31. Mai 2019

Job: Vergabe Auftrag "Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung"

Stadtverwaltung Nordhausen

Honorartätigkeit, Siehe Leistungsbeschreibung, 01.09.2019-31.08.2021

Bewerbungsschluss: 31.05.2019

a) Vergabe einer freiberuflichen Leistung mit Teilnahmewettbewerb; formloser Teilnahmewettbewerb außerhalb des förmlichen Vergaberechts in Anlehnung an die Vergabeverordnung (VgV) Die Auswahl des Bewerbers erfolgt in einem zweistufigen Verfahren.

aa) 1. Stufe: Ermittlung geeigneter Bewerber durch einen öffentlichen Teilnahmewettbewerb; Präsentation der Bewerber mittels einer anhand der Ausschreibungsunterlagen gefertigten schriftlichen Bewerbung

bb) 2. Stufe: Die anschließende Wertung erfolgt auf der Grundlage der vorgegebenen Wertungsmatrix. Über die Vergabe des Auftrags entscheidet der Oberbürgermeister auf Empfehlung eines Wissenschaftlichen Beirates; insbesondere auf der Grundlage von Auswahlgesprächen mit den nach der ersten Stufe als geeignet herausgestellten Bewerbern.

b) Sprache, in der Teilnahmeanträge/Bewerbungen abgefasst sein müssen:

deutsch

c) Form der Teilnahmeanträge/Bewerbungen: ausschließlich schriftlich Eine Einreichung auf anderem Weg ist unzulässig. Die Umschläge mit den Bewerbungsunterlagen sind deutlich als solche zu kennzeichnen und in einem fest verschlossenen Umschlag an die unter a) genannte Kontaktstelle zu richten.

Es wird um zeitnahe Anforderung der detaillierten Ausschreibungsunterlagen (Leistungsbeschreibung, Werkvertragsmuster) gebeten.

d) Auftragsgegenstand / Angaben zur Leistung / Art und Umfang der

Leistung:

Gesucht wird ein/e HistorikerIn zur Erstellung eines Buchmanuskriptes zum Thema "Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung" mit drei Teilaspekten.

Projektbeschreibung: Siehe Leistungsbeschreibung/Verdingungsunterlagen

aa) Grundlegend soll die Studie die zentralen Ziele, Abläufe und die konkreten Formen der Luftangriffe der RAF im Rahmen des westalliierten Luftkrieges auf die Stadt Nordhausen in 1945 rekonstruieren, analysieren und darstellen.

bb) Die Studie soll auf Grundlage aller benutzbaren personenbezogen auswertbaren Archivalien eine statistisch-geographische Analyse der Bergung, Registrierung und Bestattung der Luftkriegstoten in Nordhausen unter sorgfältiger Berücksichtigung der KZ-Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora vorlegen.

cc) Formen, Ziele, Streitthemen und Meinungsführer des persönlichen wie politisch aktiven Gedenkens an die Luftangriffe nach 1945 sollen quellennah wie kritisch untersucht und unter Nutzung von verfügbarer Selbstzeugnisliteratur und Zeitzeugeninterviews dargestellt werden.

Dabei sollen sowohl die staatlichen/städtischen Instanzen in sowjetisch besetzten Zone (SBZ) und DDR, die Protagonisten der Heimatortsgemeinschaft der ehemaligen Nordhäuser in der Bundesrepublik Deutschland, als auch Interessen und Positionen der Weltkriegsalliierten im Zentrum stehen.

Im Ergebnis möchte die Stadtverwaltung mit dieser unabhängig durchzuführenden Studie verlässliche Basisdaten für eine künftige kritische und den rekonstruierten historischen Tatsachen angemessene geschichtspädagogische Arbeit erhalten. Sie behält sich vor, projektflankierend in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora u.a. Partnern Veranstaltungen durchzuführen.

dd) Aufgaben:

- Konzipierung, umfassende Durchführung und Darstellung des Forschungsprojektes bis zur Vorlage einer druckreif redigierten Publikation, die von einem einschlägigen Fachverlag herausgebracht werden soll;

- Vorstellung des Projektes zu Beginn und der Forschungsergebnisse nach Abschluss auf Veranstaltungen in Nordhausen;

- Regelmäßige Präsentation der Zwischenergebnisse des Projektes gegenüber dem halbjährlich in Nordhausen tagenden wissenschaftlichen Beirat;

- Forschungsreisen zu Archiven in Nordhausen, Weimar, Freiburg/Br., München, Berlin und London u.a.;

- Konzeptionelle und inhaltliche Zuarbeit zur Konzipierung zeitgemäßer Leitlinien kommunaler Erinnerungskultur durch städtische Stellen.

ee) Wissenschaftliche Betreuung und Koordination: Das Forschungsprojekt wird bis zur Publikation der Ergebnisse von einem durch die Stadt Nordhausen/Harz, vertreten durch den Oberbürgermeister Kai Buchmann, ehrenamtlich berufenen wissenschaftlichen Beirat fachlich betreut und regelmäßig evaluiert.

e) Ort der Ausführung: Siehe

Leistungsbeschreibung/Verdingungsunterlagen

f) Nebenangebote sind nicht zugelassen.

g) Abforderung der Vergabeunterlagen:

Ausschreibungstext; Leistungsbeschreibung; Anlagen (Bewertungsmatrix;

Vertragsmuster): Stadt Nordhausen, Rechtsamt und Beteiligungen / Vergabestelle, Markt 1, 99734 Nordhausen

Telefon: 0 36 31 / 696 497, Fax: 0 36 31 / 696 830, E-Mail:

vergabestelle@nordhausen.de

h) Kostenbeitrag für die Verdingungsunterlagen: Keiner.

i) Frist für Einreichung der Teilnahmeanträge/Bewerbungen:

