„Zwischen Verfolgung und Volksgemeinschaft“

Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte

Der erste Band der "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung" widmet sich der Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Das Heft bildet den Auftakt einer neuen Zeitschriftenreihe, die aktuelle Forschungsergebnisse und Debatten zur Verfolgung im Nationalsozialismus präsentiert.

Auch im Leben von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus spiegelte sich die Gesellschaftsordnung, die radikal rassistisch organisiert war und sich durch das Wechselverhältnis zwischen Integration und Exklusion auszeichnete: Für den Nachwuchs der propagierten "Volksgemeinschaft" gab es Integrationsangebote - die Kinder derer, die nicht "dazu gehören" sollten, vor allem Juden und Jüdinnen, Sintize und Sinti sowie Roma und Romnja, wurden ausgegrenzt, verfolgt und am Ende ermordet.

In diesem ersten Heft der "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung" wird untersucht, wie Ausgrenzung und Verfolgung, Praktiken der Vergemeinschaftung und individuelle Handlungsweisen das Leben von Kindern und Jugendlichen im Nationalsozialismus geprägt haben. Wie wirkten sich Integration und Repression in Schule und Hitlerjugend aus? Welche Kinder und Jugendlichen wurden mit welchen Mitteln verfolgt? Wie sahen die Überlebensbedingungen verfolgter Minderjähriger in Lagern und anderen Haftstätten aus, etwa im KZ Bergen-Belsen? Welche Spezifika, auch erfahrungsgeschichtlich, hatte die Verfolgung von Kindern und Jugendlichen gegenüber der von Erwachsenen?

Die neue Schriftenreihe "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung" wird von der "Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen" in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben. Sie bündelt bundesweite wissenschaftliche Forschung zur Verfolgungsgeschichte im Nationalsozialismus und deren Rezeption. Zudem diskutiert sie Kontinuitäten und gesellschaftliche Nachwirkungen der NS-Verbrechen. Die Zeitschrift erscheint jährlich im Wallstein Verlag. Die nächsten Ausgaben werden sich mit religionsgeschichtlichen Aspekten der Verfolgung im Nationalsozialismus und mit der Situation von Verfolgten des Nationalsozialismus in den ersten Jahren nach Befreiung und Kriegsende auseinandersetzen.

Prof. Dr. Detlef Garbe, Vorstand Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte: "In den zurückliegenden 25 Jahren etablierte sich die von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
herausgegebenen Vorgängerzeitschrift als anerkannter Publikationsort für die regionale Zeitgeschichtsforschung und die Gedenkstättenarbeit. Mit der neuen Zeitschrift wird der Blick über Norddeutschland hinaus geweitet. Der erweiterte Herausgeberkreis und der Fachverlag bieten deutlich bessere Möglichkeiten für die öffentliche Wahrnehmung der in Gedenkstätten erarbeiteten Forschungsergebnisse. Mit dem Schwinden der Zeitzeugenschaft und angesichts der bedenklichen Infragestellungen oder gar Leugnungen geschichtlicher Tatsachen kommt der Aufklärung und dem Wissen eine noch größere Bedeutung zu."

Weitere Informationen zum Inhalt des Heftes, das auch online bestellt werden kann: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/service/shop/produkte/