Veranstaltungen

10. Juni 2016 - 11. Juni 2016
Tagung / Seminar / Workshop 1 permanent

28. Arbeitstreffen Forschungen zum Konzentrationslager Ravensbrück unter Einbeziehung der Kategorie „Geschlecht“

Programm:

Aktuelle Perspektiven in der Konzentrationslager-Forschung. Geschlechtersensible und akteurszentrierte Ansätze

 

10. – 11.06.2016

Kooperationspartner: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Internationalen Freundeskreises der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung und der Dr. Hildegard Hansche Stiftung

 

Konzipiert und organisiert von:
Doreen Eschinger, Berlin
Janna Lölke, Berlin
Johannes Schwartz, Mainz

 

Das „Arbeitstreffen Forschungen zum Konzentrationslager Ravensbrück unter Einbeziehung der Kategorie ‚Geschlecht‘“ ist aus der im Herbst 1995 gegründeten „Internationalen Frauenforschungsgruppe Ravensbrück – FU Berlin“ hervorgegangen und wurde im Dezember 1997 erstmals im Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin organisiert. Seit Juli 2003 finden die Arbeitstreffen im Friedenszentrum Martin-Niemöller-Haus in Berlin statt. Seit März 2011 fungiert die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück als Veranstalter bzw. Kooperationspartner des Arbeitstreffens.

 

Im Laufe der Jahre haben sich die Arbeitstreffen zu einem lebendigen Ort des Austausches zwischen Gedenkstättenmitarbeiter/innen, Wissenschaftler/innen und Vertreter/innen von Überlebendenverbänden entwickelt, die zu verschiedenen Themenbereichen arbeiten, die mit der Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück verknüpft sind. Das letzte Arbeitstreffen zur Ravensbrück-Forschung fand im März 2012 in der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin statt.

Das 28. Arbeitstreffen macht zwei methodische Zugänge der aktuellen Konzentrationslager Forschung zum zentralen Thema: „Geschlechtersensible und akteurszentrierte Ansätze“. Vor allem zum Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wurden in den letzten Jahren zahlreiche geschlechtersensible Forschungsarbeiten veröffentlicht. Die Geschlechterbegriffe, die diesen Studien zugrunde liegen, sollen kritisch diskutiert und damit die Potentiale unterschiedlicher Geschlechterbegriffe für laufende oder geplante Forschungsprojekte ausgelotet werden. Zugleich kann man in der Konzentrationslager-Forschung eine zunehmende Tendenz erkennen, einfache Täter-Opfer-Dichotomien oder starre organisations- und strukturgeschichtliche Modelle zu überwinden. Das SS-Personal und die KZ-Gefangenen werden heute eher als Akteur/innen in einem sozialen Raum begriffen, der zwar durch Machtasymmetrien und Gewaltverhältnisse geprägt war, dessen Konturen sich aber als durchaus flexibel erwiesen.


Ziel des Arbeitstreffens ist es, die Methoden und Ergebnisse dieser geschlechtersensiblen und akteurszentrierten Ansätze in der Konzentrationslager-Forschung zusammenzutragen und zu diskutieren. Damit soll auch der Austausch zwischen Gedenkstättenmitarbeiter/innen und wissenschaftlich Forschenden durch eine Verzahnung theoretischer Reflexionen und empirischer Forschungsbefunde vertieft werden. Theoretisch durchdachte Geschlechter- und Akteursbegriffe werden damit gleichermaßen für Ausstellungs-, Forschungs- und pädagogische Projekte fruchtbar gemacht.

 

Programm

 

Freitag, 10. Juni 2016

 

bis 11.45 Uhr:    Anreise

 

12.00 Uhr:           Führung durch die Ausstellung „‘Batterien für die Wehrmacht.‘ Zwangsarbeit bei Pertrix 1939-1945“
Uta Fröhlich, Berlin

 

13.00 Uhr:           Mittagspause

 

14.00 Uhr:           Begrüßung durch die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Insa Eschebach, die stellvertretende Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, Daniela Geppert, und die Organisator/innen

 

14.15 Uhr:           Keynote: Geschlechterbegriffe in der NS-Frauenforschung
Christina Herkommer, Anne Frank Zentrum Berlin
Moderation: Johannes Schwartz

 

15.15 Uhr:           Kaffeepause

 

15.45 Uhr:           Gender als Analysekategorie? Weiblichkeitskonstruktionen in den Zeugnissen von Porajmos-Überlebenden (am Beispiel der Familie Stoijka)
Stefanie Hog, Freiburg
Moderation: Doreen Eschinger

 

16.45 Uhr:           Verhandelte Schuld. Umgang mit KZ-Verbrechen und NS-Täter*innenschaft im Spiegel der britischen Ravensbrück-Prozesse 1946-1948
Ljiljana Heise, Freie Universität Berlin
Moderation: Johannes Schwartz

 

17.45 Uhr:           Ende

 

Samstag, 11. Juni 2016

 

10.00 Uhr:           Begrüßung

 

10.15 Uhr:           Keynote: Akteursbegriffe in den Geschichtswissenschaften und in der KZ-Forschung
Veronika Springmann, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Moderation: Johannes Schwartz

 

11.15 Uhr:           Der französische Ravensbrück-Prozess gegen den ehemaligen Lagerkommandanten Fritz Suhren und den Arbeitseinsatzleiter Hans Pflaum
Verena Paetow, Technische Universität Berlin
Moderation: Janna Lölke

 

12.15 Uhr:           Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück. (Über-)Lebenserinnerungen
Wiebke Hiemesch, Universität Hildesheim
Moderation: Doreen Eschinger

 

13.15 Uhr:           Mittagspause

 

14.15 Uhr:           "Hausaufgabe": Die "unbekannte Ravensbrückerin"
Hier sind alle Teilnehmer/innen gebeten, sich vorab mit einem der weniger bekannten Opfer oder Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers auseinanderzusetzen und die Biografie dieser Person in ca. 3-5 Minuten kurz vorzustellen.
Moderation: Ramona Saavedra Santis

 

15.45 Uhr:           Kurzvorstellung aktueller Projekte

 

Zwangsarbeit für Siemens in Ravensbrück. Berichte von Überlebenden
Janna Lölke, Berlin

 

Überlegungen für die Beschreibung einer Haftgruppe – die polnischen Häftlinge in Ravensbrück
Andrea Genest, Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Berlin

 

Die landwirtschaftlichen Versuchsgüter des KZ Ravensbrück. Ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt zur Ideologie, Forschung und Praxis des NS-Agrarwesens in Vorbereitung
Meggi Pieschel, Berlin
Kristin Witte, Gedenkstätte Ravensbrück

 

Moderation: Doreen Eschinger

 

17.15 Uhr:           Ausblick: Die Zukunft des „Arbeitstreffens zur Ravensbrück-Forschung“: Organisation – Themen – Kooperationen
Moderation: Insa Eschebach

 

18.15 Uhr:           Ende der Veranstaltung

Bewerbungen um eine Teilnahme am 28. Arbeitstreffen bitte mit einem kurzen Lebenslauf und einem Motivationsschreiben an janna.loelke@web.de (bis zum 1. Juni 2016).

Anhang

Programmflyer (pdf)

 

Ort:

Veranstalter:

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten