Veranstaltungen

2. September 2018 - 7. September 2018
Einzelveranstaltung 1 permanent

13. Europäische Sommeruniversität in Ravensbrück

Programm:

In Vorbereitung auf den Krieg und die angestrebte territoriale Expansion förderte das NS-Regime umfangreiche Forschungen zu Ernährung und Landwirtschaft. Während die Versorgung der deutschen Bevölkerung eine Krise wie im Ersten Weltkrieg verhindern sollte, wurde der Hunger der Menschen in den besetzten Gebieten, der sowjetischen Kriegsgefangenen und der aus der ‚Volksgemeinschaft‘ Ausgeschlossenen zynisch einkalkuliert.

Im Umfeld der Konzentrationslager Ravensbrück, Dachau, Auschwitz und Mauthausen richtete die SS landwirtschaftliche Versuchsgüter ein. Inspiriert durch die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise wurden hier Ackerbau, Viehzucht, Baumschulen, Kräutergärten und Fischgründe betrieben. In Ravensbrück war zudem Sterilisationsforschung mit der Schweigrohrpflanze (Dieffenbachia seguine) vorgesehen. Im Kontext der Autarkiebestrebungen wurde mit Nahrungsersatzstoffen, Vitaminen und heimischen Alternativen für Kautschuk experimentiert. Häftlinge der Konzentrationslager leisteten Zwangsarbeit.

Die 13. Ravensbrücker Sommer-Universität widmet sich den Themenkomplexen Ernährungsforschung und Agrarpolitik. Der Zusammenhang von Landwirtschaft und Ostexpansion bildet einen ersten Schwerpunkt. Zweitens sollen Funktion und Bedeutung der SS-Versuchsgüter näher in den Blick genommen werden. Darüber hinaus geht es um die konstitutive Bedeutung von Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, um die nationalsozialistische Hungerpolitik und um Zucht und Auslese in der Agrarproduktion und ‚Rassenhygiene‘ aus geschlechterhistorischer Perspektive. Nicht zuletzt soll die Geschichte der ökologischen Wirtschaftsweise von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart in Hinblick auf ihre verschiedenen ideologischen Inanspruchnahmen diskutiert werden.

Zu diesen Themen werden vom 2.-7. September 2018 in der Gedenkstätte Ravensbrück international profilierte Wissenschaftler_innen mit Studierenden und Interessierten zusammen treffen. An den Vormittagen finden einführende Vorträge zu den Schwerpunktthemen statt, die an den Nachmittagen in parallel angebotenen Arbeitsgruppen vertieft werden.

Darüber hinaus ist eine Forschungsbörse für Nachwuchs-wissenschaftler_innen geplant, die an einem Projekt zum Thema der diesjährigen Europäischen Sommer-Universität Ravensbrück oder zur Geschichte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück arbeiten. Bewerbungen zur Forschungsbörse sind auch über h/soz/kult möglich.

Die Teilnahme an der Europäischen Sommeruniversität ist kostenlos. Die Konferenzsprachen ist Deutsch.

Für Unterkunft und Verpflegung erhebt die benachbarte Jugendherberge Ravensbrück bei individueller An- und Abreise einen Preis von 38,00 € pro Übernachtung, von Sonntag, 2.09.2018 bis Freitag, 7.09.2018 einen Preis von 190,00 €. Im Preis enthalten sind Übernachtung im Mehrbettzimmer und Vollpension. Übernachtung im Doppel- oder Einzelzimmer ist mit Aufschlag und nach Verfügbarkeit möglich.

Anmeldungen zur 13. Europäischen Sommer-Universität Ravensbrück sind bis zum 1. August 2018 möglich unter https://bit.ly/2DXlXrD.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ravensbrueck.de oder auf https://de-de.facebook.com/GedenkstaetteRavensbrueck/

Weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze.

Die 13. Europäischen Sommer-Universität Ravensbrück ist eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Dachau, dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und dem Lehrstuhl für Geschichte des 20. Jahrhunderts der Humboldt-Universität zu Berlin.

Kontakt

Sina Niedermeyer

Mahn-und Gedenkstätte Ravensbück, Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg

sommer-uni@ravensbrueck.de

Ort:

Veranstalter: