SINTI UND ROMA DER NATIONALSOZIALISTISCHE VÖLKERMORD IN HISTORISCHER UND GESELLSCHAFTSPOLITISCHER PERSPEKTIVE

Karola Fings und Sybille Steinbacher

Herausgegeben von Karola Fings und Sybille Steinbacher
Reihe: Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte; Bd. 19
288 S., 12 Abb., brosch., 14 x 22,2 cm
ISBN 978-3-8353-3838-8 (2021)
€ 20,00 (D) / € 20,60 (A)

Der Völkermord an den Sinti und Roma: bis heute ein "blinder Fleck".

Der Völkermord an den Sinti und Roma erfuhr erst eine öffentlich weithin sichtbare Anerkennung, als 2012 in Berlin das zentrale Denkmal für diese Opfergruppe geschaffen wurde. Doch bis heute ist das Wissen um die Verfolgung der Minderheit und den an ihr begangenen Völkermord gering.
In historischer Perspektive werden das Verfolgungsgeschehen im Deutschen Reich, das Leid im Konzentrationslager Dachau sowie die Tötungsverbrechen in Ost- und Südosteuropa dargestellt. Dem Spannungsfeld von Täter- und Opferperspektiven und den Kontinuitäten und Brüchen nach 1945 gilt ein besonderes Augenmerk. In gesellschaftspolitischer Perspektive werden Fragen der Vermittlungs- und der Bürgerrechtsarbeit problematisiert sowie die Bedeutung des bis heute wirkmächtigen Antiziganismus für die Überlebenden und deren Nachkommen thematisiert.

Inhalt:
Karola Fings: Perspektiven auf den Völkermord

Sarah Grandke: Die Verfolgung von Sinti und Roma im Deutschen Reich. Das Beispiel München

Steffen Jost: Sinti und Roma als Häftlingsgruppe im Konzentrationslager Dachau. Phasen und Erfahrungen des Terrors

Martin Holler: "Killing Fields". Der Völkermord an Roma in Ost- und Südosteuropa

Frank Reuter: Zeugnis und Stigma. Fotografische Quellen des Völkermordes an den Sinti und Roma

Gerhard Baumgartner: Selbstzeugnisse von Roma und Sinti. Die Erfahrung von rassistischer Verfolgung und von Widerstand am Beispiel Österreichs

Yvonne Robel: Auf der Suche nach Brüchen. Überlegungen zu einer Geschichte des bundesdeutschen Antiziganismus nach 1945

Daniela Gress: Protest und Erinnerung. Der Hungerstreik in Dachau 1980 und die Entstehung der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma

Steffen Jost: Die NS-Verfolgung von Sinti und Roma vermitteln. Plädoyer für eine reflexive historische Bildung

Tatjana und Nicole Schmidt: Leben nach dem Lager. Ein Gespräch über die Nachwirkungen auf spätere Generationen

Podiumsdiskussion: Von der Anerkennung als NS-Opfer zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe? Romani Rose (Heidelberg), Mirjam Karoly (Wien) und Robert Sigel (München) im Gespräch mit Karola Fings und Sybille Steinbacher

 

https://www.wallstein-verlag.de/9783835338388-sinti-und-roma.html