Ihre Bewerbungen sind bis zum 31.05.2019; 13:00 Uhr an die unter a) genannte Stelle zu richten.

j) Fristen                                            

Frist für den Eingang Bewerbungen: 31.05.2019; 13:00 Uhr voraussichtliche Auswahlgespräche: 20.06.2019 Ende der Zuschlagsfrist/Bindefrist: 01.09.2019

Leistungsbeginn: 01.09.2019

k) Kommunikation / Auskünfte zum Verfahren und zum technischen Inhalt:

siehe g) (Vergabestelle der Stadt Nordhausen)

l) Teilnahmebedingungen / Eignungsvoraussetzungen Mit der Bewerbung sind vorzulegen:

- Motivationsschreiben,

- Lebenslauf,

- Exposé (max. 10-15 S.) Ihres Forschungskonzeptes mit Angaben zur methodischen Durchführung, personellen Untersetzung und zu besuchenden Archiven samt Zeitplan,

- Publikationsverzeichnis und Zeugnisse.

Mit der Bewerbung sind weiter vorzulegen:

- Aufklärung gemäß Art. 13 DSGVO und Einwilligungserklärung zur Weiterverarbeitung Ihrer Daten gem. Art. 6 DSGVO (Ein entsprechendes Muster wird in der Anlage beigefügt und kann als Vorlage verwendet

werden.)

Mit der Bewerbung sind - soweit möglich, d. h. nicht für Eigenschaften, welche bspw. das Engagement betreffen - folgende Nachweise zu den fachlichen Voraussetzungen zu erbringen:

- mit überdurchschnittlichem Erfolg abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister oder Master) und einschlägige geschichtswissenschaftliche Promotion mit Schwerpunkt Neuere und Neueste Geschichte;

- ausgewiesene Kenntnisse und fundierte Projekterfahrung in der Planung und Durchführung von historisch-empirischen Fallstudien mit quantitativen Methoden;

- ausgewiesene Forschungserfahrung in Archiven und Kenntnisse zu aktuellen Fragen der NS-Forschung, interdisziplinär erforschter DDR-Geschichte sowie Theorie und Praktiken von Erinnerungskultur;

- nachweisliches Interesse an der Problematisierung von zeitgeschichtlicher Methodologie, personenbezogenem Datenschutz und Oral History;

- Aufgeschlossenheit für interdisziplinäre Zusammenarbeit;

- organisatorische Kompetenz und erprobte Fähigkeit zur Selbstorganisation;

- engagierte Kommunikationsfähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Beirat, zuständigen Stellen der Stadtverwaltung und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora;

- ausgezeichnete englische Sprachkenntnisse in Wort und Schrift.

Erfahrungen im Projektbereich sind wünschenswert.

Im Weiteren wird auf die Angaben/Anforderungen in der Leistungsbeschreibung verwiesen.

m) Verfahrensangaben: Es ist beabsichtigt, die Zahl der Teilnehmer, die zur Angebotsabgabe bzw. zur Teilnahme aufgefordert werden zu beschränken.

aa) Begrenzung der Anzahl der Bewerber:

mind. 3 bis max. 15 Bewerber

Der Beirat prüft die Bewerbungen und schlägt max. 3 Bewerber/innen für Auswahlgespräche im Juni 2019 vor.

bb) Kriterien für die Auswahl der begrenzten Teilnehmer: 

Anhand der o.g. Teilnahmebedingungen zum Teilnahmeantrag werden die Bewerber ausgewählt. Das Fehlen dieser Angaben führt in jedem Fall zum Ausschluss des Teilnehmers vom weiteren Verfahren. Eine Nachfrist analog zu § 16 Abs. 2 VOL/A wird nicht eingeräumt.

cc) Zuschlagskriterien:

Siehe Leistungsbeschreibung, vgl. anzuforderndes Bewertungsformular

n) Rechtsform von Bietergemeinschaften:

Keine.

o) Wesentliche Zahlungsbedingungen: Siehe Verdingungsunterlagen Es handelt sich vorliegend um eine freiberufliche Werkvertragsleistung, weshalb die VOL/B (oder VOB/B) nicht anwendbar sind.

Vergütung: Fixum von 80.000,- EUR.

Die Auszahlung für zwei Jahre erfolgt in quartalsweisen Tranchen nach positiver halbjährlicher Evaluierung durch den Wissenschaftlichen Beirat auf Entscheidung und Anweisung des Auftraggebers. Für den Fall, dass die Bearbeitungszeit von zwei Jahren für die Erstellung des Buchmanuskriptes nicht ausreichend sein sollte, kann der Vertrag um maximal ein drittes Jahr verlängert werden. Das Fixum von 80.000,- EUR wird dabei nicht überschritten, was bei der Auszahlung der Tranchen im Zweijahreszeitraum berücksichtigt wird. Für ein max. drittes Jahr werden die Tranchen nach positiver Evaluierung durch den Beirat halbjährlich sowie Vorlage des Werkes ausgezahlt. Die im Fixum enthaltene Reisekostenpauschale von

5.000,- EUR sowie die Pauschalsumme von 10.000,- EUR für seitens der/des Auftragnehmers/Auftragnehmerin ggf. per Dienstvertrag engagierte Hilfskräfte werden vorab überwiesen. Eventuell unvorhergesehener Sachkostenbedarf bis zur Höhe von 5 % des Fixums kann auf Antrag gewährt und nach Rechnungslegung ausgezahlt werden.

p) Bestimmungen über die Ausführungsfrist:

Siehe Leistungsbeschreibung.

Vertragslaufzeit: 2 Jahre, 01.09.2019 bis 31.08.2021 mit Option auf Verlängerung um maximal 1 Jahr bis zum 31.08.2022.