Veranstaltungen

25. Oktober 2021 , 16:00 Uhr - 17:00 Uhr
Gedenkveranstaltung Vortrag

80. Jahrestag der Deportation norddeutscher Jüdinnen und Juden nach Litzmannstadt/Lodz, Minsk und Riga

Programm:

Gedenkveranstaltung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte mit der Jüdischen Gemeinde Hamburg und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg am denk.mal Hannoverscher Bahnhof in der HafenCity.
Am 25. Oktober 1941 fuhr der erste Zug mit 1035 jüdischen Frauen, Männern und Kindern aus Hamburg in das Ghetto Litzmannstadt. Im November und Dezember folgten weitere Deportationen nach Minsk und Riga. Bis 1945 wurden mehr als 6600 Jüdinnen und Juden aus Norddeutschland von Hamburg aus deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten.
Zeit: Montag, 25. Oktober 2021 16.00-17.00 Uhr
Ort: Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohsepark, 20457 Hamburg
Ablauf:
 Willkommen: Dr. Oliver von Wrochem (Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
 Grußworte von Dr. Carsten Brosda (Senator für Kultur und Medien),
 Philipp Stricharz (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg),
 Galina Jarkova (Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde),
 Michael Heimann (Reformsynagoge) und
 Rabbiner Shmuel Havlin (Chabad Hamburg).
 Ansprache von Markus Rosenberg (Enkel der 1941 deportierten Hamburgerin Irmgard Posner)
 Beitrag von Sara Elkmann (Internationale Workshops, Projekt Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof)
 Kranzniederlegungen
Anmeldung von Interessierten zur Veranstaltung über: www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender.
Dr. Carsten Brosda (Senator für Kultur und Medien): „Vor 80 Jahren begannen in Hamburg die Deportationen von mehr als 6600 Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager. Schon im Mai 1940 hatte die Deportation der Romnja und Roma, Sintize und Sinti begonnen. Bis heute sind die systematischen Verbrechen des Nationalsozialismus mit menschlichem Maß nicht zu erfassen. Wer für eine offene Gesellschaft eintreten will, der muss der damaligen Opfer und ihres unvorstellbaren Leids gedenken. Das ist die Grundlage dafür, dass sich die Aussage ‚Nie wieder Faschismus!‘ mit Leben füllt. Dieses notwendige und wichtige Erinnern wollen wir auch mit unserer vielfältigen Gedenkstättenlandschaft wachhalten und weiter stärken. Das ist so notwendig wie lange nicht. Der heute immer häufiger offen zutage tretende Antisemitismus und Rassismus darf in unserer vielfältigen und bunten Gesellschaft keinen Platz haben.“
Dr. Oliver von Wrochem (Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme): „Der deutsche Vernichtungskrieg im östlichen Europa ermöglichte es dem NS-Regime, auch in Hamburg und in aller Öffentlichkeit seine Mordpläne voranzutreiben. Für Tausende Jüdinnen und Juden waren die Deportationen ein erzwungener Abschied, der mit ihrer Ermordung endete. In Zeiten wiedererstarkender antisemitischer Gewalt ist es wichtig, am Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof an die Shoah zu erinnern. Wir arbeiten intensiv an einer Ausstellung über die Deportationsverbrechen, welche im geplanten Dokumentationszentrum gezeigt werden soll.“
Philipp Stricharz (Vorsitzender Jüdische Gemeinde in Hamburg): „Auch in unserer Generation müssen Juden sich gegen Feindseligkeiten und Angriffe schützen, auch in Hamburg. Wir sind es denjenigen, die ermordet wurden, schuldig, hasserfüllte, judenfeindliche Verbrechen viel dezidierter zu benennen und zu bekämpfen, egal von welcher Seite sie kommen. Nur so vermeiden wir, dass Gedenken zum Ritual wird.“
Galina Jarkova (1. Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg): „Unsere Gemeinde unterstützt das Engagement Hamburgs, ein vielfältiges und aktives jüdisches Leben zu fördern. Mit unserer Teilnahme wollen wir ein wichtiges Zeichen setzen und zeigen, dass wir die Hoffnung haben und auf eine gemeinsame Zukunft in Hamburg bauen, denn Hamburg ist unser Zuhause. Unsere Gemeinde setzt Hass und Antisemitismus die Botschaft von Miteinander, Verständigung und Nächstenliebe entgegen.“
Anmeldung und Rückfragen der Medien:
Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen
Dr. Iris Groschek
Öffentlichkeitsarbeit und Social Media
Telefon: 040 / 428 131- 521
E-Mail: iris.groschek@gedenkstaetten.hamburg.de
Weitere Informationen

Ort:

Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohsepark, 20457 Hamburg

Veranstalter:

Stiftung Hamburger Gedenkstätten