe 2, die LehrerInnen.und GruppenleiterInnen helfen soll, mit Jugendlichen einen.Ausstellungsbesuch zu planen, durchzuführen und nachzubereiten..Mit ihrer Erstpräsentation im Museum für Hamburgische Geschichte ist die.Wanderausstellung in die Trägerschaft der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.übergegangen, da der Freundeskreis finanziell und personell nicht in der.Lage ist, die Ausstellung in den nächsten zwei bis drei Jahren zu betreuen..Bis Mitte des Jahres 2001 stehen die Termine und Orte für die nächsten.Präsentationen bereits fest 3. Anfragen zu möglichen Ausleihterminen sowie.den Modalitäten 4 können an die KZ-Gedenkstätte Neuengamme gerichtet werden:..KZ-Gedenkstätte Neuengamme.Jean-Dolidier-Weg.21039 Hamburg.Telefon 040/42896516.Fax 040/42896525...1 Katharina Hertz-Eichenrode (Hg.): Ein KZ wird geräumt..Ausstellungskatalog, 2 Bände, Bremen 2000.2 Klaus Möller: Arbeitshilfe für den Unterricht: Ein KZ wird geräumt..Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung. Ein Begleitheft zur.Wanderausstellung über die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager.durch die SS im Frühjahr 1945. Hamburg 2000.3 Nach bisherigem Stand wird die Ausstellung an folgenden Orten gezeigt.werden: 17. Juni bis 9. Juli 2000 in Salzgitter; 12. Juli bis 13. August.2000 in Neustadt/Holstein; September 2000 in Rostock; 13. November bis 8..Dezember 2000 in Hannover; 27. Januar bis 28. Februar 2001 in Lüneburg;.April 2001 in Bergen-Belsen; Mai 2001 in Schwerin; Juni/Juli 2001 Lübeck; 5..bis 25. November 2001 in Kiel.4 Die Ausstellung wird ohne Leihgebühr entliehen, der Ausleiher trägt jedoch.die Kosten für Transport, Aufbau und Versicherung. Ein Plakat und ein.Faltblatt, die um jeweils lokale Daten ergänzt werden können, sind zum.Selbstkostenpreis erhältlich, die Unterrichtshilfe steht in.begrenztem Umfang kostenfrei zur Verfügung. Der Katalog kann in Kommission.bezogen werden....(Katharina Hertz-Eichrode war Leiter des Ausstellungprojektes)...