Rezension zu: Die fotografische Inszenierung des Verbrechens

Tal Bruttmann/ Stefan Hördler/ Christoph Kreutzmüller
Ein Album aus Auschwitz

Die drei Historiker Tal Bruttmann, Stefan Hördler und Christoph Kreutzmüller legen zum 75. Jahrestag der Befreiung Auschwitz-Birkenau mit ihrem Bildband "Die fotografische Inszenierung des Verbrechens" erstmalig eine umfassende Analayse der Schwarz-Weiß-Fotografien des "Auschwitz-Albums" vor. Dieses wurde durch die SS-Fotografen Bernhard Walter und Ernst Hofmann mit ihren Fotos der Abläufe im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau erstellt. Erschienen ist der Bildband am 14. November 2019 als gebundene Ausgabe bei wbg.

Auf 304 Seiten haben die Autoren die zufällig 1945 von Lili Jacob am Ende ihrer Haft im Konzentrationslager Dora-Mittelbau gefundenen Fotografien in ihre ursprüngliche Reihenfolge zusammengesetzt. Sie erklären dem Leser außerdem, was detailliert auf den Fotos zu sehen ist.

Ein absolut schockierender Bildband, in dem "die Juden" ein Gesicht bekommen. Kleine Kinder, Frauen und Männer auf dem Weg zur Vergasung - diese Fotos sind wirklich sehr schwer auszuhalten.

Obwohl ich schon viele Filme über KZ`s und Judenverfolgung gesehen habe, ist dieser Bildband um ein Vielfaches ergreifender. Er zeigt die Gesichter der später Getöteten und damit auch ihre Angst vor dem Ungewissen. Ich musste den Bildband oft beiseite legen, denn ich konnte den Anblick der gequälten Menschen kaum ertragen.

Der Bildband ist ein wichtiges Zeugnis der Greueltaten der Nazis - wichtig um sie niemals zu vergessen!

"Die fotografische Inszenierung des Verbrechens" von Tal Bruttmann, Stefan Hördler und Christoph Kreutzmüller, erschienen am 14. November 2019 bei wbg, gebunden, 304 Seiten, 60 Euro, ISBN 978-3534271429